APA-DeFacto-Politikerranking: Wer hat die Top-Medienpräsenz?

Wöchentlich im Politik-Channel von APA-OTS: die Top 20 der österreichischen Politikerinnen und Politiker – Kurz, Strache und Landbauer aktuell vorne.

Wien (OTS) - Ab sofort ist das aktuelle wöchentliche Präsenzranking heimischer Politikerinnen und Politiker auf http://www.ots.at/politikerranking kostenlos abrufbar. APA-DeFacto erstellt das Ranking aufgrund der Anzahl der Nennungen von Politikerinnen und Politikern in allen österreichischen Tageszeitungen im Verlauf der vergangenen Woche. Die aktuellen Daten zeigen, wer die mediale Bühne von 19.01.2018 bis 25.01.2018 am stärksten nutzen konnte, wer zurückgefallen ist und wer sich gegenüber letzter Woche neu positionieren konnte.

Die stärkste Medienpräsenz verzeichnete vergangene Woche Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).

Am Dienstag präsentierte Kurz zusammen mit Vizekanzler Heinz Christian Strache (FPÖ) und Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) die Regierungspläne zu den neuen Deutschförderklassen. Während Faßmann bei der Pressekonferenz das Vorhaben nochmals darlegte, unterstrichen Kurz und Strache die Sinnhaftigkeit der Klassen. Eine „Ghettoisierung“, wie sie Kritiker befürchten, wiesen sie entschieden von sich: „Diese Klassen helfen, unterstützen, fördern und verhindern eine spätere Ghettoisierung“, verteidigte der Kanzler die Pläne. Das Modell stelle sicher, dass Kinder gefördert werden, um für den Regelunterricht „fit zu sein“. Strache nannte Finnland als Vorbild und kritisierte, dass die Vorschläge der FPÖ in diese Richtung in den vergangenen Jahren nie umgesetzt worden seien. Faßmann zeigte sich überzeugt, dass die neuen Klassen einen finanziellen Mehraufwand mit sich bringen, doch der werde sich auszahlen.

SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid kritisierte am Konzept die offene Frage der Finanzierung. Geleichzeitig begrüßte sie, dass der Bildungsminister die bestehende Sprachförderung in Verbindung mit dem Regelunterricht ausbauen wolle. Vorsichtig positiv beurteilte auch Neos-Chef Matthias Strolz das Paket. Die Grünen und die Liste Pilz kritisieren die Trennung der Kinder.

Am Dienstag reagierte der Bundeskanzler via Twitter auf die Vorwürfe gegen Niederösterreichs FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer. "Die publik gewordenen Liedtexte der Germania sind rassistisch, antisemitisch und absolut widerwärtig. Es braucht daher volle Aufklärung und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, so Kurz.

Als Neueinsteiger der Woche positionierte sich Udo Landbauer (FPÖ) auf Platz drei im Ranking.

Am Dienstag sorgte ein „Falter“-Bericht über das Liederbuch der Wiener Neustädter Burschenschaft „Germania“ für intensive Diskussionen. Grund waren die NS-verherrlichenden Textpassagen des Buches.

Wenige Stunden nach der Veröffentlichung des Artikels gab Landbauer bekannt, dass er die Mitgliedschaft und seine Funktion als stellvertretender Vorsitzender in der Germania ruhend stelle. Er sei „schockiert über jene Text- und Liedpassagen, welche heute zum Gegenstand politischer Diskussionen geworden sind“. Als dieses Buch gedruckt wurde, sei er erst elf Jahre alt gewesen. „Ich erhalte davon heute zum ersten Mal Kenntnis und ziehe auch sofort die notwendigen Konsequenzen.“ Einen Rücktritt schloss der 31-Jährige aus.

Im Ö1-Mittagsjournal wies Landbauer die Kritik an seiner Person zurück. „In meiner Anwesenheit sind solche Lieder nie vorgekommen. Ich hab niemals verwerfliche Lieder gesungen“, so Landbauer. Es sei nie darüber gesprochen worden, und er hätte das auch nicht toleriert.

SPÖ, NEOS, Grüne und die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) kritisieren Landbauer scharf und fordern ihn auf, zurückzutreten. Kritisch äußerte sich auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen. „Die bekannt gewordenen Liedtexte der Germania sind antisemitisch und rassistisch. Sie verhöhnen die Opfer des Massenmordes des Holocaust.“ Das sei „zutiefst verabscheuungswürdig“ und dürfe in Österreich keinen Platz haben, so Van der Bellen in einem „Standard“-Interview.

FPÖ-Obmann und Vizekanzler Strache bezeichnete das zitierte Lied als "wirklich widerlich" und hätte "in unserer Gesellschaft" nichts verloren. Einen Rücktritt Landbauers forderte der Vizekanzler nicht. Landbauer habe die Sache „sehr deutlich klargestellt“ und selbst Aufklärung gefordert, so Strache.

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