Demenzfreundliche Lebenswelten ermöglichen ein gutes Leben mit Demenz

Der Fonds Gesundes Österreich fördert Projekte, damit Betroffene möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung leben können und in der Gesellschaft integriert bleiben.

Von Demenz betroffene Menschen sollen möglichst lange im öffentlichen und sozialen Leben integriert bleiben und daran teilhaben können. Die Gesundheitsförderung ist ein bewährter Ansatz, da sie an den Lebenswelten der Menschen ansetzt und unterschiedliche Politikbereiche und gesellschaftliche Gruppen bei der Umsetzung miteinbezieht. Damit kann es gelingen, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass ein gutes Leben mit Demenz möglich ist
Dr. Klaus Ropin, Leiter des Fonds Gesundes Österreich
Wir informieren Sie gerne über die Fördermöglichkeiten des FGÖ, damit Sie unsere Unterstützung nutzen können, um demenzfreundliche Lebenswelten zu schaffen
Dr. Klaus Ropin, Leiter des Fonds Gesundes Österreich

Wien (OTS) - Die Lebenserwartung stieg in den letzten Jahrzehnten stetig und wird weiter steigen. Die Statistik Austria prognostiziert bis 2080 im Vergleich zu 2016 bei Männern einen Anstieg von 79,1  auf 89,2 Jahre (+ 10,1); bei Frauen wird im gleichen Zeitraum ein Anstieg von 84  auf 92,3 Jahre erwartet (+ 8,3). Diese Entwicklung führt gleichzeitig dazu, dass altersbedingte Erkrankungen zunehmen. Aktuellen Zahlen zufolge leben in Österreich derzeit etwa 115.000 Menschen, die an einer Form von Demenz erkrankt sind. Laut Prognosen wird sich diese Zahl bis 2050 mehr als verdoppeln. Die Weltgesundheitsorganisation WHO betont, dass aufgrund dieser Zunahme dringender Handlungsbedarf besteht – und zwar auf allen gesellschaftlichen Ebenen. 

Gesundheitsförderung kann einen wichtigen Beitrag zur Schaffung  demenzfreundlicher Rahmenbedingungen leisten 

„Von Demenz betroffene Menschen sollen möglichst lange im öffentlichen und sozialen Leben integriert bleiben und daran teilhaben können. Die Gesundheitsförderung ist ein bewährter Ansatz, da sie an den Lebenswelten der Menschen ansetzt und unterschiedliche Politikbereiche und gesellschaftliche Gruppen bei der Umsetzung miteinbezieht. Damit kann es gelingen, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass ein gutes Leben mit Demenz möglich ist“, betont Klaus Ropin, der Leiter des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), der österreichischen Förder- und Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung und Prävention. „Wir informieren Sie gerne über die Fördermöglichkeiten des FGÖ, damit Sie unsere Unterstützung nutzen können, um demenzfreundliche Lebenswelten zu schaffen“, so Ropin weiter. Vier vom FGÖ geförderte Projekte zeigen, wie das erfolgreich und nachhaltig gelingen kann:

Apotheken – eine vertraute Anlaufstelle für Demenzpatientinnen und -patienten sowie betreuende Angehörige

Apothekerinnen und Apotheker haben oft einen vertrauten und langjährigen Kontakt zu Demenzpatientinnen und -patienten und deren betreuende Angehörige. Deshalb wurde das Gemeinschaftsprojekt "Demenzfreundliche Apotheke" ins Leben gerufen. Ziel des Projektes war es, das große Potential der Apotheken im Hinblick auf die Beratung und Betreuung dieser Personen zu nützen und auszubauen. Die bedürfnisorientierte Versorgung in der Apotheke sowie der Erhalt von Lebensqualität und Würde der Beteiligten standen im Fokus aller Maßnahmen. Umgesetzt wurde das Projekt vom Institut für Palliative Care und OrganisationsEthik in enger Kooperation mit der Selbsthilfegruppe Alzheimer Austria und der Österreichischen Apothekerkammer. Finanziert wurde das Projekt neben dem FGÖ von der Wiener Gesundheitsförderung und den Apothekerkammern Wien und Niederösterreich. OTS-Aussendung zu diesem Projekt: www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151014_OTS0079

Einsatz Demenz

Polizistinnen und Polizisten erleben in ihrem Arbeitsalltag immer öfter Situationen, bei denen Einfühlungsvermögen für das Thema Demenz wichtig ist: Menschen, die sich verirren oder Trickdiebe, die die Orientierungslosigkeit ausnutzen. Das Wissen über Demenzerkrankungen und Möglichkeiten der Problemlösung sind deshalb wesentlicher Bestandteil des Handlungs-und Reaktionsrepertoires. Aus diesem Grund wurde von der MAS Alzheimerhilfe und der Donau-Universität Krems das Projekt „Einsatz Demenz“ durchgeführt, mit dem Ziel, ein interaktiv-gestaltetes, internetbasiertes Lernprogramm zu entwickeln. Es wurden Lernmodule erarbeitet, die inhaltlich auf mögliche Situationen im Arbeitsalltag der Polizistinnen und Polizisten abgestimmt wurden. Mehrere Hundert Polizistinnen und Polizisten haben das Programm schon genutzt. Sie beurteilen die über das Internet leicht zugängliche und praxisnahe Form der Fortbildung sehr positiv und unterstützend für ihren Berufsalltag. Wegen der hohen Demenz-Kompetenz konnten bereits 25 Polizeidienststellen als „demenzfreundlich“ ausgezeichnet werden. Ko-finanziert wurde das Projekt durch die Sicherheitsakademie (SIAK) und die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA). OTS-Aussendung zu diesem Projekt: www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170522_OTS0145

Ein bewegtes Leben für Menschen mit Demenz

An der FH Kärnten wurde gemeinsam mit an Demenz erkrankten Menschen und den Projektpartnern Caritas Kärnten und Diakonie de La Tour ein Bewegungsprogramm entwickelt, das speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz ausgerichtet ist. Das Programmkonzept wurde in Seniorenwohnheimen in Klagenfurt und Feldkirchen erprobt und wissenschaftlich evaluiert. Die Mobilität der Teilnehmenden, das Sozial- und Kommunikationsverhalten sowie die Aktivitäten des täglichen Lebens konnten signifikant verbessert werden. Das Bewegungsprogramm und weiterführende Informationen rund um das Thema Bewegung und Demenz wurden in einem umfangreichen Handbuch praxistauglich aufbereitet. Finanziert wurde das Projekt durch Eigenmittel der Fachhochschule Kärnten und den FGÖ. Das Handbuch kann hier heruntergeladen werden: https://www.fh-kaernten.at/fileadmin/GiB-Folder_compressed.pdf. OTS-Aussendung zu diesem Projekt: www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170208_OTS0029

Demenzfreundliche Modellgemeinde Moosburg 

Der leitende Gedanke des laufenden Projektes ist die Entwicklung eines demenzfreundlichen kommunalen Umfeldes mit dem Ziel, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren betreuenden Angehörigen zu verbessern. Erkrankte sollen so lange wie möglich am öffentlichen Leben teilhaben und integriert bleiben. Die Unterstützung der von Demenz betroffenen Menschen wird als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und die Bevölkerung aufgerufen, im Sinne des bürgerschaftlichen bzw. nachbarschaftlichen Engagements mitzutun. Um die Basis dafür zu schaffen, ist es wichtig, den Menschen durch Information und Aufklärung die Angst vor der Krankheit zu nehmen. In der Folge können neue Modelle zur Unterstützung Demenzkranker und der Entlastung ihrer Angehörigen entwickelt und eingeführt werden. Umgesetzt wird das Projekt von der Fachhochschule Kärnten, weitere Finanziers neben dem FGÖ sind das Amt der Kärntner Landesregierung und die Marktgemeinde Moosburg.

Informationen über die Projektförderung des FGÖ

Der FGÖ hat „Gesundes Altern“ im aktuellen Arbeitsprogramm zum Jahres-Schwerpunkt gemacht. Organisationen aus allen Bundesländern, die sich für die Schaffung gesundheitsförderlicher Rahmenbedingungen engagieren wollen, finden detaillierte Informationen über den Schwerpunkt und die konkreten Förderbedingungen auf www.fgoe.org.

Rückfragen & Kontakt:

Fonds Gesundes Österreich, ein Geschäftsbereich der Gesundheit Österreich GmbH
Mag. Markus Mikl, Kommunikation
Aspernbrückengasse 2, 1020 Wien
E-Mail: markus.mikl@goeg.at
Tel.: 01-895 04 00-716 und 0676 848191129
www.fgoe.org

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