Gemeinsam gegen Superbakterien

Kampf gegen Antibiotikaresistenzen braucht länder- und branchenübergreifendes Engagement. Neue Anreize für Forschung notwendig.

Aus den Verschreibungszahlen im Europäischen Vergleich lässt sich ablesen, dass gerade bei uns die Voraussetzungen für einen sorgsamen Umgang mit Antibiotika verbessert werden müssen. Umso mehr müssen wir uns im Rahmen von weltweiten und europäischen Initiativen aus Österreich heraus engagieren, um dieses Problem zu lösen, denn es betrifft uns alle, jeden einzelnen von uns.
Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig

Wien (OTS) - Antibiotikaresistenzen kennen keine Ländergrenzen. Um der Bedrohung folglich Herr zu werden, haben sich über 100 Biotech-, Diagnostik-, Generika- und forschende biopharmazeutische Unternehmen und Fachverbände aus 20 Ländern zur größten Koalition auf privatem Sektor, zur AMR Industry Alliance, zusammengeschlossen. Dem gestern veröffentlichten AMR-Fortschrittsbericht zufolge investierten Life-Sciences-Unternehmen im Jahr 2016 mehr als 2 Milliarden US-Dollar in die Forschung zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen (AMR). „Der internationale Pharmaverband IFPMA, einer der Initiatoren der Allianz, ist sich des globalen Problems bewusst. Wir können und müssen hier gemeinsam und mit lokalen Behörden Maßnahmen setzen, damit diese Errungenschaften der Medizin weiter ihren wertvollen Dienst am Menschen versehen können“, kommentiert Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig, die Veröffentlichung des Berichts.

Die AMR Industry Alliance ist eine erste branchenweite Initiative, die koordiniert den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen vorantreibt. Das Engagement der Mitglieder reicht von Arzneimittelforschung bis hin zur eigenen Abwasserkontrolle, um Antibiotikarückstände in der Umwelt zu verringern. Mittels regelmäßigem Report wird über die jeweiligen Fortschritte berichtet. Die dafür eingemeldeten Daten von 22 Unternehmen zeigen beispielsweise, dass derzeit neue Produktklassen von Arzneimitteln in einer frühen Forschungs- und Entwicklungsphase erprobt werden. Zehn Antibiotika befinden sich in der späten klinischen Entwicklung. Weiters wird an 13 klinischen bakteriellen Impfstoffkandidaten, 18 AMR-relevanten Diagnostika sowie weiteren präventiven Therapien gearbeitet.

„Der Bericht macht aber auch deutlich, dass neue Anreize für das Engagement biopharmazeutischer Unternehmen in der Antibiotikaforschung notwendig sind. Denn die Forschung ist enorm aufwändig und bislang von bescheidenem Erfolg gekrönt. Zudem haben die Unternehmen wenig Aussicht auf große Umsätze und damit auf ein Zurückverdienen ihrer Investitionen. Denn bei Antibiotika geht es nicht um den breiten, sondern vielmehr um einen bewussten und sorgsamen Einsatz, damit Resistenzen verhindert werden", ist Huber überzeugt.

Zur Situation in Österreich sagt er: „Aus den Verschreibungszahlen im Europäischen Vergleich lässt sich ablesen, dass gerade bei uns die Voraussetzungen für einen sorgsamen Umgang mit Antibiotika verbessert werden müssen. Umso mehr müssen wir uns im Rahmen von weltweiten und europäischen Initiativen aus Österreich heraus engagieren, um dieses Problem zu lösen, denn es betrifft uns alle, jeden einzelnen von uns.“ Mit dem im April 2017 vom Gesundheitsministerium veröffentlichten „NAP-AMR“, dem nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenzen, sei bereits ein wichtiger Schritt gesetzt worden, so Huber.

Über die Pharmig: Die Pharmig ist die freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband 120 Mitglieder (Stand Jänner 2018), die den Medikamenten-Markt zu gut 95 Prozent abdecken. Die Mitgliedsunternehmen der Pharmig bieten Arbeitsplätze für ca. 18.000 Beschäftigte (Quelle: Vollerhebung unter den Pharmig – Mitgliedsunternehmen, Stand Februar 2015).

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