Gründung der Österreichischen Gesellschaft für Stammzellforschung

Wien (OTS) - Heute, am 20. März 2018, wurde am IMBA - Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – die Österreichische Gesellschaft für Stammzellforschung gegründet. Diese „Austrian Society for Stem Cell Research“ (ASSCR) hat das Ziel, die wichtigsten Akteure der nationalen Stammzellforschung zu vernetzen. 

Neue Technologien in der modernen Stammzell- und Organoidforschung bringen völlig neue Chancen für die Medizin und beachtliche Wertschöpfung für die Wirtschaft. Auch in Österreich haben sich bereits international renommierte wissenschaftliche Gruppierungen etabliert, die anerkannte Expertise in verschiedenen Bereichen der Stammzellforschung besitzen. Dies reicht von der Grundlagenforschung bis hin zu bereits erfolgreichen klinischen Anwendungen. 

In anderen europäischen Ländern haben sich längst große Initiativen zur Vernetzung und Bündelung der Forschungsaktivitäten in diesem aufstrebenden Feld gebildet. Österreich schließt nun mit der Gründung der neuen Gesellschaft für Stammzellforschung auf.  

„Nur mit vereinten Kräften und durch aktive Einbindung aller Beteiligter können wir verantwortungsbewusste Innovation und langfristige Akzeptanz dieser spannenden Technologie gewährleisten. Obwohl Österreich ein kleines Land ist, haben wir bereits einige international beachtete Erfolge errungen,“ sagt Jürgen Knoblich, Stammzellpionier, Vizedirektor des IMBA und Mitglied des ASSCR Gründungskomitees. 2013 sorgte er mit der Entwicklung sogenannter „Gehirnorganoide“ weltweit für Aufsehen. Die aus menschlichen Stammzellen gezüchteten Gehirnmodelle erlauben erstmals die Erforschung von Neurologischen Krankheiten wie Epilepsie, Alzheimer, Schizophrenie oder Parkinson. „Gerade in diesen spannenden Zeiten braucht es Synergien zwischen Grundlagenforschern und klinischen Experten,“ so Knoblich. 

Ein wesentliches Ziel der Gesellschaft ist daher, einen interdisziplinären Austausch zwischen Wissenschaftlern, Patienten, Ärzten, aber auch unter Einbezug von Politikern, Meinungsbildnern oder Lehrenden zu fördern. Gerade mit Wissensvermittlern und Lehrern hofft man auf einen fruchtbaren Dialog, um objektiv aufzuklären und zu informieren, junge Menschen für die moderne Stammzellbiologie zu gewinnen und so den wissenschaftlichen Nachwuchs in Österreich zu stärken. 

Eine wichtige Säule der neuen Initiative ist somit auch eine zentrale Öffentlichkeitsarbeit: Gesellschaftlicher Dialog, Bildungsinitiativen und Informationskampagnen rund um das Thema Stammzellen sollen einer breiten Öffentlichkeit Einblicke geben, Chancen aufzeigen, aber es auch möglich machen Kritik anzubringen und offene Diskussionen zu führen. 

Frank Edenhofer, stv. Leiter des Institute of Molecular Biology der Universität Innsbruck und frisch gewählter Präsident der Austrian Society for Stem Cell Research ist überzeugt: „Themen wie Bioethik müssen offen angesprochen werden. Auch müssen alle Interessierten sich informieren können, was Stammzellen leisten, aber eben auch, was nicht möglich sein wird. So können wir in Österreich eine offene und konstruktive Atmosphäre zu Austausch, Impulsgebung und Kritik schaffen.“ Auch werde es durch die bessere Vernetzung gelingen, den Platz Österreichs auf der Landkarte der weltweiten Stammzellforschung weiter auszubauen und Synergien in optimaler Weise zu nutzen, sei es über die gegenseitige Bereitstellung von Technologien, gemeinsamen Trainingsprogrammen oder koordinierten Forschungsprojekten – so Frank Edenhofer. Neben ASSCR Präsident Edenhofer und Jürgen Knoblich finden sich weitere Größen der heimischen und internationalen Stammzellforschung im ASSCR Gründungskomitee Markus Hengstschläger, Leiter des Instituts für Medizinische Genetik an der Medizinischen Universität Wien, Senior Scientist Elly Tanaka vom IMP – Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie und Johann Bauer, Leiter der Universitätsklinik für Dermatologie des Uniklinikums Salzburg. 

Johann Bauer bringt abschließend auch noch ein weiteres Anliegen aller Beteiligten auf den Punkt: „Am Ende des Tages ist unser aller gemeinsames Ziel natürlich, die Fortschritte der Stammzellforschung in konkrete medizinische Anwendungen weiterzuentwickeln, die den Menschen zu Gute kommen.“ Ein schönes Beispiel ist Bauers Forschungserfolg im Bereich der Epidermolysis Bullosa, wo einem „Schmetterlingskind“ gesunde, aus eigenen, genmodifizierten Stammzellen gezüchtete Haus großflächig transplantiert werden konnte. 

Pressefoto

Über IMBA

Das IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie gehört zu den führenden biomedizinischen Forschungsinstituten in Europa. Im Fokus stehen medizinisch relevante Fragestellungen aus den Bereichen Stammzellbiologie, RNA-Biologie, Molekulare Krankheitsmodelle und Genetik. Das Institut befindet sich am Vienna BioCenter, einem dynamischen Konglomerat aus Universitäten, akademischer Forschung und Biotechnologie-Unternehmen. Das IMBA ist ein Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der führenden Trägerin außeruniversitärer Forschung in Österreich. www.imba.oeaw.ac.at

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Ines Méhu-Blantar
Communications & Partnerships
Senior Communications Manager
IMBA - Institut für Molekulare Biotechnologie GmbH
Dr. Bohr-Gasse 3, 1030 Wien
T.: +43 1 790 44-3628
H.: +43 664 808 47 3628
E.: ines.mehu-blantar@imba.oeaw.ac.at
Homepage: www.imba.oeaw.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | IMP0001