• 28.02.2018, 12:56:37
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  • OTS0179

„matinee“ am 4. März: Dokus über Österreichisches Filmmuseum und „Die letzte Salonière“ Christiana Schönborn-Buchheim

Außerdem: „Die Kulturwoche“

Utl.: Außerdem: „Die Kulturwoche“ =

Wien (OTS) - Die „matinee“ am Sonntag, dem 4. März 2018, um 9.05 Uhr
in ORF 2, widmet sich anlässlich der 90. Oscar-Verleihung (Details
zur ORF-Oscar-Nacht ab 0.45 Uhr in ORF eins unter presse.orf.at) dem
Thema Film und zeigt Beate Thalbergs Dokumentation „Vom Sehen und
Denken – Das österreichische Filmmuseum“. Diese geht dem Genre auf
den Grund und bietet aufregende Einblicke in die Schatzkiste der
Cinémathèque sowie in eine kaum wahrgenommene Kulturrevolution: das
Verschwinden des Materials Film durch die Digitalisierung.
Anschließend nimmt die Kulturvormittagsleiste einen weiteren
ORF-Programmschwerpunkt wahr und bringt zum Weltfrauentag (Details
unter presse.orf.at) Thomas Machos feinfühliges Filmporträt „Die
letzte Salonière“ (9.50 Uhr) über Christiana Schönborn-Buchheim, eine
faszinierende Grande Dame der Wiener Kulturgesellschaft und
Repräsentantin der österreichischen Kulturgeschichte. Die von
Clarissa Stadler moderierte „matinee“ beschließt „Die Kulturwoche“
(10.35 Uhr) mit aktuellen Berichten und Tipps zum kulturellen
Geschehen.

„Vom Sehen und Denken – Das Österreichische Filmmuseum“ (9.05 Uhr)

Seit mehr als einem halben Jahrhundert wird im Österreichischen
Filmmuseum in Wien das Sinnliche, Intellektuelle, Materielle und
Geschichtliche des Films vermittelt. Was ist Film? Diese Frage zieht
sich durch die knapp 45 Minuten aufregender Einblicke in die Gründung
des Hauses, in die Schatzkiste des Bestandes und in eine kaum
wahrgenommene Kulturrevolution: das durch die Digitalisierung
bedingte Verschwinden des Materials Film. „Film ist schwer“,
konstatiert der Archivleiter des Filmmuseums, Paolo Caneppele.
Schließlich wiege ein abendfüllender Spielfilm 22 Kilo. Das
Österreichische Filmmuseum ist ein Ort der Praxis, ein Ort der
Flucht, eine künstlerische Bewegung, eine politische Haltung, die
Randzonen der Aufmerksamkeit in die Mitte rückt – für jede und jeden
ist es etwas anderes. Eine „Schule des Sehens“ ist diese
Cinémathèque, auch für Generationen von österreichischen
Regisseurinnen und Regisseuren, bekennen Ruth Beckermann (Gewinnerin
des Dokumentarfilmpreises der diesjährigen Berlinale für den vom ORF
kofinanzierten Film „Waldheims Walzer“), Michael Haneke, Karl
Markovics, Ulrich Seidl und Peter Tscherkassky in der Dokumentation
von Beate Thalberg. Neben der Vermittlung außergewöhnlicher Filmkunst
im Original, also nicht digitalisiert und ohne Untertitel, hat das
Österreichische Filmmuseum einen beachtlichen Schatz
zusammengetragen: 25.000 Spielfilme, 6.000 Rollen
Amateurfilm-Material und unzählige Dokumente – vom acht Kilo schweren
Privattagebuch der Entstehung der Sissi-Filme durch Ernst Marischka
bis zum Vorlass von Michael Haneke. Aus dem Kulturleben des Landes
ist es in jedem Fall nicht mehr wegzudenken.

„Die letzte Salonière“ (9.50 Uhr)

Christiana Schönborn-Buchheim ist eine Grande Dame des
österreichischen Kulturlebens und mit ihrem einzigartigen Salon, die
letzte Salonière Wiens. Aufgewachsen ist sie in einem Elternhaus, in
dem Künstler wie Richard Strauss, Karl Böhm oder Gottfried von Einem
ein und aus gingen. Ihr Vater war Manfred Mautner Markhof, ein
Industrieller, Kunst-Mäzen und Vielfach-Präsident sowie lange Zeit
einer der einflussreichsten Männer dieses Landes. Ihre Mutter, eine
ausgebildete Pianistin, war eine Kupelwieser – Ur-Enkelin des Malers
Leopold und Enkelin von Paul, der aus dem malariaverseuchten
Insel-Archipel Brioni in Istrien ein Ferienparadies für die Elite der
k.u.k Monarchie schuf. Seit Anbeginn war Kunst somit ein wesentlicher
Bestandteil ihres Lebens.
Nach der unglücklichen Ehe mit Johann Heinrich, Freiherr von Tinti,
ehelichte Christiana Jahre nach der Scheidung Georg
Schönborn-Buchheim, der vor der Enteignung durch die Sowjets riesige
Besitzungen mit fast 2.500 Quadratkilometern Land in der Ukraine
besaß. Fasziniert von der Landschaft und den Menschen hat sie selbst
in schwierigen Sowjetzeiten nie den Kontakt zur Westukraine verloren.
Bis heute sammelt sie Spenden für die Bevölkerung der ehemaligen
Ländereien und fühlt sich auch als Ehrenbürgerin zur Unterstützung
der Bedürftigen verpflichtet.
Ihren Lebensmittelpunkt verlegte die Dame der guten Gesellschaft vor
langer Zeit in den kleinen Ort Schönborn im westlichen Weinviertel,
wo sie im idyllischen Gärtnerhaus des Schlosses residiert und ihre
Gäste empfängt. Wenn sie von ihren Abenteuern in der Ukraine zu
erzählen beginnt und gedanklich in die Zeit von Strauss und Karajan
sowie in die Sommer auf Brioni eintaucht, ersteht ein ganzer Kosmos
längst vergangener Lebensart.
Doch „Christl“ Schönborn ist auch im Heute zu Hause, nimmt regen
Anteil am modernen Leben und umgibt sich gern mit jungen
Künstlerinnen und Künstlern, die zeitweise bei ihr in Schönborn
wohnen. Nicht nur für sie ist Christiana Schönborn-Buchheim eine
faszinierende Persönlichkeit, der man gerne zuhört. Im Filmporträt
von Thomas Macho gibt die letzte Salonière ganz persönliche Einblicke
in ihr abwechslungsreiches Leben und ihren Salon.

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