• 05.03.2018, 09:08:55
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  • OTS0014

Schönborn in Sarajewo: Kreuz ist Friedenszeichen

Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz: Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit in Bosnien und Herzegowina - Kardinal Puljic dankt Österreich für "Nachbar in Not" - Splitterkreuz mit Reliquie des Seligen Karl (Kaiser von Österreich) für Kathedrale in Sarajewo

Utl.: Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz: Hoffnung
auf Frieden und Gerechtigkeit in Bosnien und Herzegowina -
Kardinal Puljic dankt Österreich für "Nachbar in Not" -
Splitterkreuz mit Reliquie des Seligen Karl (Kaiser von
Österreich) für Kathedrale in Sarajewo =

Sarajewo (KAP) - "Jesus hat nicht Gewalt gepredigt und Leben
genommen, sondern sein Leben hingegeben am Kreuz, das damit ein
Zeichen des Friedens ist." Diesen Gedanken stellte Kardinal Christoph
Schönborn in das Zentrum seiner Predigt bei der Festmesse am
Sonntagabend zum Beginn der Vollversammlung der Österreichischen
Bischofskonferenz in Sarajewo. Die Menschen dieser Stadt hätten im
letzten Krieg während der Belagerung "das Kreuz erlebt, und wir sind
dankbar für dieses Zeugnis", so der Vorsitzende des österreichischen
Episkopats bei der Feier in der Kathedrale. Weil in
Bosnien-Herzegowina der Frieden aber noch nicht vollendet sei, "beten
wir dafür, dass Frieden und Gerechtigkeit kommen und die Kirche in
diesem Land eine Auferstehung erlebt."

Der Wiener Erzbischof thematisierte die Frage, inwieweit Religion im
Allgemeinen und das Christentum im Speziellen ein Gewaltpotential in
sich tragen würde. Die Geschichte zeige leider, dass es viele Kriege
mit religiösen Elementen gegeben habe. Unter Bezugnahme auf das
Tagesevangelium müsse man feststellen, dass die "Tempelreinigung
keine friedliche Aktion" war. Wenn man aber genau hinhöre, dann habe
Jesus damit niemanden verletzt und sein Motiv war nicht Hass oder
Gewalt, sondern die Reinigung des Hauses Gottes vom Kommerz. Anders
als bei totalitären Ideologien wie Kommunismus und
Nationalsozialismus mit Millionen Toten habe sich Jesus selbst
hingegeben. "Reinigung im christlichen Sinn ist Lebenshingabe und
Kreuzesopfer", so der Kardinal. Die Torheit der Kreuzesbotschaft sei
die Mitte des christlichen Glaubens und der Weg zur Überwindung von
Gewalt.

Dank an Österreich für Hilfe

Als "besonderes Zeichen der Solidarität" wertete Kardinal Vinko
Puljic die Anwesenheit der österreichischen Bischöfe in Bosnien und
Herzegowina. Dies umso mehr, weil der dritte Fastensonntag landesweit
hier und in Kroatien als "Sonntag der Solidarität" begangen wird. Die
Spenden an diesem Sonntag kommen dabei Hilfsbedürftigen zu Gute, die
von den Folgen des Krieges in Bosnien-Herzegowina noch immer
betroffen sind.

Ausdrücklich dankte der Erzbischof von Sarajewo für die Hilfe im und
nach dem Krieg aus Österreich: "Wir können die Aktion 'Nachbar in
Not' nicht vergessen, die uns geholfen hat zu überleben, nicht nur
uns Katholiken, sondern den vielen Einwohnern dieses Landes", sagte
Kardinal Puljic.

Kaiser-Karl-Reliquie für Sarajewo

Im Rahmen der Festmesse überbrachte die "Kaiser Karl Gebetsliga für
den Völkerfrieden" eine Reliquie des Seligen Karl eingesetzt in ein
"Splitterkreuz" an Kardinal Puljic. Das Kreuz wurde von
österreichischen Soldaten im Rahmen eines friedensbildenden Einsatzes
am Golan aus den Trümmern dort aufgefundener Artillerie-Granaten
geschaffen. Beides - Reliquie und Kreuz - sollen das Anliegen des
seliggesprochenen und zugleich letzten Habsburgerkaisers
symbolisieren: die Überwindung des Kriegs durch das Streben nach
Frieden. Das erklärte Camilla Habsburg als Überbringerin der Reliquie
gegenüber "Kathpress".

Karl I. (1887-1922) wurde am 3. Oktober 2004 von Papst Johannes Paul
II. selig gesprochen. Johannes Paul II. betonte damals, Kaiser Karl
habe von Anfang an sein Herrscheramt "als heiligen Dienst an seinen
Völkern" verstanden: "Sein ernstes Bestreben war es, der Berufung des
Christen zur Heiligkeit auch in seinem politischen Handeln zu folgen.
Dabei war ihm der Gedanke der sozialen Liebe wichtig." Der Papst
qualifizierte den letzten Kaiser von Österreich und König Ungarns als
"Freund des Friedens". In Karls Augen sei der Krieg "etwas
Entsetzliches" gewesen. Mitten in den Stürmen des Ersten Weltkriegs
an die Regierung gelangt, habe er versucht die Friedensinitiative von
Papst Benedikt XV. aufzugreifen, so Johannes Paul II. Der Vatikan
betonte damals auch vor dem Hintergrund von Kritik, dass die
Seligsprechung nicht der Habsburgermonarchie, sondern allein der
Person Karls und der von ihm gelebten "Heiligkeit eines
Christgläubigen" gelte.

Der gegenwärtige Papst hat den Seligen Karl zuletzt im November 2016
im Rahmen einer Audienz für die Mitglieder des Hauses Habsburg
gewürdigt. Karl habe sich nach der Herrschaftsübernahme im Jahre 1916
"mit allen seinen Kräften für den Frieden eingesetzt" auch "auf die
Gefahr hin, nicht verstanden und verlacht zu werden". Karl biete aus
diesem Grund ein Beispiel, das "so aktuell wie eh und je ist: wir
können ihn als Fürsprecher anrufen, dass Gott den Frieden für die
Menschheit erhalte", so Papst Franziskus.

Honorarfreie Pressefotos von der Vollversammlung der
Bischofskonferenz in Sarajewo stehen unter www.kathpress.at/fotos zum
Download bereit.

((ende)) PWU/HKL
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