Kein Verständnis für AMS-Kürzungen

Kolping Präsidentin Christine Leopold: „Die Absicht der Regierung, bei sozial Benachteiligten den Sparstift anzusetzen, ist eine Tendenz, die uns Sorgen macht.“

Wien (OTS) - „Wer hier spart, spart am falschen Fleck!“ – Die Präsidentin von Kolping Österreich, Christine Leopold, zeigt sich besorgt über die am Dienstag präsentierten Einsparungspläne der Bundesregierung, wonach die Mittel zur Förderung arbeitssuchender Menschen um 30 Prozent gekürzt werden sollen. Nicht nachvollziehbar ist für Leopold, die Benachteiligten in unserer Gesellschaft noch stärker an den Rand zu drücken. Denn schließlich handelt es sich um Menschen, die oftmals aufgrund mangelnder Bildung und Startbedingungen den Weg in die Berufswelt nur mit Unterstützung finden.

„Sparmaßnahmen bei Qualifizierungs- und Ausbildungsmaßnahmen sind garantiert der falsche Weg, denn vor allem Jugendliche ohne Pflichtschul- oder Lehrabschluss haben am Arbeitsmarkt kaum eine Chance und benötigen entsprechende Förderangebote“, appelliert Christine Leopold an die Verantwortlichen: „Wir alle wissen, dass Arbeitslosigkeit nicht nur den Staat schädigt – durch das, was nicht erwirtschaftet wurde –, sondern auch den Einzelnen beeinträchtigt, da er perspektiven- und mutlos in seinem Handeln wird. Nützen wir doch den günstigen Umstand der Hochkonjunktur, um noch mehr Betroffene aus der Arbeitslosigkeit heraus zu bekommen!“

Erfolgreiche Beschäftigungs- und Vermittlungsprojekte unterstützen und ausbauen

Um in der Arbeitsmarktpolitik weiter auf erfolgreichem Kurs zu bleiben, sollten etablierte und erfolgreiche Beschäftigungs- und Vermittlungsprojekte weiter gefördert und als Erfolgskonzepte weiter ausgebaut werden. Leopold: „Ich kann Ihnen unzählige Beispiele nennen von arbeitsmarktfernen Jugendlichen, denen durch AMS-geförderte Initiativen der Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht wurde, sodass sie nunmehr ein Leben in Selbstbestimmung führen können. Eine Kürzung der Budgetmittel für das AMS um 600 Millionen ist untragbar und riskiert die Zukunft vieler Arbeitsuchender, vor allem der jungen.“

WU-Studie: Förderungen sozial Schwacher schaffen enormen gesellschaftlichen Mehrwert

Christine Leopold ruft die Verantwortlichen dazu auf, sich nochmals Gedanken darüber zu machen, wo vernünftig eingespart werden kann: „Wir wissen aus der Praxis und aus wissenschaftlichen Untersuchungen, dass jeder in sozial benachteiligte Menschen investierte Euro einen hohen gesellschaftlichen und ökonomischen Mehrwert generiert“.

Erst im Herbst war dieser Zusammenhang für die „Mutter-Kind“-Projekte des Kolpingverbandes durch eine Studie der WU Wien belegt worden (Presselink: WU-Studie ); die Autoren stellten einen fünffachen, auf längere Sicht sogar mehr als zwanzigfachen Nutzen fest. Christine Leopold: „Im Bereich der arbeitslosen Jugendlichen fällt diese Bilanz sicher ähnlich aus – wahrscheinlich ist der gesellschaftliche Mehrwert sogar noch höher.“

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