• 12.03.2018, 12:57:27
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  • OTS0129

AK warnt vor Problemen bei sicherer Energieversorgung

Die AK fordert von der Bundesregierung eine rasche und ausgewogene Lösung für die Versorgungssicherheit.

Utl.: Die AK fordert von der Bundesregierung eine rasche und
ausgewogene Lösung für die Versorgungssicherheit. =

Wien (OTS) - Das Nachhaltigkeitsministerium hat geplante Förderungen
für die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) gestoppt. Das hat
zur Folge, dass FernwärmekundInnen künftig den Großteil der Kosten
für diese wichtigen Kraftwerke tragen könnten. Gleichzeitig gibt es
nach wie vor keine solide Regelung für die Sicherung von
Kraftwerksreserven zur Stabilisierung des Stromnetzes. Die AK fordert
von der Bundesregierung eine rasche und ausgewogene Lösung, um die
Versorgungssicherheit bei Strom und Fernwärme weiterhin zu
gewährleisten.

Hocheffiziente Gaskraftwerke versorgen Haushalte, Gewerbe und
öffentliche Einrichtungen nicht nur mit Strom, sondern auch mit
Fernwärme. Sie sind aber auch für die Stabilität der Stromnetze
essenziell. Derzeit können diese Kraftwerke aufgrund des schwierigen
Umfelds aber kaum wirtschaftlich betrieben werden.

Daher wurde im Zuge der Novelle des Ökostromgesetzes 2017 eine
Förderung für KWK-Anlagen, die für die Versorgungssicherheit relevant
sind, beschlossen. Die Förderung ist begrenzt auf vier Jahre, und die
Kosten sollen auf alle StromverbraucherInnen verteilt werden. Ohne
diese Förderung drohen Abschaltungen, Stilllegungen oder die
FernwärmekundInnen müssten alleine die Kraftwerke finanzieren. „Das
ist unzumutbar. Wie kommt die vergleichsweise kleine Gruppe der
FernwärmekundInnen dazu, Kosten zu tragen, um die sichere
Stromversorgung von über sechs Millionen StromkundInnen zu
gewährleisten?“, so AK Energieexperte Josef Thoman. Auch in anderen
Ländern – wie in Belgien oder Schweden – können KWK-Anlagen nicht
kostendeckend produzieren und werden daher auch durch Förderungen
unterstützt.

Immer öfter stößt das Stromnetz an seine Grenzen. Dann müssen
Kraftwerke bereitstehen, um die Leitungen zu entlasten. Allein im
vergangenen Jahr war dies an über 300 Tagen der Fall. Da die
Kraftwerksbetreiber mit diesen kurzfristigen Einsätzen kaum planen
können, sind die Kosten aber hoch. „Besser wäre es die Kraftwerke für
ihre Verfügbarkeit zu entschädigen. Mit einer so genannten
Netzreserve-Regelung hätten die Kraftwerksbetreiber
Planungssicherheit und einzelne Abrufe könnten damit deutlich
günstiger erfolgen“, so Thoman.

Die AK fordert von der Bundesregierung eine rasche und ausgewogene
Lösung für die Versorgungssicherheit. „Die Kraftwerke sind sowohl für
die Strom-Netzstabilisierung als auch die öffentliche Wärmeversorgung
essenziell“, sagt Thoman. Die AK appelliert daher an die
Bundesregierung, das EU-rechtliche Genehmigungsverfahren der
KWK-Förderung voranzutreiben. Parallel dazu sind klare
Rahmenbedingungen für die so genannte „Netzreserve“ zu schaffen, also
vor allem eine strenge Prüfung der Kosten für die
Leistungsbereitstellung.

Warum Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger das EU-rechtliche
Genehmigungs-verfahren für die Förderung dieser hocheffizienten
KWK-Anlagen in Österreich kurzerhand gestoppt hat, ist für die AK
nicht nachvollziehbar. Vor allem deswegen, weil sie sich gleichzeitig
nicht gegen ein insgesamt rund 175 Millionen Euro teures
Rettungspaket ausgesprochen hat, mit dem knapp 300 kleine,
unwirtschaftlichere Biogasanlagen weiter künstlich am Leben gehalten
werden.

Hintergrund
Erneuerbare Energie wie Strom aus Windkraft und
Photovoltaikanlangen ist stark witterungsabhängig. Da elektrische
Energie nicht ausreichend gespeichert werden kann, sind für die
sichere Versorgung auch Gaskraftwerke notwendig. Das gilt in Zeiten,
wenn Windkraft und Photovoltaik nicht ausreichend Strom liefern, aber
auch dann, wenn die Netze an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Die
derzeit niedrigen Stromgroßhandelspreise führen dazu, dass die
KWK-Anlagen kaum mehr wirtschaftlich betreibbar sind. Die
Gaskraftwerke werden daher meist nur dazu eingesetzt, um das Netz zu
stabilisieren, Versorgungsengpässe auszugleichen oder im Winter die
Fernwärmekunden mit Wärme zu versorgen.Werden diese Kraftwerke aus
betriebswirtschaftlichen Gründen ganz vom Netz genommen werden,
drohen Engpässe in der Versorgung.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW

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