• 26.02.2018, 12:52:09
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Tauran, Bartholomaios, KAICIID: Respekt vor anderen bringt Friede

II. High-Level-Konferenz des KAICIID-Dialogzentrums versammelt in Wien katholische, orthodoxe und muslimische religiöse Führungspersönlichkeiten sowie hochrangige Vertreter der Diplomatie der UNO, Österreichs, Spaniens und Saudi-Arabiens - Kardinal Tauran in Botschaft: Friedliche Koexistenz muss auf vier Pfeilern aufgebaut werden: Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit

Utl.: II. High-Level-Konferenz des KAICIID-Dialogzentrums versammelt
in Wien katholische, orthodoxe und muslimische religiöse
Führungspersönlichkeiten sowie hochrangige Vertreter der
Diplomatie der UNO, Österreichs, Spaniens und Saudi-Arabiens -
Kardinal Tauran in Botschaft: Friedliche Koexistenz muss auf
vier Pfeilern aufgebaut werden: Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe
und Freiheit =

Wien (KAP) - Katholische, orthodoxe und muslimische religiöse
Führungspersönlichkeiten sowie hochrangige Vertreter der Diplomatie
der UNO, Österreichs, Spaniens und Saudi-Arabiens haben am
Montagvormittag in Wien die II. High-Level-Konferenz des
KAICIID-Dialogzentrums begonnen. Thema ist "Interreligiöser Dialog
für den Frieden: Die Förderung der friedlichen Koexistenz und der
gemeinsamen Bürgerschaft". Ziele sind die Erstellung eines
gemeinsamen "Aktionsplans" gegen Missbrauch der Religion und zur
Wiederherstellung des gesellschaftlichen Zusammenhalts sowie die
Errichtung neuer regional/nationale "Plattformen der Religionsführer"
in Konfliktstaaten, wie sie bereits in Zentralafrika, Nigeria,
Libanon und Myanmar bestehen - maßgeblich mitinitiiert vom KAICIID.

Der Präsident des Päpstlichen Dialogrates, Kurienkardinal Jean-Louis
Tauran, sandte eine Botschaft, die von seinem Sekretär, Bischof
Miguel Ayuso, verlesen wurde. Tauran stellte die Enzyklika "Pacem in
terris" von Johannes XXIII. und seine Aktualisierung zu ihrem 40.
Jahrestag durch Johannes Paul II. in den Mittelpunkt seiner
Ausführungen. Friedliche Koexistenz sei möglich, und die Kirche werde
nicht müde zu wiederholen, dass sie geboten sei. "Sie muss auf vier
Pfeilern aufgebaut werden - nämlich auf der Wahrheit, der
Gerechtigkeit, der Liebe und der Freiheit", so der Kardinal.

Das orthodoxe Kirchenoberhaupt, der Ökumenische Patriarch
Bartholomaios I., beklagte, dass auch 70 Jahre nach Verabschiedung
der UN-Menschenrechtserklärung zur Religionsfreiheit in 30 Ländern
religiöse Verfolgung weiter auf der Tagesordnung sei. "Einer von
zwölf Christen auf der Welt leidet an einem hohen Grad religiöser
Repression", so Bartholomaios. Das bloße Gewähren von Toleranz sei
nicht ausreichend: "Wer 'toleriert', der achtet den anderen als
geringer als sich selber. Liebe ist mehr als Toleranz. Sie ist
Respekt." Religiöse Gewalt ist laut Bartholomaios demgegenüber
"Ausdruck von morbider Religiosität".

Jugend soll motiviert werden

KAICIID-Generalsekretär Faisal Bin Muammar rief dazu auf, jeden
Versuch energisch zurückzuweisen, Religion für Gewalt zu
missbrauchen. "Unser Ziel ist es, mit den jeweiligen gemäßigten
Mehrheiten gemeinsam besonders die Jugend zu motivieren, andere
ethische oder religiöse Gruppen zu akzeptieren und mit ihnen zu
kooperieren. Ein wichtiges Tool sind dabei die Sozialen Medien."

Der Generalsekretär des Wiener Außenministeriums, Michael Linhart,
sagte, der Dialog mit den religiösen Kräften bekomme in der Politik
einen immer größeren Stellenwert. Die Republik Österreich wisse es zu
schätzen, dass dass KAICIID dabei entscheidende Impulse gebe. Das
Zentrum bemühe sich, Friede, Versöhnung und und Respekt zu fördern.

Linhart verwies auch auf den in Österreich institutionalisierten
Dialog mit den 16 anerkannten Religionsgemeinschaften. Vom
Außenministerium initiiert worden sei auf EU-Ebene die "Vienna
Group", deren Fokus auf Menschenrechten und Religonsdialog liege.

Nahost-Religionsplattform

Bei der Konferenz wolle die 23 hochrangigen Religionsführer eine
Plattform für den Dialog zwischen den Religionen gründen, die in die
gesamte Nahost-Region wirken soll. Gründungsmitglieder der Plattform
sind u.a. Sheikh Shawki Ibrahim Allam und Sheikh Abdullatif Derian
(Großmuftis Ägyptens und des Libanon), Kardinal Bechara Boutros Rai
(Patriarch der maronitischen Kirche), Tawfeeq bin Abdul Aziz Al
Sediry (Vize-Minister für Islamische Angelegenheiten Saudi-Arabiens),
Tawadros II (Papst-Patriarch der Koptischen Orthodoxen Kirche),
Sheikh Muhammad Hussein (Großmufti von Jerusalem und Palästina),
Patriarch Yohanna Yazigi (griechisch-orthodoxer Patriarch von
Antiocha), Sheikh al-Aql Naim Hassan (Oberhaupt der Gemeinschaft der
Drusen im Libanon) und Andrea Zaki (Oberhaupt der Protestanten in
Ägypten).

((ende)) FAM/GPU
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