25 Jahre Menschenrechtsarbeit von SOS Mitmensch: „Zivilcourage unlimited!“

Jubiläums-Matinee im Zeichen des Aufrufs zu Zivilcourage

Wien (OTS) - Die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch feiert am 21. Jänner mit einer Matinee im ausverkauften Wiener Burgtheater ihr 25-Jahr-Jubiläum. Das Motto der Matinee lautet „Zivilcourage unlimited!“. Zahlreiche Persönlichkeiten, die außergewöhnliche Zivilcourage gezeigt haben, treten bei der Veranstaltung auf. Als Höhepunkt der Feier verleiht SOS Mitmensch den Ute-Bock-Preis für Zivilcourage.

Aufruf zu Zivilcourage

„Das alles überspannende Motto unserer 25-Jahr-Matinee lautet „Zivilcourage unlimited!“. Denn wir erleben eine Zeit, in der couragiertes Handeln gegen Unrecht entscheidend für die Zukunft unserer Demokratie und unserer Menschenrechte ist“, erklärt Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch. Daher werden auf der 25-Jahr-Feier von SOS Mitmensch zahlreiche Persönlichkeiten auftreten, die außerordentliches Engagement und außerordentliche Zivilcourage bewiesen haben, kündigt Pollak an.

Prominente über Zivilcourage

Bereits vorab hat SOS Mitmensch Prominente um Stellungnahmen zum Thema „Zivilcourage“ gebeten. Willi Resetarits, Mitgründer von SOS Mitmensch, betont: „Zivilcourage heute bedeutet dasselbe wie vor 25 Jahren, nämlich einzustehen für sein Anliegen, insbesondere dann, wenn es Gegenwind gibt.“ André Heller, in dessen Wohnung die Initiative zum Lichtermeer geboren wurde, sieht Zivilcourage als etwas, das im persönlichen Umfeld beginnt: „Vielleicht braucht man oft eine größere Zivilcourage in seinem Freundeskreis Leuten zu sagen, so nicht und mit mir nicht.“ Martin Schenk, Mitgründer von SOS Mitmensch, ergänzt: „Zivilcourage heißt, dass einer oder eine was sagt, wo niemand was sagt. Es reicht oft eine Person, die ein Gespräch drehen kann oder die helfen und auch andere zur Hilfe animieren kann.“ Milli Segal, Mitgründerin von SOS Mitmensch, betont: „Wenn ich wirklich das Gefühl habe, es passiert ein Unrecht, sollte ich mich trauen, etwas zu sagen.“

Gegenpol zum Anti-Ausländer-Volksbegehren

Gegründet wurde SOS Mitmensch vor 25 Jahren als Reaktion auf den neu aufkeimenden Fremdenhass in Österreich und das von der FPÖ geplante Anti-Ausländer-Volksbegehren. Das von SOS Mitmensch initiierte „Lichtermeer“ ist bis heute die größte Kundgebung der Zweiten Republik. Am 23. Jänner 1993 versammelten sich in Österreich bis zu 300.000 Menschen, um gegen Fremdenfeindlichkeit zu demonstrieren. Der Heldenplatz, einstiger Triumphort des Nationalsozialismus, war von Kerzen und Fackeln hell erleuchtet. Dazu Mitinitiator André Heller: „Damals gab es ein paar Bürger, die Lust hatten, sich dem entgegen zu stellen, was sich da an Bewusstseinsverrottung, Menschenverachtung, Niedertracht, Gemeinheit gerade breit gemacht hat. Das war der Geburtsmoment von SOS Mitmensch.“ 

Wichtiges Frühwarnsystem

Nach dem Lichtermeer formierte sich SOS Mitmensch als unabhängiger Verein, der seinen Einsatz für Menschenrechte durch private Spenden finanziert. „Gemeinsam mit anderen Initiativen konnte SOS Mitmensch zahlreiche Erfolge bei der Stärkung von Grundrechten und der Bekämpfung von Hass und Intoleranz erzielen, es hat aber auch immer wieder heftigen Gegenwind und herbe Rückschlage gegeben, erklärt SOS Mitmensch-Sprecher Pollak. Pollak verweist auf eine von SOS Mitmensch veröffentlichte Liste mit 50 Meilensteinen und Erfolgen der österreichischen Menschenrechts-Zivilgesellschaft seit dem Lichtermeer. Dazu der Autor und Vereinsmitgründer Josef Haslinger: „Ich glaube, dass sich das Engagement langfristig auszahlt und das Land weiter treibt. SOS Mitmensch ist aus der österreichischen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken, es ist eine Art österreichisches Frühwarnsystem.“ 

Matinee mit großem Aufgebot an Mitwirkenden

An der 25-Jahr-Matinee von SOS Mitmensch im ausverkauften Burgtheater wirken zahlreiche renommierte KünstlerInnen mit: Maschek, MoZuluArt, Elisabeth Orth, Christoph und Lollo, Stefanie Sargnagel und Dirk Stermann treten auf. Darüber hinaus finden Gespräche mit Elias Bierdel, Pfarrer Wolfgang Pucher, Imam Ramazan Demir, Oberrabiner Paul Chaim Eisenberg und Angela Magenheimer statt. Die Laudation zur Verleihung des Zivilcourage-Preises von SOS Mitmensch hält Doron Rabinovici. Das Programm wird von Zeynep Buyrac moderiert. Die Matinee-Regie führt Claudia Kaufmann-Freßner. Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann eröffnet die Matinee. Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der Eröffnungsworte sprechen wollte, nimmt aufgrund der Todesfälle in seiner Familie nicht teil.

Hier finden Sie die Liste der 50 Erfolge von SOS Mitmensch seit dem Lichtermeer.

Rückfragen & Kontakt:

SOS Mitmensch, Zollergasse 15/2, 1070 Wien
Alexander Pollak
0664 512 09 25
apo@sosmitmensch.at
www.sosmitmensch.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SMM0001