• 22.02.2018, 10:56:47
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Zehn Wiener Betriebe im Rennen um den Umweltpreis 2018

Wien (OTS) - Vorzeigeprojekte in Sachen Nachhaltigkeit werden auch in
diesem Jahr mit dem Umweltpreis der Stadt Wien im Rahmen von
OekoBusiness Wien ausgezeichnet. „Umweltschutz und Wiener
Unternehmertum gehören mittlerweile eng zusammen. Das beweisen die
zahlreichen innovativen Projekte, die heuer wieder quer durch alle
Branchen eingereicht wurden“, erklärt Umweltstadträtin Ulli Sima.
„Ich freue mich damit am 21. März jene Unternehmen vor den Vorhang zu
holen, die beweisen, dass Umweltschutz auch wirtschaftlich Sinn macht
und daher aus einer Unternehmensstrategie gar nicht mehr wegzudenken
ist.“ Wer den ‚Umweltpreis 2018‘ tatsächlich mit nachhause nehmen
kann, wird erst auf der Umweltpreis-Gala bekanntgegeben.

Seit mehr als einem Jahrzehnt vergibt die Stadt Wien gemeinsam mit
ihrem Umweltserviceprogramm OekoBusiness Wien den Umweltpreis an
besonders nachhaltige Betriebe. Der Kreativität sind dabei keine
Grenzen gesetzt und so reichen die bisher ausgezeichneten Projekte
von Regenwassermanagement-Konzepten über selbststerilisierende
Babyflaschen bis hin zu sportlichen Nachhaltigkeitsagenden und
intelligenten Küchenkonzepten. Auch in diesem Jahr ist das Spektrum
wieder besonders groß: „Ich gratuliere allen Nominierten, dass sie
mit ihrem Projekt beweisen, wie wertvoll eine nachhaltige Agenda für
den Unternehmenserfolg sein kann. Sie alle sind Vorbilder für andere
Betriebe – auch über die Landesgrenzen hinaus“, so Sima.

Die zehn Nominierten und ihre Projekte (in alphabetischer
Reihenfolge)

BauKarussell – Social Urban Mining

BauKarussell ist das erste österreichische Pilotprojekt für Re-Use
im großmaßstäblichen Baubereich. In Zusammenarbeit mit Bauträgern und
Projektentwicklern werden Komponenten, die beim Neubau
wiederverwertet werden können ausgebaut, bevor ein Gebäude abgerissen
wird. Dabei werden Arbeitskräfte aus sozialökonomischen Unternehmen
eingesetzt, die damit Qualifizierung, Jobtraining und bessere Chancen
auf dem Arbeitsmarkt erhalten – eine Win-Win Situation für Mensch und
Umwelt.

Als ersten Erfolg konnte das BauKarussell den Rückbau des
Coca-Cola-Werkes am Wienerberg verbuchen, mit dem nicht nur 450.000
kg Abfall vermieden, sondern auch 100.000 Euro Umsatz generiert
werden konnte.

Bernhard AV GmbH

Die Bernhard AV GmbH ist weltweit der erste EMAS zertifizierte und
CO2-neutrale Anbieter von Kongress- und Konferenztechnik. Damit hat
Wien, als internationale Kongressstadt, einen idealen
Technikausstatter für jede Art von Event direkt vor Ort, bei dem auch
Klimaschutz und Nachhaltigkeit nicht zu kurz kommen. Das Unternehmen
setzt Umweltschwerpunkte nach innen und außen, unterstützt Green
Meetings und Events als Technikausstatter und wirkt darüber hinaus
als Multiplikator und Kommunikator. Bernhard AV ist Partner der
„Erdgespräche“, „Best of Austria“ (Initiative des Umweltministeriums)
und EMAS Preisträger 2016.

Die Fairmittlerei

Die Fairmittlerei ist eine Drehscheibe zwischen Industrie und
Handel einerseits und NGOs andererseits. Sie vermittelt einwandfrei
gebrauchsfähige, aber nicht verkaufsfähige Non-Food-Produkte wie
Putz- und Reinigungsmittel, Hygiene- und Büroartikel sowie Werkzeug
und Möbel an gemeinnützige Organisationen. Daraus entsteht sozialer
und ökologischer Mehrwert. 2017 vermittelte die Fairmittlerei in Wien
4 Tonnen Sachspenden, wodurch sich NGOs 20.000 Euro ersparten.

gartenernte.at

gartenernte.at ist der erste Online-Marktplatz für ganz Österreich
zum Kaufen, Verkaufen oder Verschenken von regionalem Obst und Gemüse
sowie Pflanzen und Samen aus der unmittelbaren Nachbarschaft vom
privaten Hobbygärtner bis zum kleinen Biobauern nebenan! Die
Hauptziele sind die Förderung des bewussten und nachhaltigen Umgangs
mit regionalen Lebensmitteln, das Verkaufen oder Verschenken der
eigenen Überproduktion sowie die kurzen Transportwege zum
Produzenten/Verkäufer aus der Nachbarschaft.

Gartenernte ist seit 2015 online und kooperiert u. a. mit
Unverschwendet, der City Farm, der Gemeinde Mödling und karitativen
Einrichtungen. ProduzentInnen und KonsumentInnen treten dabei auch
direkt in Kontakt was wiederum das Entstehen lokaler
Nachbarschafts-netzwerke fördert.

GMS Gourmet GmbH

Als kostenloses Angebot in Partnerschulen bietet Gourmet seit 2010
gemeinsam mit Ernährungswissenschaftlern und einem Koch die
Kinderkochwerkstatt an, an der bisher rund 7500 Kinder teilgenommen
haben. Dabei kommen insbesondere Kriterien des WWF zur Anwendung:
weniger Fleisch, hoher Bioanteil, saisonales und regionales Angebot.

In der Kinderkochwerkstatt werden Begriffe er- sowie über den
speziell hohen Fleischkonsum in Österreich aufgeklärt. Spielerisch
wird nähergebracht, wie der ökologische Fußabdruck gering bleibt, was
verschiedene Gütesiegel bedeuten und welche Lebensmittel wann
regional angeboten werden. Im Hauptteil wird gemeinsam gekocht und
anschießend gegessen. Was übrig bleibt, darf im Sinne der Vermeidung
von Lebensmittelabfällen mitgenommen werden.

OeAD Wohnraumverwaltungs GmbH und home4students

Die OeAD-Wohnraumverwaltungs GmbH ist ein
Dienstleistungsunternehmen, das sich als gemeinnützige
Serviceorganisation im Bereich der internationalen Bildungs-,
Wissenschafts- und Forschungskooperation in Österreich versteht. Mit
dem Projekt „PopUp dorms“ wird gemeinsam mit der Österreichischen
Studentenförderungsstiftung home4students temporärer, kostengünstiger
Wohnraum für Studierende geschaffen. Auf Grundstücken der Stadt, die
frühestens in 5 Jahren bebaut werden, entstand im Herbst 2015 ein
ökologisches Wohnangebot für Studierende aus Holzcontainern in der
Seestadt Aspern. Diese können ab- und wieder aufgebaut werden, wenn
das Grundstück einer langfristigen Nutzung zugeführt wird. Mit den
„PopUp dorms“ in Wien wurde zudem in Rekordzeit erstmals ein
Passivhaus mit 12 Prozent geringeren Baukosten als den ortsüblichen
Baukosten für sozial geförderten Wohnbau errichtet.

RCE

RCE steht für Regional Centre of Expertise zur Bildung für
nachhaltige Entwicklung Wien und bietet die „Sustainability
Challenge“ als interdisziplinäres Angebot zwischen WU, Uni Wien, TU
und BOKU an. In der zweisemestrigen Lehrveranstaltung geht es um die
Herausforderung der nachhaltigen Stadtentwicklung mit praktischem
Schwerpunkt Wien und die Umsetzung der Sustainable Development Goals.
Der theoretische Teil des Angebots wird mit einer praktischen
Aufgabenstellung in Form eines Service-Learning- oder
Start-up-Projekts und damit mit Problemstellungen in der lokalen
Gesellschaft bzw. lokalem Unternehmertum verknüpft. Seit 2009 haben
rund 550 Studierende an der Sustainability Challenge teilgenommen und
fast 100 Projekte entwickelt.

Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z.

Seit zwei Jahren bietet das Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z
die Produkt-Dienstleistung „Saubere Wäsche“ unter dem Motto „Nutzen
statt besitzen“ an. Es handelt sich dabei um eine alltags- und
praxistaugliche Umsetzung des Shared Economy-Konzeptes: Das R.U.S.Z.
vermietet langlebige, reparaturfreundliche Waschmaschinen inklusive
Service. Dabei wird auf die Expertise im Reparaturbereich ebenso wie
auf soziale Kompetenzen als Beschäftigungsstätte von
Langzeitarbeitslosen bzw. Ausbildungsstätte für Jugendliche
zurückgegriffen. Hintergrund: Elektroaltgeräte sind mit einer
Vervierfachung in den letzten 30 Jahren der am schnellsten wachsende
Abfallstrom in der EU.

Wiener Wohnen

Die Wiener Gemeindebauten erstrecken sich nicht nur über insgesamt
13 Quadratkilometer und beherbergen rund 500.000 MieterInnen, sie
sind auch Habitat für geschützte und seltene Tier- und Pflanzenarten.
Dem wird auf Initiative des Dezernats für Gartentechnik seit 1985
Rechnung getragen: Keinerlei Pestizide seit 1985, naturnahe
gärtnerische Pflege, naturschutzrechtliche Ersatzmaßnahmen und neue
Lebensraumschaffung für Gebäudebrüter,
Artenschutz-/Vegetationstechnische-Schulungen für MitarbeiterInnen
der Bausanierung sowie Beachtung von Themen wie Lichtverschmutzung
oder Vogelschlag an Glasflächen. Die zahlreichen Initiativen und
Maßnahmen haben aufgrund der von Wiener Wohnen betreuten Flächen und
Gebäuden quantitativ enormen Impact und sind für Natur-und
Umweltschutz in Wien entsprechend bedeutsam.

Wohnservice Wien

Die lange Tradition von Gärten im Wiener Gemeindebau zum Anbau von
Obst und Gemüse wurde 2011 als temporär geplantes Projekt
revitalisiert. Dabei wurden über 300 mobile Beete aufgestellt: als
sozialer Treffpunkt, als Naturraum für Jung und Alt und als
Minigärten zum Pflegen und Ernten werden diese von 1.000
BewohnerInnen genutzt. War das Gärtnern in der Zwischen- und
Nachkriegszeit tatsächlich eine wichtige Versorgungsquelle für die
BewohnerInnen, steht heute der soziale Aspekt klar im Vordergrund.

Der Umweltpreis der Stadt Wien

Der Umweltpreis zeichnet das Engagement der besten Wiener Betriebe
aus und dient als Anreiz und Inspirationsquelle für Unternehmen, die
sich bisher noch wenig mit dem Thema des betrieblichen Umweltschutzes
auseinandergesetzt haben. Die Siegerprojekte werden von einer
unabhängigen Jury, dem Beirat von OekoBusiness Wien, ermittelt.
Entscheidend sind dabei Umweltrelevanz, Innovationsgrad und
Zukunftsfähigkeit, aber auch soziale und gesellschaftliche Aspekte
der eingereichten Maßnahmen und Vorhaben.

Die ausgezeichneten Unternehmen erhalten eine speziell für diesen
Wettbewerb entworfene Trophäe, sowie eine Urkunde. Preisträgerinnen
und Preisträger, die für ihre Umweltprojekte in der Planungsphase
noch keine Beratung im Rahmen von OekoBusiness Wien in Anspruch
genommen haben, gewinnen mit dem Umweltpreis zusätzlich
professionelle Unterstützung durch geprüfte Umweltberaterinnen und
Umweltberater.

Die Veranstaltung zur Verleihung der Umweltpreise 2018 ist ein
ÖkoEvent, ein Prädikat der Stadt Wien für umweltfreundliche Maßnahmen
bei Veranstaltungen. Nähere Informationen: www.oekoevent.at

Sparen nach Plan – mit OekoBusiness Wien

OekoBusiness Wien ist das Umwelt-Service-Paket der Stadt Wien für
Wiener Unternehmen. 1998 von der Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22
ins Leben gerufen, unterstützt OekoBusiness Wien Unternehmen bei der
Umsetzung von umweltrelevanten Maßnahmen und trägt dazu bei,
Betriebskosten zu senken. Gemeinsam mit erfahrenen UmweltberaterInnen
werden Einsparpotenziale identifiziert, um Schritt für Schritt den
Energiebedarf, das Abfallaufkommen oder den Ressourceneinsatz zu
reduzieren.

OekoBusiness Wien leistet einen wesentlichen Beitrag zum Wiener
Klimaschutzprogramm (KliP) und zum Städtischen
Energieeffizienzprogramm (SEP), wo es als Schnittstelle zu den
Betrieben verankert ist. Gefördert wird das Programm aus den Mitteln
des Ökostromfonds für Wien, der Wirtschaftskammer Wien und der
Umweltförderung Inland des Lebensministeriums. Unterstützt wird das
Programm außerdem von der Arbeiterkammer Wien (AK Wien), dem
Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB), der Wirtschaftsagentur
Wien, der Magistratsabteilung für technische Gewerbeangelegenheiten
(MA 36) und den Magistratischen Bezirksämtern (Gewerbebehörde).

Weitere Informationen sowie alle teilnehmenden Betriebe finden Sie
auf: www.oekobusiness.wien.at und
http://unternehmen.oekobusiness.wien.at

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