Holzernte in der Forsttechnik: ÖBf AG entzieht sich Verantwortung als regionaler Arbeitgeber

Massive Einschnitte geplant – Gewinnmaximierung im Vordergrund

Wien (OTS) - Enttäuscht über das Vorgehen der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) hinsichtlich der Holzernte in der Forsttechnik zeigen sich der Zentralbetriebsrat der Arbeiter, Josef Reisenbichler und der Betriebsratsvorsitzende in der Holztechnik, Klaus Breitfuss: „Ohne das Ergebnis von 2017 abzuwarten, das eine Leistungssteigerung aufweist, hat der Vorstand der ÖBf AG sein Konzept, dass eine massive Reduzierung vorsieht, noch im Dezember durchgeboxt. Der Aufsichtsrat hat das Konzept bis auf eine Gegenstimme angenommen. Alternativkonzepte, die von uns vorgelegt wurden und die Einsparungen vorgesehen hätten, ohne dass ein Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verliert, wurden in der Aufsichtsratssitzung nicht berücksichtigt. Es hat sich gezeigt, dass auch bei einem Unternehmen, dessen Alleinaktionär die Republik Österreich ist, die Gewinnmaximierung im Vordergrund steht und der Erhalt der regionalen Arbeitsplätze keine Priorität hat.“

Bereits seit dem Frühjahr 2017 kämpft der Betriebsrat gegen das Aus der Holzernte in der Forsttechnik. Aufgrund von Betriebsversammlungen, einer beschlossenen Resolution und der Unterstützung durch die Mitarbeiter konnte die komplette Schließung zwar abgewendet werden, jedoch sind weitreichende strukturelle Änderungen geplant. Künftig soll die Anzahl der Seilgeräte von 12 auf 5 und jene der Schlepper auf 10 reduziert werden, es ist ein Ende des Einsatzes von Harvester-Maschinen geplant und die Werkstätte in St. Johann im Pongau soll – trotz positiver Betriebsergebnisse in den letzten Jahren - geschlossen und die Immobilie veräußert werden. Bis Jänner 2019 muss die Umstrukturierung abgeschlossen sein.

Wenig Vertrauen haben die Betriebsräte auch in die Zusage des Vorstandes, dass die Mitarbeiter Ersatzarbeitsplätze erhalten sollen: „Die Ankündigung des Vorstandes, jederzeit über einen Sozialplan zu diskutieren, spricht für sich. Es geht in Wirklichkeit darum, bei den Bundesforsten Arbeitsplätze abzubauen. Das wirkt demoralisierend auf die Mitarbeiter und zeigt, dass dem Profit alles untergeordnet wird.“

Noch am 19. Dezember 2017 wurde von Seiten des Vorstandes in einer Presseaussendung hervorgehoben, dass nach dem Sturmtief Herwart die Seilkräne und Harvester auf Hochtouren liefen und bis zu 25 Geräte gleichzeitig im Einsatz waren. Ebenso wurde betont, dass bei Wetterschäden im Bedarfsfall die Fachkräfte und Geräte der Holzernte kurzfristig zur Verfügung stehen, um das Schadholz zu entfernen. „Die Privatunternehmen können sich nun die Hände reiben, denn die ÖBf AG wird diese Leistungen in Zukunft zukaufen müssen“, so Reisenbichler und Breitfuss, die weiters betonen, dass sich die Bundesforste immer mehr vom eigenen Unternehmensleitbild entfernen. „Auf der Website der ÖBf wird nach wie vor der Nachhaltigkeitsgedanke und die Verwurzelung mit dem zu betreuenden Grund und Boden hervorgehoben. Das Agieren in der Frage der Holzernte zeigt aber, dass die selbstdefinierten Ansprüche nicht ernst genommen werden.“

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