Kaske zu Uni-Zugangsbeschränkungen: „Jugend braucht Perspektiven statt Beschränkungen!“

AK warnt vor negativen Auswirkungen der geplanten Studienplatzreduktion auf Arbeitsmarkt und Jugendarbeitslosigkeit

Wien (OTS) - AK Präsident Rudi Kaske kritisiert, dass mit dem vorliegenden Gesetzesvorschlag mehr als 10 000 Studienplätze für AnfängerInnen gekürzt werden sollen. Dies wird laut AK vor allem zu einem führen: Eine Verdrängung hin zu anderen Fächern, aber auch eine Verdrängung in Richtung Arbeitsmarkt. Denn wird der Zugang zum Studium verunmöglicht, werden als Konsequenz daraus viele versuchen, auf dem – ohnedies angespannten – Arbeitsmarkt unterzukommen. Davon betroffen werden vor allem junge Menschen aus sozial schwächeren Familien sein. Private Vorbereitungskurse in den neu beschränkten Fächern, Recht, Erziehungswissenschaften und Fremdsprachen, werden – ähnlich wie bei Medizin - boomen, wer sich das nicht leisten kann, schaut durch die Finger.

Die Chancen für Erwerbstätige werden geschmälert, da die neue Uni-Finanzierung vorrangig auf zügiges Studieren und Abschließen abzielt. Die Unis werden deshalb weniger Interesse an Studierenden haben, die länger brauchen, weil dies finanzielle Nachteile für sie bringt. Gerade jene, die länger brauchen, weil sie nebenbei arbeiten müssen, Betreuungspflichten haben oder ein Studium in einer späteren Lebensphase als Weiterbildung verfolgen, sollten jedoch gefördert werden.

Arbeitsmarktpolitische Auswirkungen kein Thema
Kaske kritisiert, dass die arbeitsmarktpolitischen Auswirkungen nicht thematisiert werden, etwa die Frage, was denn die zahlreichen MaturantInnen machen sollen, die keinen Studienplatz mehr bekommen werden. Für diese jungen Menschen, die unter hohen, häufig auch finanziellen Anstrengungen zur Matura kommen, werden keine Alternativen aufgezeigt. Konkrete Schritte etwa zu einem deutlichen Ausbau des Fachhochschulsektors, der die Uni-Beschränkungen etwas kompensieren könnte, sind jedenfalls bis jetzt nicht bekannt. Aber eine mögliche höhere Jugendarbeitslosigkeit kann und darf wohl auch nicht erklärtes Ziel der Bildungspolitik sein.

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