„kulturMontag“: Kulturpolitik in Wien, Regie-Rebell Stone im Porträt, Holocaust-Schicksal der Wienerin Gertrude Pressburger als Buch

Am 29. Jänner nach der „Promi-Millionenshow“ um 23.10 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Welche Richtung schlägt die Wiener Kulturpolitik unter einem neuen Bürgermeister ein? Dieser und anderen Fragen stellt sich im „kulturMontag“ am 29. Jänner 2018 der amtierende Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny live im Studio bei Martin Traxl. Weitere Themen der Sendung: die Autobiografie der Holocaust-Überlebenden Gertrude Pressburger, die während des Bundespräsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2016 mit ihrer Videobotschaft vor Hassrhetorik warnte und zum, auch angefeindeten, Internetstar wurde, sowie ein Porträt des Regie-Shootingstars und -Rebells Simon Stone, dessen Inszenierung von August Strindbergs „Hotel Strindberg“ heute im Akademietheater Premiere feiert. Das Kulturmagazin startet aufgrund der „Promi-Millionenshow für Licht ins Dunkel“ um 23.10 Uhr in ORF 2.

Kulturpolitische Weichenstellung in Wien – Stadtrat Mailath-Pokorny live im Studio

Wie geht es unter dem neuen Bürgermeister mit der Kunst und Kultur in Wien weiter? Der langjährige Weggefährte des scheidenden Stadtoberhaupts Michael Häupl, Andreas Mailath-Pokorny, zieht seit 2001 als Kulturstadtrat die Fäden in künstlerischen Belangen. Stolz ist der 58-Jährige auf Großprojekte wie die Wiener Theaterreform 2003, die Etablierung und Bespielung des beliebten MuseumsQuartiers sowie die Ausgliederung der Museen der Stadt Wien ab 2001 – und wohl auch darauf, das Kulturbudget der Stadt im Laufe der Jahre um 50 Prozent gesteigert zu haben. Allerdings ist dieses – mit rund 203 Millionen Euro immer noch das höchste aller Bundesländer – 2016 erstmals wieder gesunken. Und so sehr Mailath-Pokornys Amtszeit noch zu Beginn von vielen Neuerungen und Reformen geprägt war, heißt es in den vergangenen Jahren doch immer wieder: bitte warten. Welche Kulturbaustellen sind noch offen, welche Zukunftsprojekte stehen in der Warteschleife? Wie beurteilen Kunst- und Kulturschaffende die Lage in Wien? Und welchen Stellenwert hat Kultur für Wiens zukünftigen Bürgermeister? Der „kulturMontag“ zieht Resümee – Andreas Mailath-Pokorny ist live zu Gast.

„Gelebt, erlebt, überlebt“ – Facebook-Wunder Frau Gertrude erzählt ihre Lebensgeschichte

Die Videobotschaft, in der Gertrude Pressburger vor Hassrhetorik im Bundespräsidentschafts-Wahlkampf im Jahr 2016 warnte, wurde in den sozialen Medien rasch ein riesiger Erfolg. 3,2 Millionen Aufrufe verzeichnete der kurze, aber eindringliche Appell der heute 90-jährigen Wienerin. Mit ihrem aufwühlenden Statement gegen die Radikalisierung von Geist und Wort auf der Facebook-Seite von Alexander Van der Bellen wurde sie zum Sinnbild einer neuen Form des Wahlkampfs. Die Holocaust-Überlebende fühlte sich durch so manche Äußerung an die dreißiger Jahre erinnert. Jetzt erzählt sie in dem Buch „Gelebt, erlebt, überlebt“ erstmals ihre Lebensgeschichte. Gertrude Pressburger war zehn, als Hitler in Österreich einmarschierte. Obwohl die jüdische Familie katholisch getauft worden war, musste sie fliehen. Fast sechs Jahre dauerte die Flucht, die 1944 in Auschwitz endete. Gertrude überlebte den Holocaust – ihre Eltern und die zwei jüngeren Brüder wurden von den Nationalsozialisten umgebracht. Dass ihre wahrhaftigen Worte Gehör finden, hat sie bestärkt, mit einer jungen Journalistin ihre Autobiografie zu schreiben: „Ich bin nicht zurückgekommen, um dasselbe noch einmal zu erleben.“

Shootingstar und Regie-„Berserker“ Simon Stone im Porträt

Für ihn muss Theater wie Film sein, sagt Simon Stone, der Theatermann der Stunde. Jetzt inszeniert der vielgefeierte australische Ausnahmeregisseur und Dramatiker wieder in Wien. Im Akademietheater zeigt er „Hotel Strindberg“, eine wilde Reise durch den Kosmos von August Strindberg. Der schwedische Dramatiker, ein Frauenhasser, der oft dem Wahnsinn nahe war, von Obsessionen besessen und von Dämonen gejagt, inspirierte Simon Stone zu seinem neuen Projekt. Stone ist bekannt für seine radikalen Bearbeitungen klassischer Stoffe. „Ich stecke die Figuren eines Stücks in eine Zeitmaschine und lasse sie ihre Geschichte in unserer modernen Welt erleben“, so Stone. Auf diese Weise hat er sich vielen Werken genähert: Tschechows „Kirschgarten“ oder „Drei Schwestern“, Ibsens „John Gabriel Borkmann“ oder Wedekinds „Frühlings Erwachen“. Referenzen auf alte Stücke sind ihm wichtig, weil er gerne die Erwartungshaltung des Publikums bricht, zum Diskutieren anregen will. Im Wiener Akademietheater spielen jetzt unter anderem Martin Wuttke, Franziska Hackl und Caroline Peters. Der „kulturMontag“ hat eine Probe besucht und porträtiert den aufsehenerregenden Jungregisseur.

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