• 22.02.2018, 14:42:34
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Staatsdiener der Res Publica: Bernhard Denscher erhielt Großes Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien

Wien (OTS) - Bürgermeister Michael Häupl und Kulturstadtrat Andreas
Mailath-Pokorny überreichten heute, Mittwoch, im Wiener Rathaus
Bernhard Denscher, Obersenatsrat i. R., das Große Silberne
Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Bernhard Denscher hat
40 Jahre dem Magistrat gedient, 25 Jahre davon als Leiter der
Kulturabteilung (MA 7).

Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Verwaltung ließen es sich
nicht nehmen, bei dieser besonderen Feierstunde dabei zu sein,
darunter Vzbgm. A. D. Sepp Rieder, Ehrenbürger der Stadt Wien, BM a.
D. Hilde Hawlicek, Bürgerin der Stadt Wien, Abg. NR Wolfgang Zinggl,
StR Michael Ludwig, StR Ursula Schweiger-Stenzel, Magistratsdirektor
Erich Hechtner, Sylvia Mattl-Wurm, Direktorin Wienbibliothek, die
Gemeinderäte Ernst Woller und Fritz Aichinger sowie OSR i. R. Kurt
Scholz, Vorsitzender des Zukunftsfonds der Republik Österreich.
Auch aus dem Kulturbereich stellten sich zahlreiche GratulantInnen
ein, u. a. Muqua-Chef Christian Strasser, Marijana Stoisits, Vienna
Film Commission, Prof.in Lotte Tobisch, Eva Rotter, kfm. GF Viennale,
KÖR-GF Martina Taig, Walter Famler von der Alten Schmiede, Peter
Bogner, Direktor Kiesler-Stiftung und Kunstexperte Tobias Natter.
Ebenso sind aktive und ehemalige MitarbeiterInnen der Kulturabteilung
der Einladung ins Rathaus gefolgt.

„Bernhard Denscher ist das Idealbild eines Beamten, ein
Staatsdiener der Res Publica. Er ist fachkundig, korrekt und
unbestechlich. Und das wichtigste: Er hat Empathie für die
Kulturschaffenden und begegnet ihnen auf Augenhöhe“, betont Wiens
Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny. „Wenn Wien heute eine
zeitgenössische Kulturstadt internationalen Ranges ist, dann hat das
auch viel mit der Kulturförderung zu tun, mit der Betreuung,
Abwicklung und Auseinandersetzung damit.“

„Bernhard Denscher ist der Typus eines integren Beamten. Wenn es
mehr solche gäbe, wäre Wien besser dran“, unterstrich auch Peter
Marboe, StR a. D. und Intendant des Mozartjahres im Rahmen seiner
Laudatio. „Integration und Kompetenz war die Basis unserer
Zusammenarbeit. Er war ein stiller Rebell im Spannungsfeld zwischen
Politik und Verwaltung, der auch Grenzen und rote Linien gezogen
hat.“

„Kunst ist eine wesentliche Komponente im menschlichen Leben, eine
unverzichtbare Triebfeder“, hob Bernhard Denscher hervor. Die
Tätigkeit der Kulturförderung sei eine sinnvolle. Er war und sei
immer wieder glücklich über das enorme kreative Potenzial in der
Stadt.

Zwt.: Biographie Bernhard Denscher

Bernhard Denscher wurde 1954 in Wien geboren und wuchs als Sohn
des späteren Kulturamtsleiters Richard Denscher in dieser Stadt auf.
Nach der Matura im Jahr 1972 studierte er Geschichte und Germanistik
an der Universität Wien. 1976 absolvierte er die Lehramtsprüfung für
höhere Schulen in den Fächern Deutsch und Geschichte, 1977 erfolgte
die Sponsion zum Mag. phil., 1981 die Promotion zum Dr. phil. mit der
Dissertation „Wahlkämpfe in der Ersten Republik“.

Ab 1979 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Wiener
Stadt-und Landesbibliothek (der heutigen Wienbibliothek im Rathaus)
tätig, wo er als Kurator mehrerer Ausstellungen mit dem
Schwerpunktmedium Plakat fungierte. 1989 avancierte er zum
Stellvertretenden Direktor und Leiter der Druckschriftensammlung der
Bibliothek.

Im April 1991 wurde Denscher als damals jüngster Abteilungsleiter
zum Leiter der Kulturabteilung (MA 7) der Stadt Wien bestellt und
blieb dies bis zu seiner Pensionierung Ende Mai 2016. In seiner Ära
wurde unter anderem das „Museum auf Abruf“ (heute: MUSA – Museum
Startgalerie Artothek) zur Aufarbeitung und zeitgemäßen Präsentation
der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Stadt Wien eröffnet.
Gemeinsam mit den Städten Paris und Berlin wurde 2005 der
internationale „Monat der Fotografie“ begründet. In die Amtszeit des
Historikers fallen auch zahlreiche Aktivitäten zur kulturellen
Annäherung zwischen Wien und Städten der ehemaligen Ostblockstaaten
sowie die Installierung eines eigenen Referates für Interkulturalität
und Auslandskultur. Seit der Beendigung seiner Tätigkeit bei der
Stadt Wien wirkt er als freier Publizist.

Im Rahmen seiner Tätigkeit als Leiter der Kulturabteilung der
Stadt Wien nahm Denscher auch die Eigentümervertretung bei den Wiener
Festwochen, der Kunsthalle Wien, dem Schauspielhaus, dem
Tanzquartier, der Vienna Film Commission und der Kunst im
öffentlichen Raum GesmbH wahr und war von 1997 bis 2016
Vizevorsitzender der Privatstiftung des Arnold-Schönberg-Centers,
dessen Gründung ebenfalls in seine Amtszeit fällt. 1996 fungierte er
als Vertreter Österreichs bei dem Europaratsprojekt „Culture and
Neighbourhood“.

Bernhard Denscher war Gestalter und Mitarbeiter vieler
Ausstellungen und brachte zahlreiche Bücher, zum Teil als
Begleitbände zu den Ausstellungen, heraus. Sein besonderes Interesse
galt und gilt dabei der österreichischen Zeit- und Kulturgeschichte.
Seit 2010 ist Denscher Herausgeber des Online-Magazins „Austrian
Posters“ (www.austrianposters.at). Auf dieser Website hat er bislang
über 300 Beiträge zu den Forschungsbereichen Geschichte des
Grafikdesigns und Visual History veröffentlicht. 2014 erschien unter
dem Titel „www.austrianposters.at“ auch ein Buch zur Plakat-Website.

Im Mai 2010 wurde Denscher zum Obersenatsrat ernannt. Im Oktober
2017 verlieh das Deutsche Plakat Museum dem Historiker den Preis für
Plakatpublizistik.

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