AVISO, 25. Januar, 12:00: "Flashmob of Shame" vor dem Bundeskanzleramt

Bundeskanzler mitverantwortlich für Staatsaffäre „Akademikerball“

Wien (OTS) - Das Bündnis „Jetzt Zeichen setzen“ macht mit einer Aktion vor dem Bundeskanzleramt auf die Mitverantwortung von Bundeskanzler Sebastian Kurz für die Aufwertung des von rechtsextremen Vereinigungen getragenen „Akademikerballs“ aufmerksam. Der Rechtsextremen-Event in der Hofburg entwickle sich unter den Augen von Kurz zum Staatsakt, sind die Vertreter_innen des Bündnisses „Jetzt Zeichen setzen“ empört. 

Bundeskanzler leistet Beitrag zu verheerendem Signal

„Die Beteiligung von Minister_innen am Ball der schlagenden Burschenschaften ist ein verheerendes Signal. Es sendet die Botschaft aus, dass all die Dinge, für die rechtsextreme Burschenschaften stehen, angefangen von Rassismus, Antisemitismus und Homophobie bis hin zu Sexismus und Demokratiefeindlichkeit, unter staatlichen Ehrenschutz gestellt werden. Indem Bundeskanzler Kurz seine Verantwortung als Regierungschef nicht wahrnimmt und kein Veto gegen eine Ministerbeteiligung einlegt, leistet er einen Beitrag zu diesem verheerenden Signal“, kritisiert das Bündnis „Jetzt Zeichen setzen“. 

Protestaktion von „Jetzt Zeichen setzen“

Als Zeichen des Protests gegen das Versagen des Bundeskanzlers in der nunmehrigen Staatsaffäre „Akademikerball“ hält das Bündnis „Jetzt Zeichen setzen“ am 25. Jänner um 12:00 Uhr vor dem Bundeskanzleramt einen „Flashmob of Shame“ ab. Denn es sei eine Schande für diese Regierung und für unsere Republik, dass sich Mitglieder der österreichischen Bundesregierung am Vernetzungstreffen der extremen Rechten beteiligen, so das Bündnis „Jetzt Zeichen setzen“.

Ball unter Beteiligung von Neonazis

Hintergrund: Der so genannte „Akademikerball“ ist die Nachfolgeveranstaltung des Balls des Wiener Korporationsrings (WKR). Als der „WKR-Ball“ im Jahr 2012 aus der Hofburg verbannt wurde, übernahm die Wiener FPÖ die offizielle Trägerschaft der Burschenschafterveranstaltung. Neben Mitgliedern rechtsextremer Burschen- und Mädelschaften sowie Vertreter_innen rechtsextremer Parteien mehrerer europäischer Länder, nehmen immer wieder auch Personen aus offen neonazistischen und verfassungsfeindlichen Gruppierungen an dem Event teil. Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes berichtet, dass etwa im Jahr 2016 ungarische Neonazis auf Einladung der rechtsextremen Burschenschaft Olympia zum „Akademikerball“ anreisten: darunter der Auslandschef der Jobbik-Jugendorganisation und der Gründer der inzwischen verbotenen neonazistischen 64-Komitate-Jugendbewegung. 

JETZT ZEICHEN SETZEN ist ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis, das sich für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, gegen rassistisches, antisemitisches und sexistisches Gedankengut, gegen rechte Hetze und gegen Diskriminierung und Gewalt stark macht.

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(Pressesprecher Sozialistische Jugend)
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