MRT als wichtiger Pfeiler bei der Behandlung von Multipler Sklerose

Wien (OTS) - 27. Februar 2018 (ECR) - Die Rolle der Magnetresonanztomografie bei der Behandlung von Multipler Sklerose (MS) geht weit über den diagnostischen Prozess und die Differentialdiagnose hinaus, wie Experten am European Congress of Radiology (ECR 2018), der von 28.02 bis 04.03 im Wiener Austria Center stattfindet, zeigen werden.

Magnetresonanztomografie kann zur frühzeitigen Diagnose beitragen
Die Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung des Zentralnervensystems (ZNS). Sie zeichnet sich durch lokalisierte Entzündungsherde, Demyelinisierung, axonalen Verlust und Gliose im Gehirn und Rückenmark aus. Obwohl das klinische Erscheinungsbild und der Verlauf der Erkrankung sehr unterschiedlich sind, lassen sich verschiedene Krankheitstypen erkennen, darunter das klinisch isolierte Syndrom, die schubförmig remittierende, die sekundär-progressive und die primär-progressive Multiple Sklerose.

Die Diagnose der MS erfordert objektive, auf das ZNS bezogene Befunde, und oft muss eine breite Differentialdiagnose in Betracht gezogen werden. Es gibt keinen Test, der alleine eine Diagnose der MS zulässt. Doch neben elektrophysiologischen und zerebrospinalen Flüssigkeitsuntersuchungen kann vor allem die MRT zu einer frühzeitigen und präzisen Diagnose beitragen.

Die MRT des Zentralnervensystems kann einige klinische Kriterien unterstützen, ergänzen und sogar ersetzen, wie die McDonald-Kriterien des International Panel on Diagnosis of MS unterstreichen. Die 2001 eingeführten McDonald-Kriterien waren der erste Versuch, standardisierte MRT-Kriterien in den MS-Diagnoseprozess zu integrieren, was zu einer früheren Diagnose der Krankheit mit hoher Spezifität und Sensitivität führte. Sie wurden 2005, 2010 und aktuell 2017 überarbeitet.

Exakte Diagnose als Herausforderung
„Die exakte Diagnose bleibt oft eine Herausforderung. Heute stehen mehr als 12 krankheitsmodifizierende Medikamente zur Verfügung. Diese haben ihre Wirksamkeit bei der Verringerung der klinischen Aktivität, des Schweregrads sowie in einigen Fällen der Progression der Erkrankung unter Beweis gestellt“, so Dr. Àlex Rovira vom Universitätskrankenhaus Vall d‘Hebron in Barcelona, Spanien, Sprecher am ECR 2018.

Das breite Spektrum an therapeutischen Möglichkeiten bietet Chancen, stellt aber auch eine Herausforderung für die Verbesserung des individualisierten Patientenmanagements dar, das eine frühzeitige und genaue Diagnose und eine angemessene Überwachung der Krankheitsentstehung und der Wirksamkeit der Behandlung erfordert. Die Kernspintomographie des Gehirns und des Rückenmarks ist das wertvollste Werkzeug für diese Zwecke und wird heute als unverzichtbar für die Diagnostik angesehen.

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich die MRT zu einem immer wertvolleren Instrument zur Unterstützung der MS-Diagnose entwickelt, und obwohl die Methode nicht zur alleinigen Diagnose eingesetzt werden kann, stimmen die aktuellen Leitlinien überein, dass die MRT die bildgebende Methode der Wahl ist, um MS zu bestätigen und das Fortschreiten der Erkrankung im Gehirn und Rückenmark zu überwachen.

„Gegenwärtig werden große Anstrengungen seitens der Wissenschaft und der öffentlichen Gesundheitssysteme unternommen, um evidenzbasierte Leitlinien zu erstellen, wie die MRT für diese Zwecke eingesetzt werden kann, und um die erforderlichen MRT-Ressourcen bereitzustellen, um sie zu erreichen“, erklärte Rovira. 

Frühes Vorhersagen von Ansprechen auf Behandlungen mittels MRT möglich
Mit der Einführung einer neuen Generation von krankheitsmodifizierenden Medikamenten zur Behandlung von MS spielt die MRT eine immer wichtigere Rolle bei der Überwachung der Behandlung, einschließlich der Beurteilung der Wirksamkeit der Behandlung und der Vorhersage des Ansprechens auf die Behandlung.

„Die frühzeitige Identifizierung suboptimaler Responder für First-Line-Therapien hat eine klare therapeutische Wirkung und ermöglicht einen schnellen Wechsel zu Second-Line-Behandlungen, die sich als effektiver bei der Verringerung der Krankheitsaktivität und -progression erwiesen haben. Sie gehen aber auch mit einem geringeren Sicherheitsprofil und höheren Kosten einher“, so Rovira.

Mehrere Studien haben versucht, Kriterien und Strategien für eine frühzeitige Identifizierung suboptimaler Reaktionen zu liefern, die auf einer Kombination verschiedener klinischer und radiologischer Maßnahmen beruhen, die in den ersten Monaten nach Behandlungsbeginn bewertet wurden.

Diese Kriterien, die zum Teil auf dem Nachweis der Krankheitsaktivität auf seriellen Hirn-MRT-Scans basieren, sind entweder als neue Gadolinium-verstärkende Läsionen oder als neue oder vergrößernde T2-Läsionen definiert. Sie werden ebenso wie wichtige Empfehlungen zur Durchführung und Anwendung der MRT im Überwachungsprozess am ECR 2018 vorgestellt werden. 

Der ECR ist die Jahrestagung der European Society of Radiology (ESR), die mehr als 75.500 Mitglieder weltweit vertritt. Der ECR ist einer der größten medizinischen Kongresse der Welt und zieht mehr als 25.000 Kongressteilnehmer an. Mit 300 Unternehmen auf über 26.000 m² Ausstellungsfläche ist die technische Ausstellung auch eine der größten Europas.

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