Warnstreiks – Sozialwirtschaft Österreich drängt auf Rückkehr auf Verhandlungstisch und raschen Lohnabschluss

„Unsere Hand ist ausgestreckt“ – Bei Lohnerhöhung „an finanzielle Grenzen gegangen“ – 35-Stunden-Woche nicht machbar

Wien (OTS) - Die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ), in der die größten privaten, meist gemeinnützigen Träger aus dem Sozial- und Pflegebereich organisiert sind, drängt auf weitere Verhandlungen und einen raschen Lohnabschluss für die 100.000 Beschäftigten der Branche. „Wir wollen eine Lösung am Verhandlungstisch nicht auf der Straße. Unsere Hand ist ausgestreckt“, so Walter Marschitz, Geschäftsführer der SWÖ in Richtung Gewerkschaft. Vor allem in Sachen Lohnerhöhung sei man schon sehr weit gekommen, glaubt der SWÖ-Geschäftsführer. Große Probleme sieht er hingegen bei der geforderten Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden pro Woche.

Die Arbeitgeber haben unter anderem eine Lohnerhöhung von 2,45 Prozent sowie durchschnittlich 4,35 Prozent mehr im Jahr für diplomierte Pflegekräfte geboten. „Wir haben Verständnis für die Forderungen der Pflegekräfte. Auch wir wollen gute Arbeitsbedingungen und angemessene Entlohnung in Sozial- und Pflegeberufen. Mit unserem Angebot sind wir darum bis an unsere finanziellen Grenzen gegangen. Wir sind von der öffentlichen Hand abhängig. Kommt von dort nicht mehr Geld, können wir auch nicht mehr an die Arbeitnehmer weitergeben. Sonst sind manche Organisationen existenziell gefährdet, dann stehen wir in ein paar Monaten vor einem Pflegekollaps“, so Marschitz.  

Eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden in der Woche sei „aus heutiger Sicht nicht machbar“, so Marschitz, „nicht finanziell und auch nicht personell“. Man leide schon jetzt unter Personalmangel. Der Wegfall des Pflegeregresses werde diese Situation noch verschärfen. „Mehr Menschen werden Pflege in Anspruch nehmen. Wir werden mehr Personal brauchen, nicht weniger“, so der SWÖ-Geschäftsführer. „Dass gerade im Sozial- und Pflegebereich der Probebetrieb für die 35-Stunden-Woche starten soll, halte ich für verfehlt. Uns nimmt kein Roboter die Arbeit ab, wie in einer Auto-Fabrik oder einem anderen Industriebetrieb. Menschen betreuen Menschen.“

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