Kriminalitätsentwicklung in Wien – Kriminalstatistik 2017

Wien (OTS) - Erfolg für die Wiener Polizei. Rückgang der gesamten polizeilichen Anzeigen um 7,4 Prozent. Aufklärungsquote auf 42,4 Prozent gestiegen. (+4,5% im Vergleich zu 2016)

Die Gesamtanzahl der Anzeigen ist von 205.219 im Jahr 2016 auf 190.056 im Jahr 2017, somit um 7,4 % gesunken. Es handelt sich bei diesem Wert um die niedrigste Anzahl an Anzeigen in den letzten zehn Jahren. Im Vergleich dazu wurden im Jahr 2009 mit 228.486, die meisten Anzeigen gelegt. Während die Aufklärungsquote 2008 noch bei 28,1 % stand, können wir 2017 mit 42,4% eine weitere kontinuierliche Steigerung und einen historischen Höchststand verzeichnen.

Die Anzahl der Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Wohnhäusern ist von 6.173 (2016) auf 5.484 (2017), somit um -11,2 % abermals gesunken. Im Jahr 2008 gab es noch 10.274 Anzeigen.

Die Anzeigen im Bereich des Diebstahles von Kraftfahrzeugen (Pkw, Lkw, Krafträder) sind von 1.418 (2016) auf 1.225 (2017) und somit um -13,6 % gesunken. Im Jahr 2008
wurden noch 3.711 Anzeigen verzeichnet.
Die Anzahl der PKW-Diebstähle ist von 686 (2016) auf 723 (2017), somit um +5,4 %, gestiegen. Im Jahr 2008 wurden noch 1.943 Pkw-Diebstähle zur Anzeige gebracht.

Im Bereich der Gewaltkriminalität hat die Zahl der Anzeigen von 16.618 (2016) auf 16.016 (2017) und somit um 3,6 % abgenommen. Ein Großteil davon sind Anzeigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit einer Abnahme von 15.864 (2016) auf 15.296 (2017) Fälle.

Bei den vollendeten Tötungsdelikten konnte abermals ein Rückgang von 17 auf 12 Fälle registriert werden. 2 Tötungsdelikte aus dem Jahr 2017 sind derzeit noch ungeklärt.

Die Anzeigen im Bereich der Sexualdelikte gem. § 201 StGB bis § 207b StGB sind von 697 (2016) auf 651 (2017) zurückgegangen. Im Jahr 2008 wurden noch 887 Delikte angezeigt. Die Anzahl der sexuellen Belästigungen gem. § 218 StGB ging ebenfalls von 655 (2016) auf 538 Delikte zurück.
Im Deliktsbereich Wirtschaftskriminalität ist die Zahl der Anzeigen von 19.908 (2016) auf 19.867 (2017), somit um -0,2 % minimal gesunken.

Im Bereich Cybercrime ist die Zahl der Anzeigen weiterhin stark gestiegen, nämlich von 4.256 (2016) auf 5.596 (2017) und somit um 31,5 %. Den größten Anteil dabei haben Fälle von Internetbetrug mit einer Zunahme von 23,5 %. Hier stiegen die Anzeigen von 3.341 (2016) auf 4.126 (2017) Delikte.

Raubüberfälle auf Geldinstitute sind abermals zurückgegangen. Konnte man im Vorjahr noch die niedrigste Zahl mit 13 (2016) Delikten seit 40 Jahren beziffern, sind Überfälle dieser Art erneut um 46,2% zurückgegangen und im Jahr 2017 kam es zu 7 solch gelagerter Taten. Im Vergleich dazu waren es im Jahr 2008 noch 66 Raubüberfälle auf Geldinstitute.
Im Jahr 2016 ist es zu 4 Überfällen auf Juweliergeschäfte gekommen, 2017 war es nur noch 1 Tat.

Hingegen stiegen die Raubüberfälle auf Tankstellen von 9 (2016) auf 23 (2017) und Überfälle auf Trafiken von 21 (2016) auf 38 Delikte. Im Vergleich dazu kam es im Jahr 2008 zu 35 Tankstelle-Überfällen und zu 78 Trafik-Überfällen.

Der Anteil fremder Tatverdächtiger an der Gesamtkriminalität ist erneut leicht von 50,9 % (2016) auf 51,7 % (2017) angestiegen. Im Jahr 2008 betrug der Anteil der fremden Tatverdächtigen an der Gesamtkriminalität 35%.
Die Anzeigen gegen Asylwerber sind von 9.441 (2016) auf 8.543 (2017), somit um 9,5 %, gesunken. Relativ hoch ist der Anteil fremder Tatverdächtiger bei Anzeigen gem. § 129 StGB (Delikt:
Einbruchsdiebstahl - Anstieg von 2.991 auf 5.193) und bei Anzeigen gem. § 27 SMG (Suchtmittelgesetz - Anstieg von 5.811 auf 6.410).

Gesetzte Maßnahmen

Verstärkte Präventionsmaßnahmen (zB. im Rahmen von Veranstaltungen, etwa zwecks Sensibilisierung von Bauträgern) haben dazu geführt, dass es bei Wohnraumeinbrüchen zu einem sehr hohen Anteil der Delikte (46,4 %) beim Versuch geblieben ist.
Uniformierte und zivile Schwerpunktaktionen auf Grund tagesaktueller Analysen in Hot-Spot-Gebieten, etwa während der Saison der Dämmerungseinbrüche haben den Kontrolldruck auf potentielle Täter erhöht. Durch das rasche Einschreiten uniformierter Kräfte und durch die professionelle Observation ziviler Kräfte, konnten immer wieder Einbrecher auf frischer Tat betreten und festgenommen werden. In Verbindung mit der Spurensicherung durch Spezialisten der TOP-Teams an jedem Tatort und dem forcierten internationalen Abgleich von gesicherten Spuren konnten so zahlreiche Tatserien, oftmals begangen durch osteuropäische Täter, geklärt werden.

Kfz-Diebstähle werden meist durch international tätige Gruppierungen begangen, die sich auf bestimmte Marken, Typen und die Anwendung spezieller Modi operandi konzentrieren. Diesem Vorgehen wurde seitens der Spezialisten des Landeskriminalamtes durch rasches Erkennen von neu entstehenden Serien inklusive internationaler Abklärungen und Veranlassung von überregionalen Schwerpunktaktionen entlang von Verschieberrouten mit Erfolg entgegen getreten. Durch regelmäßige Versendung von sogenannten Kfz-Infos (mit aktuellen Erkenntnissen über betroffene Kfz-Marken, Modi operandi, Verschieberrouten und Täterschaften) wurden auch die Kräfte des uniformierten Streifendienstes in diese Fahndungen eingebunden.

Auf Grund intensiver internationaler Kooperationen konnte seitens des Landeskriminalamtes dem organisierten Taschendiebstahl, großteils durch angeblich minderjährige Mädchen, entgegengewirkt werden. Kellereinbrüche, PKW-Einbrüche und Ladendiebstähle sind oft Taten von Suchtmittelabhängigen Intensivtätern. Hier konnten, wie schon im Jahr zuvor, von der Gruppe zur Bekämpfung der Suchtmittel-Beschaffungskriminalität mehrere Tatserien mit zahlreichen Fakten geklärt werden.

Dem von der Bevölkerung teilweise als bedrohlich empfundenen Auftreten bestimmter ethnischer Gruppierungen und damit verbundenen Auseinandersetzungen im öffentlichen Raum, etwa auf Bahnhöfen und in Einkaufszentren wurde, zusätzlich zum koordinierten Einsatz privater Securitys, seitens der Polizei durch regelmäßige uniformierte Präsenz von Polizeikräften und Schwerpunktaktionen entgegengewirkt.

Der Drogenhandel im öffentlichen Bereich, etwa entlang von U-Bahnlinien, wurde durch den täglich koordinierten Einsatz von uniformierten und zivilen Polizeikräften großteils eingedämmt.

Mitunter durch die Gesamtheit dieser Maßnahmen konnten einerseits die Anzahl der Straftaten verringert werden, andererseits konnten begangene Straftaten in höherem Ausmaß geklärt werden.

Maßnahmen 2018

Um den Trend in Richtung weniger Delikte und höhere Aufklärung auch in diesem Jahr fortzusetzen, wird die Wiener Polizei einerseits bewährte Maßnahmen aus dem letzten Jahr einsetzen, andererseits werden Bereiche in denen eine Steigerung der Delikte erkennbar war (Cybercrime/Internetkriminalität) auf Grund von Schulungen, Präventionsmaßnahmen und speziellen Ermittlungstätigkeiten intensiver behandelt werden.

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