Grüne Wien/El-Nagashi zu Abschiebung von Kindern: „Behörde betreibt Schikane statt Schutz“

Wien (OTS) - Als „völlig unverständlich“ bezeichnet die Integrations- und Menschenrechtssprecherin der Grünen Wien, Faika El-Nagashi, das Vorgehen der Behörden im Fall der Abschiebung einer gut integrierten Familie mit vier Kindern. „Es geht hier eindeutig um einen besonderen Schutz, den die schulpflichtigen Kinder gemäß Kinderrechtskonvention und Europäischer Menschenrechtskonvention genießen. Sie in Containern fernab ihrer Wohnung, ihrer Schule und ihres Freundeskreises unterzubringen ist eine unwürdige Schikane, die die betroffene Familie einer unmenschlichen Belastung aussetzt. Eine regelmäßige Meldung bei der Behörde würde völlig ausreichen und die Familie nicht derart aus ihrem Lebensumfeld reißen“, so El-Nagashi.

Würden wir Integration ausbuchstabieren, würde es die Familie Tikaev beschreiben: Die Kinder sind hier aufgewachsen, sprechen miteinander Deutsch, sind Teil der Schulgemeinschaft und aktiv in Sportvereinen, der Vater engagiert sich ehrenamtlich im Sozialbereich und hat bereits eine Jobzusage. Genau das sind die Kriterien für humanitäres Bleiberecht: Integration, Ausbildung, Beschäftigung, Deutschkenntnisse, Familienanbindung. Sie haben sich in den letzten 6 Jahren darum bemüht, die traumatischen Erlebnisse in Tschetschenien hinter sich zu lassen und in Österreich eine neue Heimat zu finden. Sie haben bereits im August 2016 den Antrag auf Bleiberecht eingebracht. „Dass die Behörde eineinhalb Jahre später statt einer Prüfung des Falles die Familie in ein Abschiebezentrum verfrachtet, ist eine völlig überzogene Maßnahme. Sie sind Wienerinnen und Wiener geworden und dürfen nicht wie Verbrecher behandelt werden“, so El-Nagashi.

„Ein Abschiebezentrum ist kein geeigneter Aufenthaltsort für Kinder. Dies gilt für alle Kinder. Es darf hier keine Zweiklassengesellschaft entstehen, in der manche Kinder unseren Schutz genießen und andere nicht. Sie haben das Recht auf Bildung, auf Gesundheit, auf Schutz vor Gewalt - und auf eine Zukunft. Die ist man gerade dabei, ihnen zu nehmen, weil über Statistiken entschieden wird, statt die betroffenen Menschen hinter den Zahlen zu sehen. Wir sind alle gefordert, das Unrecht, das hier geschieht, in aller Deutlichkeit zu benennen. Menschenrechte dürfen nicht einfach so außer Kraft gesetzt werden und Kinder nicht in Containern am Stadtrand festgehalten werden. Wir dürfen hier nicht untätig zusehen“, so El-Nagashi abschließend.

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