- 22.02.2018, 10:10:31
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AK Bankenmonitor zeigt AK-Erfolg: Mahnspesen durch Klagen großteils deutlich gesenkt!
Aber einzelne Banken bei sonstigen Dienstleistungen mit teilweise kräftigen Spesenerhöhungen
Bei den Mahnspesen von Krediten gibt es eine gute Nachricht: Nach Klagen der AK mussten die Banken die Mahnspesen angleichen – sie sind nun in vielen Fällen günstiger. „Wir haben erreicht, dass gestaffelte Mahnspesen – wie sie gang und gäbe waren – unzulässig sind“, sagt AK Konsumentenschützer Christian Prantner. Die schlechte Nachricht: Einige Banken haben ihre Spesen bei Krediten, im Zahlungsverkehr & Co verteuert, teils kräftig. Das zeigt eine aktuelle AK Spesen-Erhebung bei zwölf Banken in Wien.
Die AK hat 53 Preise und Entgelte bei Krediten, Wertpapieren, beim Sparen und Zahlungsverkehr zwischen November 2016 und November 2017 bei zwölf Banken in Wien unter die Lupe genommen. Acht der zwölf Banken haben ihre Spesen – häufig auf dem Niveau der Inflationsrate – angehoben.
Positives Ergebnis: Mehrere von der AK erstrittene Urteile in den vergangenen Monaten zeigten: Gestaffelte Mahnspesen bei Krediten sind rechtswidrig. „Der Großteil der Banken stellte die Mahnkosten um“, sagt Prantner. Unterm Strich sind die Mahnungen jetzt billiger und kosten fast überall gleich viel. Auch wenn so manche Bank die Spesen fürs erste Mahnschreiben erhöht hat, hat sie sie für die anderen zwei auf diesen Wert angeglichen, also meist gesenkt. Nur ein Beispiel: ING-DiBa verdoppelte die Gebühr für die erste Mahnung auf zehn Euro – im Gegenzug wurde das Entgelt für das dritte Mahnschreiben um ein Drittel gesenkt (von 15 auf zehn Euro). Im Schnitt betragen die Mahnkosten für Verbraucherkredite bei den getesteten Banken nun 20 Euro. Rechtlich problematisch ist, dass die Hypo NÖ und Volksbank Wien für ihre Mahnungen noch unterschiedliche Kosten je nach Mahnstufe vorsehen. „Die Verrechnungspraxis dieser Banken werden wir unter die Lupe nehmen“, kündigt Prantner an. Drei (Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, Erste Bank und bankdirekt.at) liefern keine Angaben über ihre Mahnkosten in ihren Preisaushängen – die Mahnspesen werden „einzelfallbezogen“ verrechnet, erklärte etwa die Erste Bank auf Nachfrage.
Negativ fiel beim AK-Bankenmonitoring auf: Einzelne Banken haben teils kräftig an der Gebührenschraube gedreht. Die Bank Austria und die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien nahmen je 19 Verteuerungen vor. Im Durchschnitt hob die Bank Austria ihre Spesen um 2,41 Prozent, die Raiffeisen um 4,76 Prozent an. Die bankdirekt.at erhöhte zwar auch zwölf ihrer Entgelte – jedoch in einem geringeren Ausmaß (im Schnitt um 1,28 Prozent).
„Der Bankenmonitor zeigt einzelne teils empfindliche Preisausreißer“, betont Prantner. Die Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien verlangt nun für den Depot-Übertrag inländischer Wertpapiere um zwei Drittel (von 20 auf 33,33 Euro) mehr. Die Gebühr für eine Ratenstundung stieg um fast 43 Prozent auf 100 Euro.
Vier Banken – Bank Austria, Erste Bank, BAWAG P.S.K. und Raiffeisen – erhöhten die Gebühren für Bareinzahlungen auf fremde Konten (Zahlscheinzahlungen) um bis zu knapp 28 Prozent. Am teuersten ist die Zahlscheingebühr mit sieben Euro (+ 7,69 Prozent) nun bei der Bank Austria. Die Erste Bank hat die stärkste prozentuelle Erhöhung (+ 27,66 Prozent auf sechs Euro) – wenngleich das die einzige Preissteigerung hier war. Die AK kritisiert, dass hohe Spesen bei Kreditstundungen jene Kreditnehmer belasten, die sowieso schon finanziell angeschlagen sind. Zudem bestrafen hohe Spesen bei Buchungen am Bankschalter etwa ältere Menschen oder jene, die nicht alles in Selbstbedienung oder Internet-Banking – was ebenfalls nicht immer kostenlos ist – erledigen wollen oder können.
SERVICE: Den AK Bankenmonitor finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at
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