- 01.02.2018, 11:42:03
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Bewegendes Filmporträt „Erik(a) – der Mann, der Weltmeisterin wurde“ im „dokFilm“ am 4. Februar
Erik Schinegger heute in „Stöckl.“
Utl.: Erik Schinegger heute in „Stöckl.“ =
Wien (OTS) - Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte und ein
faszinierendes Kapitel rot-weiß-roter Sportgeschichte: Am Sonntag,
dem 4. Februar 2018, beleuchtet der „dokFilm“ um 23.05 Uhr in ORF 2
im einfühlsamen Filmporträt „Erik(a) – der Mann, der Weltmeisterin
wurde“ von Kurt Mayer eine wohl einzigartige Sportkarriere. 1966
jubelte ganz Österreich, als das 18-jährige Bauernmädchen Erika
Schinegger im fernen Chile den Weltmeistertitel in der Abfahrt holte.
Was damals nur Schinegger irgendwie ahnte, erwies sich kurz darauf
als Tatsache und schockte die Sportwelt: Das Naturtalent aus einem
kleinen Dorf in Kärnten war in Wirklichkeit ein junger Mann, dessen
Geschlechtsorgane in den Kinder- und Jugendjahren noch nicht
eindeutig ausgeprägt waren. Als das Internationale Olympische Komitee
Geschlechtskontrollen einführte, brach für Schinegger die Welt
zusammen. In einem Akt auch heute noch unglaublich anmutender Courage
ließ Schinegger sein Geschlecht operativ „richtigstellen“, wie er es
nennt, und begann im Alter von 20 Jahren neu: als Erik.
Erik fuhr weiterhin Skirennen, ehe er (die ehemalige Weltmeisterin)
vom Österreichischen Skiverband mit der Begründung, der Medienrummel
sei zu groß, fallen gelassen wurde. Heute spricht Erik Schinegger,
ein höchst erfolgreicher Skischulbesitzer und Gastronom, offen von
seinen Erlebnissen – zu einer Zeit, als Intersexualität noch
weitgehend unbekannt war und Geschlechtsumwandlungen von der
Gesellschaft sehr skeptisch beäugt und von der Politik so gut wie gar
nicht wahrgenommen wurden. Auch in heutigen Interviews merkt man den
ehemaligen Skifunktionären, dem damaligen Teamarzt und Journalisten,
die im Film zu Wort kommen, ihre einstige Überforderung an. Einige
sprechen diese auch selbst an und erzählen von den früheren
gesellschaftlichen Umständen. Auch die Frauen in Schineggers Leben
berichten über ihre Wahrnehmungen: Schineggers Mutter, seine Ex- und
seine Ehefrau sowie seine Tochter sprechen über den Wandel von Erika
zu Erik. Jugendfreundinnen erinnern sich an die gemeinsamen Tage der
Kindheit und der Pubertät, und es kommt zu höchst emotionalen
Begegnungen mit früheren Teamkolleginnen, die Jahrzehnte später immer
noch erstaunt sind, dass aus einer Frau ein Mann wurde.
„Erik(a) – der Mann, der Weltmeisterin wurde“ zeichnet das
vielseitige Bild eines außergewöhnlichen Menschen mit allen Höhen und
Tiefen, der sein Schicksal auf eine Weise in die Hand genommen hat,
die Respekt und Bewunderung abverlangt. Erik Schinegger und seine
Geschichte bieten ein frühes Positivbeispiel für den Umgang mit
nicht-binären Geschlechtsidentitäten.
Heute, am 1. Februar, um 23.00 Uhr in ORF 2 ist Erik Schinegger zu
Gast im Nighttalk „Stöckl.“ Im Gespräch mit Barbara Stöckl blickt der
mittlerweile dreifache Großvater auf sein turbulentes und nicht
gerade einfaches Leben zurück und erzählt, warum die Teilnahme an der
ORF-Show „Dancing Stars“ 2014 zu seinen schönsten Erlebnissen zählt.
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