Kolba: Liberalisierung von Cannabis in der Medizin

Cannabis lindert chronische Schmerzerkrankungen

Wien (OTS) -  Aus einer Studie der amerikanischen Akademie der Wissenschaften aus 2017 geht hervor, dass Cannabis bei Multipler Sklerose, bei Übelkeit und Appetitverlust bei Chemotherapien und vor allem bei neuropathischen Schmerzen hilft. Zu anderen Heilwirkungen liegen nur Einzelfälle, aber noch keine klinischen Studien vor.  

Cannabis ist in der UN-Drogenkonvention aus 1961 als genauso gefährlich wie Heroin oder Kokain eingestuft. Diese Einstufung entspricht lange nicht der Realität und so wird die WHO im Juni 2018 erneut beraten, ob Cannabis nicht besonders geregelt werden könnte. 

In Deutschland wurde durch einstimmigen Beschluss im Jahr 2017 Cannabis in der Medizin liberalisiert. Über ärztliche Verordnung können Patienten über Apotheken auch Blüten der Pflanze beziehen. 

In Österreich ist der Besitz von Cannabisblüten kriminalisiert. Legal kann man verschiedene Tropfen mit THC (Dronabinol, Savitex, Nabilon) und/oder CBD kaufen. Voraussetzung: Vorliegen eines Suchtgiftrezeptes. Doch diese Zubereitungen sind sehr teuer; eine Monatsration kann gut 800 Euro kosten. 

“Die Zugänglichkeit zu Cannabismedizin ist durch die hohen Preise eingeschränkt. Zwar übernimmt in manchen Fällen die Krankenkasse die Kosten, doch das ist regional und von Chefarzt zu Chefarzt unterschiedlich. Daher brauchen wir eine rasche Liberalisierung des Einsatzes von Blüten. Auf ärztliches Rezept und über Apotheken abgegeben”, fordert Peter Kolba, Gesundheitssprecher der Liste Pilz, der selbst an einer chronischen Schmerzerkrankung leidet (PNP) und daher weß, wovon er spricht. “Wir sind es hunderttausenden Schmerzpatienten schuldig, rasch eine leistbare Behandlung mit Cannabis zu ermöglichen.” 

Viele Schmerzpatienten sind bereits betagt. Immer wieder hört man: “Wozu schützt mich der Staat  auf meine alten Tage  vor der angeblichen Sucht auf Cannabis, wenn ich dadurch meinen letzten Lebensabschnitt mit weniger Schmerzen erleben kann?” 

“Ich sehe hier keine ideologisch festgefahrene Position und hoffe, die Regierungsparteien auf einer Enquete im Juni 2018 von einer raschen Reform überzeugen zu können”, kündigt Kolba Aktivitäten der Liste Pilz an. “Schmerzreduktion ohne besondere Nebenwirkungen muss zugelassen werden.” 

Service: Erfahrungen mit dem Thema können über www.buergerrechte.online  mitgeteit  werden.

 

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Liste Peter Pilz im Parlament
Eva Kellermann
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