ANGEWANDT VISIONÄR: MAK präsentiert Jahresprogramm 2018

Wien (OTS) - Ein Plädoyer für die einzigartige Rolle der angewandten Kunst als kreative Kraft zur Gestaltung unserer Lebensräume liefert das MAK-Programm 2018, das heute, 16. Jänner 2018, im Rahmen der MAK-Jahrespressekonferenz präsentiert wurde. Die Großausstellungen „Post Otto Wagner. Von der Postsparkasse zur Postmoderne“ und „KOLOMAN MOSER. Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann“ sowie ein Virtual Reality-Experiment zu Gustav Klimts Entwurfszeichnungen für den „Stoclet Fries“ nähern sich drei Visionären der Wiener Moderne mit Blick auf ihre bis ins digitale Zeitalter spürbare Inspirationskraft. Was aber macht universell und zeitlos als schön empfundene Gestaltung aus? Eine holistische Antwort gibt Grafik-Ikone Stefan Sagmeister mit Agenturpartnerin Jessica Walsh in der Ausstellung „Beauty“. Um die elegante Qualität ihrer Erzeugnisse und vor allem auch um ihr ästhetisches Erbe geht es in der Jubiläumsausstellung „300 JAHRE WIENER PORZELLANMANUFAKTUR“. Angewandt heißt im MAK eben immer auch visionär, wie unter anderem in der Reihe MAK FUTURE LAB erfahrbar ist.

„Angewandte Kunst, eine der spannendsten künstlerischen Disziplinen überhaupt, ist in Wien in dieser Fülle nur im MAK erlebbar. Wie kein zweites Museum setzt das MAK Kunst und Leben in Beziehung. Auch im Jahr 2018 wollen wir mit einem hochkarätigen Programm für die angewandte Kunst begeistern“, so Christoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor und wissenschaftlicher Geschäftsführer, und Teresa Mitterlehner-Marchesani, Wirtschaftliche Geschäftsführerin.

KOMPETENZZENTRUM DER WIENER MODERNE
Der Fokus auf Otto Wagner, Koloman Moser und Gustav Klimt reiht sich in die intensiven Bemühungen des MAK um eine zeitgenössische Neubetrachtung der herausragenden künstlerischen Leistungen in Wien um 1900. Als internationales Kompetenzzentrum der Wiener Moderne spürt das MAK intensiv ihren Auswirkungen auf das zeitgenössische Design sowie auf die vergleichbar weitreichenden Folgen der Industrialisierung damals und der Digitalisierung heute nach.

„POST OTTO WAGNER. Von der Postsparkasse zur Postmoderne“ (MAK-Ausstellungshalle, 30. Mai – 30. September 2018) lenkt anlässlich des 100. Todesjahres des legendären Architekten den Blick auf den nachhaltigen Einfluss seines epochalen Werks auf nachfolgende ArchitektInnen und DesignerInnen. Weit über die Präsentation seines bahnbrechenden Œuvres hinaus werden auch Architektur-Ikonen der Postmoderne und Gegenwart diskutiert, in denen sich Wagners Erbe spiegelt.

Mit KLIMT’S MAGIC GARDEN: A Virtual Reality Experience by Frederick Baker“ (MAK FORUM, 7. Februar – 22. April 2018) lanciert das MAK am 100. Todestag von Gustav Klimt (6. Februar 2018) ein fantastisches, virtuelles Ausstellungsexperiment. Inspiriert von Gustav Klimts in neun Teilen erhaltenen Entwurfszeichnungen für den Mosaikfries im Speisesaal des Brüssler Palais Stoclet (1910/1911) kreiert der Virtual-Reality-Künstler und Filmemacher Frederick Baker aus hochaufgelöstem digitalen Bildmaterial eine virtuelle Welt, in der sich BesucherInnen auf eine interaktive filmische Reise einlassen können.

Die große Personale „KOLOMAN MOSER. Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann“ (MAK-Ausstellungshalle, 19. Dezember 2018 – 22. April 2019) kontextualisiert das facettenreiche Werk des Ausnahmekünstlers anlässlich seines 100. Todestages vor dem Hintergrund der Suche nach einer modernen Formensprache ab 1895. Viele der rund 400 gezeigten Objekte, großteils aus der MAK-Sammlung, werden erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Chronologisch aufgebaut, taucht die Schau in jede Etappe seines ungewöhnlichen Werdegangs ein: vom Maler zum Allround-Gestalter und schließlich wieder zurück zur Malerei.

SOUVERÄN IN SACHEN GESTALTUNG
Das MAK inspiriert Menschen, die Welt im digitalen Zeitalter neu zu gestalten. Deutlicher als vergleichbare Museen setzt das MAK dabei immer wieder kulturelle Leistungen der Vergangenheit mit Gegenwart und Zukunft in Beziehung. Anlässlich seines 90. Geburtstags gibt die Personale „GUSTAV PEICHL. 15 Bauten zum 90sten“ (MAK-Kunstblättersaal und MAK-Säulenhalle, 21. März – 19. August 2018) mit fünfzehn von Peichl selbst gewählten exemplarischen Projekten Einblick in sein vielseitiges Schaffen. 2013 schenkte er dem MAK sämtliche architektonische Skizzen, Entwürfe und Pläne zu seinen für Österreich entwickelten Bauprojekten. Neue, speziell für die MAK-Ausstellung entstandene Fotografien der zeitgenössischen deutschen Künstlerin Pola Sieverding erweitern den Blick auf sein Œuvre.

In der umfassenden Jubiläumsausstellung „300 JAHRE WIENER PORZELLANMANUFAKTUR“ (MAK-Ausstellungshalle, 16. Mai – 23. September 2018) bieten rund 1 000 Objekte aus den Beständen des MAK sowie aus nationalen wie internationalen Sammlungen einen eindrucksvollen Überblick über das enorme keramische Spektrum der zweitältesten europäischen Porzellanmanufaktur sowie über Wiener Entwicklungen im Kontext asiatischer Vorläufer und europäischer Konkurrenten. Mit ihrem gestalterischen Vermächtnis setzte die faszinierende Wiener Produktion ästhetische Maßstäbe.

Was ist schön?“: Diese Frage ist in Bezug auf Gestaltung nicht allgemeingültig zu beantworten. Mit der nahezu das gesamte MAK durchflutenden Ausstellung „SAGMEISTER & WALSH: Beauty“ (MAK, 24. Oktober 2018 – 31. März 2019) machen Stefan Sagmeister und Agenturpartnerin Jessica Walsh visuell eindrucksstark und multimedial Lust auf Schönes. Nahezu im gesamten 20. und 21. Jahrhundert war und ist Schönheit im Bereich Gestaltung eher negativ besetzt. Dieser Antipathie setzen Sagmeister & Walsh, unterstützt von neuesten Erkenntnissen aus der psychologischen Ästhetik, überzeugende Argumente entgegen. Beispiele aus Produktdesign, Architektur und Grafikdesign zeigen, dass schön gestaltete Arbeiten die menschlichen Sinne und Gedanken stimulieren und damit besser funktionieren.

FACETTENREICH ANGEWANDT
2014 hat das MAK die Künstlerin Adriana Czernin eingeladen, sich von der Rosette aus dem Minbar der Ibn-Tulun-Moschee in Kairo für ein Kunstwerk inspirieren zu lassen. Ihre künstlerische Arbeit steht seither ganz im Zeichen dieser Rosette, von der sich Fragmente in der MAK-Sammlung befinden. Unter dem Titel „ADRIANA CZERNIN: Fragment“ (MAK GALERIE, 18. April – 30. September 2018) vereint das MAK die in den letzten Jahren entstandenen Werke der Künstlerin mit dem Original.

Die Schau „ERDE UND FEUER. Asiatische Keramik aus der Sammlung Slunecko“ (MAK DESIGN LABOR, 25. April – 10. Juni 2018) bietet anhand von etwa 120 Keramiken Einblick in wenig bekannte und wenig präsentierte Keramiken aus Vietnam, Thailand, Kambodscha, Korea und Japan.

MAK VERNETZT
Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Initiativen im Kulturbereich wird weiter forciert. Auch im Jahr 2018 führt das MAK die Tradition der Kooperation mit dem Verein 100 Beste Plakate e. V. fort und stellt die Sieger des Wettbewerbs „100 BESTE PLAKATE 17. Deutschland Österreich Schweiz“ (MAK DESIGN LABOR, 27. Juni – 23. September 2018) vor.

Mit der „StadtFabrik 2018“ setzen das MAK und die Wirtschaftsagentur Wien ihre Kooperation fort. In Zusammenarbeit mit dem IDRV – Institute of Design Research Vienna entsteht im Rahmen der StadtFabrik die „Wiener Zukunftslandkarte Design“, die Potenziale für alternative Formen von Arbeit, Produktion und Konsum für einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Lebensstil in Wien identifiziert.
Details unter www.MAK.at/stadtfabrik2018.

MAK FUTURE LAB
Einen erweiterten Blick auf die Rolle von Design, Architektur und bildender Kunst als treibende Kräfte sozial, ökologisch, kulturell und wirtschaftlich nachhaltiger Marktwirtschaftsmodelle eröffnet das MAK FUTURE LAB. Das vom MAK gegründete Kreativlabor erarbeitet interdisziplinäre Beiträge zur humanen Gestaltung und Nutzung der Digitalen Moderne. Das Programm 2018 startet mit „GLOBAL SUBSTANCE“ (MAK-Säulenhalle, 30. Jänner 2018, 20:00 Uhr) – einer Präsentation der Sitzinstallation Le Baron Noir des Künstlers Martin Walde und anschließender Fishbowl-Diskussion zum Potenzial realer und fiktiver Materialien.
Alle Programmpunkte unter www.MAK.at/mak_future_lab.

MAK-EXPOSITUREN
Mit Außenstellen in Wien, Los Angeles und Brtnice (Tschechische Republik) arbeitet das MAK nicht nur interdisziplinär, sondern auch geografisch und kulturell grenzüberschreitend. Das Josef Hoffmann Museum in Brtnice, eine gemeinsame Expositur der Mährischen Galerie in Brno und des MAK, widmet sich heuer dem Verhältnis der beiden Entwerfer und Künstlerfreunde „JOSEF HOFFMANN – KOLOMAN MOSER“ (30. Mai – 28. Oktober 2018). Während Hoffmann immer der tektonisch-strenge Gestalter bleibt, vertritt Koloman Moser in allen Projekten das malerisch-dekorative Element. Er ist der künstlerische Gegenpol zur an der Architektur ausgerichteten Ent-wurfspraxis Josef Hoffmanns.

Das MAK Center for Art and Architecture in Los Angeles (MAKcenter.org), etablierter kultureller Hotspot an der amerikanischen Westküste, trägt mit einem vielschichtigen Programm zum interkulturellen Austausch zwischen Österreich und Los Angeles bei. Im Schindler House werden heuer die Gruppenausstellung „Public Fiction: Conscientious Objector“ (3. Februar – 15. April 2018), „SOM: The Art of Engineering“ (9. Juni – 26. August 2018) und eine ortsspezifische Installation von Edmund de Waal (15. September 2018 – 6. Jänner 2019) gezeigt, im Mackey Garage Top das skulpturale Projekt „Fiona Connor: We Went There One Night“ (11. Mai – 12. August 2018).

Auch die Ausstellungsreihe „GARAGE EXCHANGE VIENNA – LOS ANGELES“ wird mit Positionen von Alfredo Barsuglia und Alice Könitz (10. März – 29. Mai 2018) sowie Matias del Campo und Sandra Manninger & N.N. (18. Oktober – 16. Dezember 2018) fortgesetzt. In jährlich zwei Ausstellungen bespielen ehemalige österreichische Schindler-StipendiatInnen in Zusammenarbeit mit in Los Angeles ansässigen KünstlerInnen und ArchitektInnen das zu einem Ausstellungsraum ausgebaute Garagendach der Mackey Apartments. Diese Ausstellungsreihe wird durch das Österreichische Bundeskanzleramt ermöglicht.
Gesamtes Programm unter MAKcenter.org.

SOLIDE BILANZ/ NEUE EINTRITTSPREISE
Das MAK blickt auf ein wirtschaftlich gutes Jahr 2017 zurück, mit deutlich gesteigerten Einnahmen im Sponsoring. Zur weiteren Festigung der finanziellen Basis hebt das MAK die traditionell moderaten Eintrittspreise leicht an: Der neue Eintritt beträgt regulär € 12 (statt € 9,90), ermäßigt € 9 (statt € 7,50), Familienkarte € 15 (statt € 13). Der freie Eintritt am Dienstagabend entfällt: Die sogenannte MAK Nite (jeden Dienstag, 18:00–22:00 Uhr) kostet ab 2018 pauschal € 5. Die Jahreskarten werden auf regulär € 34, ermäßigt (19–25 Jahre und ab 65 Jahre) € 20 sowie Familie € 44 vergünstigt.

Bildmaterial zum MAK-Programm 2018 unter MAK.at/presse zum Download.

Laufend aktualisierte Informationen zum MAK-Programm 2018 unter MAK.at.

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