Grüne/Holub/Johann: „Tote Kühe: Grüne fordern Aufdeckung statt Vertuschung“

Personelle Aufstockung der Amtstierärzte, Abberufung des Landesveterinärs sowie lückenlose Aufklärung des Kadaver-Falls gefordert

Klagenfurt (OTS) - „Aufdeckung statt Vertuschung im Fall der in einem Hüttenberger Stall aufgefundenen toten Kühe“, fordert Grün-Landesrat Rolf Holub angesichts grausamer Bilder von vor ihrem Tod offensichtlich stark abgemagerten, in der Jauche liegenden Rinderkadavern. „Diese Kühe müssen einen schrecklichen Tod gestorben sein. Der von Landesrat Benger resolut bekundete Aufklärungswille darf angezweifelt werden - schließlich handelt es sich bei dem der Tierquälerei beschuldigten Landwirt um den Ehemann einer engen Büromitarbeiterin Bengers. Der Fall wurde auch durch eine anonyme Anzeige ins Rollen gebracht, und nicht durch die von Benger oft als lückenlos dargestellten Kontrollen des Landes.“

„Wenn von der Person, die Anzeige erstattet hat, nicht auch der ORF und die Medien informiert worden wären, wäre dieser Fall von Tierquälerei vermutlich unter den Teppich gekehrt worden“, so der Landtagsabgeordnete Michael Johann. Als Versuch der Vertuschung mute auch die Geschichte eines angeblich tödlichen Stromschlags an, die Landesveterinär Holger Remer der Öffentlichkeit auftischte. „Abgesehen davon, dass ein Stromschlag laut Amtstierarzt Josef Leitner nicht die Todesursache sein dürfte, steht fest, dass Elektroinstallationen jedenfalls so ausgeführt sein müssen, dass sie keine Lebensgefahr für Tier und Mensch  darstellen“, erklärt Johann.

Landesveterinär Holger Remer bagatellisiere den Vorfall, wenn er behaupte, dass hier `nichts Abartiges´ passiert sei. „Es ist nicht normal, dass tote Kühe tagelang in einem Stall herumliegen - schließlich ist jeder Landwirt laut Tierschutzgesetz verpflichtet, seine Tiere im Stall täglich mindestens einmal zu kontrollieren und zu versorgen. Tote Tiere sind bei der Tierkörperentsorgung abzugeben, man darf sie nicht im Stall verwesen lassen. Zu prüfen ist außerdem, ob die Fütterung ausreichend war. Und es stellt sich die Frage, warum nicht auch in den anderen beiden Ställen des Landwirtes sofort Kontrollen erfolgt sind, da es zumindest in einem davon ebenfalls Probleme geben soll. Dem Landwirt wurde die Gelegenheit gegeben, bei diesem zweiten Stall noch rasch die meterhohe Jauche zu entfernen, wobei nach unseren Informationen auch Tierkadaverteile - wie Beine von Jungkälbern - entdeckt worden seien“, berichtet Johann.

Die Grünen fordern einen zweiten Amtstierarzt für jeden Bezirk, damit wirksame Kontrollen solche Vorfälle in Zukunft verhindern können, und die Trennung der veterinärmedizinischen Agenden von den landwirtschaftlichen. Weiters fordern die Grünen die Abberufung des Landesveterinärs, der mit seinen Aussagen die gut und korrekt arbeitende Mehrheit der Kärntner Bauern verhöhnt.

Bei Remer handelt sich um jenen Beamten, der im Frühjahr 2014, als erstmals HCB in Lebensmittelproben gefunden wurde, durch die ungenügende Weitergabe von Informationen dazu beigetragen hat, dass die Quelle und Ursache der HCB-Kontamination erst ein halbes Jahr später aufgedeckt werden konnte.

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