• 26.01.2018, 12:58:17
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„kulturMontag“: Kulturpolitik in Wien, Regie-Rebell Stone im Porträt, Holocaust-Schicksal der Wienerin Gertrude Pressburger als Buch

Am 29. Jänner nach der „Promi-Millionenshow“ um 23.10 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 29. Jänner nach der „Promi-Millionenshow“ um 23.10 Uhr in
ORF 2 =

Wien (OTS) - Welche Richtung schlägt die Wiener Kulturpolitik unter
einem neuen Bürgermeister ein? Dieser und anderen Fragen stellt sich
im „kulturMontag“ am 29. Jänner 2018 der amtierende Kulturstadtrat
Andreas Mailath-Pokorny live im Studio bei Martin Traxl. Weitere
Themen der Sendung: die Autobiografie der Holocaust-Überlebenden
Gertrude Pressburger, die während des
Bundespräsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2016 mit ihrer
Videobotschaft vor Hassrhetorik warnte und zum, auch angefeindeten,
Internetstar wurde, sowie ein Porträt des Regie-Shootingstars und
-Rebells Simon Stone, dessen Inszenierung von August Strindbergs
„Hotel Strindberg“ heute im Akademietheater Premiere feiert. Das
Kulturmagazin startet aufgrund der „Promi-Millionenshow für Licht ins
Dunkel“ um 23.10 Uhr in ORF 2.

Kulturpolitische Weichenstellung in Wien – Stadtrat Mailath-Pokorny
live im Studio

Wie geht es unter dem neuen Bürgermeister mit der Kunst und Kultur in
Wien weiter? Der langjährige Weggefährte des scheidenden
Stadtoberhaupts Michael Häupl, Andreas Mailath-Pokorny, zieht seit
2001 als Kulturstadtrat die Fäden in künstlerischen Belangen. Stolz
ist der 58-Jährige auf Großprojekte wie die Wiener Theaterreform
2003, die Etablierung und Bespielung des beliebten MuseumsQuartiers
sowie die Ausgliederung der Museen der Stadt Wien ab 2001 – und wohl
auch darauf, das Kulturbudget der Stadt im Laufe der Jahre um 50
Prozent gesteigert zu haben. Allerdings ist dieses – mit rund 203
Millionen Euro immer noch das höchste aller Bundesländer – 2016
erstmals wieder gesunken. Und so sehr Mailath-Pokornys Amtszeit noch
zu Beginn von vielen Neuerungen und Reformen geprägt war, heißt es in
den vergangenen Jahren doch immer wieder: bitte warten. Welche
Kulturbaustellen sind noch offen, welche Zukunftsprojekte stehen in
der Warteschleife? Wie beurteilen Kunst- und Kulturschaffende die
Lage in Wien? Und welchen Stellenwert hat Kultur für Wiens
zukünftigen Bürgermeister? Der „kulturMontag“ zieht Resümee – Andreas
Mailath-Pokorny ist live zu Gast.

„Gelebt, erlebt, überlebt“ – Facebook-Wunder Frau Gertrude erzählt
ihre Lebensgeschichte

Die Videobotschaft, in der Gertrude Pressburger vor Hassrhetorik im
Bundespräsidentschafts-Wahlkampf im Jahr 2016 warnte, wurde in den
sozialen Medien rasch ein riesiger Erfolg. 3,2 Millionen Aufrufe
verzeichnete der kurze, aber eindringliche Appell der heute
90-jährigen Wienerin. Mit ihrem aufwühlenden Statement gegen die
Radikalisierung von Geist und Wort auf der Facebook-Seite von
Alexander Van der Bellen wurde sie zum Sinnbild einer neuen Form des
Wahlkampfs. Die Holocaust-Überlebende fühlte sich durch so manche
Äußerung an die dreißiger Jahre erinnert. Jetzt erzählt sie in dem
Buch „Gelebt, erlebt, überlebt“ erstmals ihre Lebensgeschichte.
Gertrude Pressburger war zehn, als Hitler in Österreich
einmarschierte. Obwohl die jüdische Familie katholisch getauft worden
war, musste sie fliehen. Fast sechs Jahre dauerte die Flucht, die
1944 in Auschwitz endete. Gertrude überlebte den Holocaust – ihre
Eltern und die zwei jüngeren Brüder wurden von den
Nationalsozialisten umgebracht. Dass ihre wahrhaftigen Worte Gehör
finden, hat sie bestärkt, mit einer jungen Journalistin ihre
Autobiografie zu schreiben: „Ich bin nicht zurückgekommen, um
dasselbe noch einmal zu erleben.“

Shootingstar und Regie-„Berserker“ Simon Stone im Porträt

Für ihn muss Theater wie Film sein, sagt Simon Stone, der Theatermann
der Stunde. Jetzt inszeniert der vielgefeierte australische
Ausnahmeregisseur und Dramatiker wieder in Wien. Im Akademietheater
zeigt er „Hotel Strindberg“, eine wilde Reise durch den Kosmos von
August Strindberg. Der schwedische Dramatiker, ein Frauenhasser, der
oft dem Wahnsinn nahe war, von Obsessionen besessen und von Dämonen
gejagt, inspirierte Simon Stone zu seinem neuen Projekt. Stone ist
bekannt für seine radikalen Bearbeitungen klassischer Stoffe. „Ich
stecke die Figuren eines Stücks in eine Zeitmaschine und lasse sie
ihre Geschichte in unserer modernen Welt erleben“, so Stone. Auf
diese Weise hat er sich vielen Werken genähert: Tschechows
„Kirschgarten“ oder „Drei Schwestern“, Ibsens „John Gabriel Borkmann“
oder Wedekinds „Frühlings Erwachen“. Referenzen auf alte Stücke sind
ihm wichtig, weil er gerne die Erwartungshaltung des Publikums
bricht, zum Diskutieren anregen will. Im Wiener Akademietheater
spielen jetzt unter anderem Martin Wuttke, Franziska Hackl und
Caroline Peters. Der „kulturMontag“ hat eine Probe besucht und
porträtiert den aufsehenerregenden Jungregisseur.

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