• 21.03.2018, 10:30:16
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  • OTS0064

Ludwig/Zatlokal: Gasexplosionshaus in neuem Glanz

Innovative Sanierung des Gründerzeitgebäudes Mariahilfer Straße 182; Rundgang durch das revitalisierte, teils rekonstruierte und durch einen DG-Ausbau erweiterte Gebäude

Utl.: Innovative Sanierung des Gründerzeitgebäudes Mariahilfer
Straße 182; Rundgang durch das revitalisierte, teils
rekonstruierte und durch einen DG-Ausbau erweiterte Gebäude =

Wien (OTS) - Nach 20 Monaten Bauzeit konnte die Sanierung des vor
rund vier Jahren durch eine Gasexplosion schwer beschädigten
Gründerzeithauses an der Oberen Mariahilfer Straße abgeschlossen
werden.
Heute, Mittwoch, luden Wohnbaustadtrat Michael Ludwig,
Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal, das Architekturbüro Trimmel Wall
Architekten, der wohnfonds_wien sowie die Immobilienverwaltung Brun
zu einer Besichtigung des neuen Vorzeigebeispiels der Wiener
Stadterneuerung ein.****

„Rund 800.000 Wienerinnen und Wiener leben mittlerweile in einem
Gebäude, das gefördert saniert wurde. Das ist eine Leistung, die
weltweit ihresgleichen sucht, zumal die Förderungen der Stadt an eine
deutliche Verbesserung der Wohnqualität und des Klima-und
Umweltschutzes sowie einen umfassenden Schutz der Mieterinnen und
Mieter gekoppelt sind“, betonte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.
„Das Gründerzeitgebäude an der Oberen Mariahilfer Straße ist ein
weiteres – und wegen der äußerst schwierigen Ausgangslage für eine
Sanierung – herausragendes Beispiel dafür. Die Stadt Wien hat seine
Rettung und Revitalisierung mit Fördermitteln im Umfang von 4,4
Millionen Euro unterstützt. Darüber hinaus befindet sich das Haus in
einem aktuellen Blocksanierungsgebiet und ist Teil der
Internationalen Bauausstellung, IBA_Wien. Es ist deshalb auch
Gegenstand eines zukunftsweisenden Forschungsprojekts, das künftig
die Wärmedämmung von reich gegliederten Gründerzeithausfassaden
ermöglichen soll“, so Ludwig weiter.

„Gerade auch der 15. Bezirk mit seinen historisch geprägten
Vierteln profitiert seit Jahren von der sanften Stadterneuerung, die
maßgeblich zu einer Steigerung der Wohn- und Lebensqualität beiträgt.
Das Gründerzeitgebäude an der Oberen Mariahilfer Straße 182 befindet
sich im Blocksanierungsgebiet Rustendorf, dem vierten
Blocksanierungsgebiet, das in den letzten vier Jahren in
Rudolfsheim-Fünfhaus gestartet wurde. Dass das Gebäude äußerst
gelungen saniert wurde und nun ein optisches und wohnliches Highlight
darstellt, freut mich außerordentlich. Das ist ein wichtiger Impuls
für die Aufwertung seiner Umgebung und für die lokale Wirtschaft“,
unterstrich Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal.

Innovativer Dämmputz für reich gegliederte
Gründerzeit-Fassaden

„Es gab einige schwierige bautechnische Hürden zu überwinden“,
erklärte Architekt Günther Trimmel. „Die Wiederherstellung und
Rekonstruktion der stadtbildprägenden Gründerzeitfassaden war eine
Herausforderung für alle Beteiligten. Für die Bestandsfassade
Denglergasse wurde zum ersten Mal in Wien an einer gegliederten
Fassade ein Aerogel-Hochleistungsdämmputz verwendet. Dies ist Teil
eines Forschungsprojektes, wobei die technische Universität Wien das
Monitoring dazu durchführt. Es ist an den bereits vorhandenen
Messergebnissen erkennbar, dass eine Reduktion des
Wärmedurchgangskoeffizienten auf etwa die Hälfte erreicht werden
kann.“

„Wir konnten den ambitionierten Zeitplan einhalten“, betonte
Architektin Isabella Wall. „In diesen Tagen findet mit der Gestaltung
der Geschäftslokale und den Fassadenarbeiten im Erdgeschoss die
Sanierung des Gründerzeithauses ihren erfolgreichen Abschluss. Im
Spannungsfeld zwischen Altbaucharakter und Modernisierung entstanden
hier auf einer Wohnnutzfläche von 2.360 Quadratmetern 20 Altbau- und
9 Dachgeschoßwohnungen.“

Gründerzeit-Fassaden können bislang nicht mit einer Wärmedämmung
versehen werden, da dadurch ein Großteil der Gliederung und des
Schmucks verloren gehen würde. Eine innovative Entwicklung – der
Aerogel-Hochleistungsdämmputz – könnte hier eine zukunftsweisende
Lösung bieten. Zum ersten Mal in Wien wird eine gegliederte Fassade
mit Fensterfaschen und Gesimsen mit diesem Wärmedämmputz ausgeführt.
Das Forschungsprojekt wird an der Fassade des Gebäudes an der Seite
Denglergasse auf einer Fläche von ca. 205 m² umgesetzt. Das
technische Monitoring umfasst Messungen des Wärmestroms durch die
straßenseitige Bestandsfassade vor und nach Aufbringen des
Aerogeldämmputzes.

Bester Wohnkomfort, massive Senkung des Heizwärmebedarfs

Im Rahmen der umfassenden Sanierung wurden eine Neuorganisation
der Wohnungsgrößen und Grundrisse, sowie eine Anpassung an den Stand
der Technik umgesetzt.
Die rekonstruierten Fassaden des Gebäudes an der Mariahilfer
Straße sowie im Innenhof wurden mit einer Hanfdämmung ausgestattet,
eine kontrollierte Wohnraumlüftung eingerichtet, der
Dachgeschoßausbau im Passivhausstandard errichtet sowie eine
Solaranlage am Dach installiert. Auch für Elektromobilität wurde
vorgesorgt: 7 der 8 Parkplätze in der neuen Parkgarage wurden mit
Stromanschluss ausgestattet.
Durch die Hofüberbauung im Erdgeschoß erhielten die Wohnungen im
1. Obergeschoß im Innenhof eine Grünfläche. Im 2. Obergeschoß wurden
die Aufenthaltsräume zum Innenhof orientiert und ein
Laubengang/Balkon jeweils an der Schmalseite des Innenhofes
angeordnet.
Im 3. Obergeschoß wurde der Hoftrakt zur Liegenschaft Mariahilfer
Straße 180 abgezont und zwei Dachgärten geschaffen. Durch diese
städtebauliche Maßnahme hat sich auch die Belichtungssituation im
Innenhof erheblich verbessert.
Das Dachgeschoß wurde zweigeschossig mit 9 Wohnungen ausgebaut,
wobei 7 Wohnungen davon Maisonetten sind. Sämtliche
Dachgeschoßwohnungen erhielten im 1. oder 2. Dachgeschoß
innenhofseitig jeweils eine Terrasse oder Loggia.
Im Altbau des Gebäudes konnte eine Reduktion des Heizwärmebedarfs
auf 10,67 kWh/m²a – vor Sanierung betrug dieser 121,09 kWh/m²a –
erreicht werden.

Innovatives Sanierungskonzept:
Folgende Maßnahmen sind Teil des innovativen Sanierungskonzeptes, das
für den Wiederaufbau der Mariahilfer Straße 182 umgesetzt wurde:
-> Aerogel-Hochleistungsdämmputz: Forschungsprojekt, FFG-Förderung,
205 m²
Fassadenfläche, 5,5 bis 6 cm Putzstärke, bisher nur an Feuermauern,
erstmals an einer gegliederten Fassade, Monitoring TU Wien
-> Hanfdämmung
-> Kontrollierte Wohnraumlüftung
-> Passivhausstandard im DG-Ausbau
-> Solaranlage am Dach
-> Elektromobilität

Wohnhäuser mit rund 25.900 Wohnungen aktuell in geförderter
Sanierung

Die Stadt Wien investiert seit Jahrzehnten kontinuierlich in die
Wohnhaussanierung, die erfolgreich vom wohnfonds_wien, fonds für
wohnbau und stadterneuerung betreut wird.
Aktuell in geförderter Sanierung (in Vorbereitung und in Bau):
-> 372 Wohngebäude mit rund 25.900 Wohneinheiten. Die Fördermittel
der Stadt betragen rund 614 Mio. Euro, die Gesamtsanierungskosten
rund 1,1 Mrd. Euro. (Schluss) da

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