• 11.03.2018, 10:52:37
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Kardinal Karl Lehmann gestorben

Lehmann starb am Sonntagmorgen im Alter von 81 Jahren in Mainz

Utl.: Lehmann starb am Sonntagmorgen im Alter von 81 Jahren in Mainz =

Mainz (KAP/KNA) - Kardinal Karl Lehmann ist tot. Der langjährige
Bischof von Mainz und Vorsitzende der katholischen Deutschen
Bischofskonferenz starb am frühen Sonntagmorgen im Alter von 81
Jahren in Mainz. Fast 33 Jahre lang, von Anfang Oktober 1983 bis zum
Rücktritt an seinem 80. Geburtstag am 16. Mai 2016, war Lehmann
Bischof von Mainz. Von 1987 bis 2008 leitete er die
Bischofskonferenz. Anfang 2001 erhob ihn der damalige Papst Johannes
Paul II. zum Kardinal.

"Das Bistum Mainz trauert um einen weit über die Kirche hinaus hoch
angesehenen Theologen und Seelsorger, einen leidenschaftlichen
Brückenbauer zwischen den Konfessionen und einen Zeugen des Glaubens
inmitten der Gesellschaft", erklärte Lehmanns Nachfolger, Bischof
Peter Kohlgraf, am Sonntag in Mainz: "Wir verlieren einen allseits
geliebten Bischof, der mit seiner Lebensfreude, seiner Menschlichkeit
und seinem Glaubenszeugnis in den vielen Jahren seines Wirkens nicht
nur im Bistum Mainz, sondern auch in der Deutschen Bischofskonferenz
als langjähriger Vorsitzender Herausragendes geleistet hat."

Lehmann galt als Brückenbauer und Mann des Dialogs der katholischen
Kirche mit der modernen Gesellschaft. Er stand für ein weltoffenes,
lebensbejahendes Christentum und für ökumenische Offenheit, genoss
höchstes Ansehen auch in der evangelischen Kirche, in Politik,
Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur.

Der Kardinal erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrere
Ehrendoktorwürden und das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und
Schulterband. Er war Träger des Karl-Barth-Preises, des Romano
Guardini-Preises, der Martin-Luther-Medaille der Evangelischen Kirche
in Deutschland (EKD), aber auch des "Ordens wider den tierischen
Ernst" und des Champagne Preises für Lebensfreude. Die Stadt Mainz
machte ihn zu ihrem Ehrenbürger, der Fußball-Bundesligist Mainz 05 zu
seinem Ehrenmitglied.

Lehmann, im schwäbischen Sigmaringen geboren, erlebte als Assistent
des Theologen Karl Rahner das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965)
und lehrte als Theologieprofessor zunächst in Mainz, später in
Freiburg, bevor er mit 47 Jahren Bischof von Mainz wurde. Damals war
er der jüngste katholische Bischof in Deutschland. Sein bischöflicher
Wahlspruch lautete "State in fide" (Steht fest im Glauben).

Seine späte Ernennung zum Kardinal verdankte er auch der
wohlwollenden Einflussnahme von Bundeskanzler Helmut Kohl. Als
Mitglied des Kardinalskollegiums nahm Lehmann am Konklave im April
2005 teil, aus dem der konservative Kardinal Joseph Ratzinger als
Papst hervorging. Beim Konklave im März 2013 wurde der bereits 2005
von Lehmann unterstützte Argentinier Jorge Mario Bergoglio zum Papst
gewählt.

Nach offizieller, aber nicht gesicherter Zählung war Lehmann der 102.
Bischof von Mainz. Mit Sicherheit war er der 87. Nachfolger des
weithin als "Apostel der Deutschen" geltenden heiligen Bonifatius,
der von 746 bis 754 Bischof von Mainz war. Ende August 2017 weihte
Lehmann seinen Nachfolger auf dem Mainzer Bischofsstuhl, Peter
Kohlgraf, im Dom zu Mainz zum Bischof.

((forts. mgl.)) HKL
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