- 24.01.2018, 12:31:17
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„matinee“ am 28. Jänner: Filmporträts über Gustav Klimt und Leo Fall
Außerdem: „Die Kulturwoche“ und „Ausflug ins Gestern: Alles Walzer – Der Wiener Opernball“
Utl.: Außerdem: „Die Kulturwoche“ und „Ausflug ins Gestern: Alles
Walzer – Der Wiener Opernball“ =
Wien (OTS) - Das Jahr der Wiener Moderne, das heuer an die 100.
Todestage ihrer bedeutenden Repräsentanten Gustav Klimt, Egon
Schiele, Otto Wagner und Koloman Moser erinnert, würdigt der ORF mit
zahlreichen Dokumentationen. So zeigt u. a. die „matinee“ am Sonntag,
dem 28. Jänner 2018, um 9.05 Uhr in ORF 2 die Dokumentation „Gustav
Klimt – Der Geheimnisvolle“ von Herbert Eisenschenk. Diese widmet
sich nicht nur dem bedeutenden österreichischen Künstler, sondern
erforscht auch die verschlungenen Wege der heutigen Rezeption seines
einzigartigen Schaffens. Anschließend begibt sich Thomas Machos
Filmporträt „Leo Fall – Vergessenes Enfant terrible der Wiener
Operette“ (10.00 Uhr) auf die Spur eines der wichtigsten
Operettenkomponisten im Wien und Berlin des beginnenden 20.
Jahrhunderts. Nach „Die Kulturwoche“ (10.35 Uhr) mit aktuellen
Berichten und Tipps zum heimischen Kulturgeschehen beschließt ein
„Ausflug ins Gestern“ (10.50 Uhr) des Jahres 1960 mit dem Titel
„Alles Walzer – Der Wiener Opernball“ den von Martin Traxl
präsentierten ORF-Kulturvormittag.
„Gustav Klimt – Der Geheimnisvolle“ (9.05 Uhr)
Als Gustav Klimt 1862 in eine ärmliche Wiener Handwerkerfamilie
geboren wurde, stand Europa am Beginn epochaler Veränderungen. Wien
war zu dieser Zeit wie keine andere europäische Stadt der Nährboden
für eine behagliche Gesellschaft, für die Kunst vor allem die
Verwirklichung eines unschuldigen und harmlosen Traums bedeutete. Der
hochbegabte Maler Klimt begann seine künstlerische Karriere zunächst
mit der Fertigung dieser harmlosen Kunst, machte sich aber später u.
a. als Mitbegründer der Secession einen Namen und leistete gegen die
Kunst als Konsumgut heftigen Widerstand – ohne zu ahnen, dass sein
eigenes Werk später zum Paradebeispiel perfekter kommerzieller
Vermarktung geraten würde. Heute gilt Gustav Klimt zwar international
als Superstar der Jahrhundertwende-Kunst, aber dennoch verbirgt sich
hinter dem Klischee ein mehr oder weniger Unbekannter, gar
Geheimnisvoller. Klimt hatte, wie eine Reihe anderer namhafter
Künstlerkollegen, ein typisch österreichisches Schicksal zu erdulden.
Über die Schmähung seines Werks und die Anfeindungen seiner Person
hinaus brauchte es nach seinem Tod 1918 fast ein halbes Jahrhundert,
bis man schließlich erkannte, dass Gustav Klimt weitaus mehr war als
nur ein hochtalentierter Dekorationsmaler des Wiener Fin de Siècle.
In seiner Dokumentation blickt Herbert Eisenschenk hinter die
schillernde Künstlerpersönlichkeit.
„Leo Fall – Vergessenes Enfant terrible der Wiener Operette“ (10.00
Uhr)
Er verdiente Unsummen und hatte doch ständig Schulden. Seine Werke
verkaufte er zwar bis London, New York und Rio, musste sich aber
wegen seiner finanziellen Ahnungslosigkeit freiwillig unter Kuratel
stellen lassen. Leo Fall, der verkannte und fast vergessene
Starkomponist der 1910er und 1920er Jahre, war ein Genie und
gleichzeitig ein Enfant terrible, ein ewiges Kind, das im Grunde
nichts anderes interessierte, als Musik zu schreiben. Seine
Operettenmelodien zählten zu den größten Hits ihrer Zeit und Werke
wie „Der fidele Bauer“, „Die Dollarprinzessin“, „Die Rose von
Stambul“ oder „Madame Pompadour“ waren Publikumsrenner.
In Thomas Machos Film erzählt Leo Fall, dargestellt von Robert Herzl,
aus seinem verrückten Leben: In einem fiktiven Gespräch sinniert er
über seinen unglaublichen Reichtum ebenso wie über seine
Verschwendungs- und Spielsucht. Er erinnert an seine Triumphe und
gibt tiefe Einblicke in sein Privatleben, das auch eine uneheliche
Tochter, seine Entmündigung, und eine lebensuntüchtige,
kokainsüchtige Ehefrau beinhaltete. Neben den Konkurrenten Lehár und
Kálmán war Leo Fall aber vor allem der wichtigste Operettenkomponist
inmitten eines aufregenden Geistes- und Kulturlebens im Wien des
beginnenden 20. Jahrhunderts. Begleitet von Kommentaren der in alle
Welt verstreuten Nachfahren Leo Falls, gewürzt mit Bühnenausschnitten
und Anmerkungen von Musikkennern entsteht das faszinierende Bild
eines Komponisten, der vom gegenwärtigen Musiktheater nach und nach
wiederentdeckt wird.
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