• 15.01.2018, 11:00:54
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  • OTS0063

„kreuz und quer“ am 16. Jänner: „Jahas Versprechen“ und „Mütter in Schande“

Ab 22.35 Uhr in ORF 2

Utl.: Ab 22.35 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - In Gambia, einem kleinen westafrikanischen Land, sind
nahezu 100 Prozent aller Frauen beschnitten, besser gesagt: Sie sind
genitalverstümmelt, da man ihnen Klitoris und Schamlippen
weggeschnitten hat. Die „kreuz und quer“-Dokumentation „Jahas
Versprechen“ von Patrick Farrelly und Kate O’Callaghan stellt am
Dienstag, dem 16. Jänner 2018, um 22.35 Uhr in ORF 2 die
Frauenrechtsaktivistin Jaha Dukureh aus Gambia vor, die sich in ihrem
Heimatland für ein Verbot dieser Praxis einsetzt.

Uneheliche Kinder gelten in den meisten arabischen Staaten als Kinder
der Sünde. Ihre Mütter werden beschimpft und in dem meisten Fällen
von ihren Familien verstoßen. Ausgegrenzt, am Rande der Gesellschaft,
müssen sie sich mit ihren Kindern ohne staatliche Unterstützung
durchs Leben schlagen. Mit diesem erschütternden Thema beschäftigt
sich um 23.25 Uhr die „kreuz und quer“ Dokumentation „Mütter in
Schande“ des deutsch-spanischen Filmemachers Lorenzo Benítez.

„Jahas Versprechen – Eine Frau kämpft gegen Genitalverstümmelung“ –
Ein Film von Patrick Farrelly und Kate O’Callaghan (deutsche
Bearbeitung: Rosemarie Pagani-Trautner)

Eine Woche nach ihrer Geburt wurde die Gambierin Jaha bereits
beschnitten – auf die brutalste Art: Bei ihr wurde die sogenannte
„Pharaonische Beschneidung“ vorgenommen. Dabei werden Klitoris und
Schamlippen total entfernt und die Vagina wird bis auf eine winzige
Öffnung zugenäht. Bewusst wurde das Jaha erst mit 15 Jahren, als sie
mit einem wesentlich älteren, in Amerika lebenden Mann
zwangsverheiratet wurde. Der Vollzug der Ehe konnte erst erfolgen,
als ein Arzt die Vagina chirurgisch wieder öffnete. Doch das eheliche
Leben wurde zur Qual. Eine traumatische Erfahrung für die noch junge
Ehefrau: einem Ehemann hilflos ausgeliefert zu sein, der auf ihre
Schmerzen keinerlei Rücksicht nimmt und sie auch immer wieder schlägt
und demütigt. Erst nachdem Jaha in New York Kontakt zu einer
Frauenrechtsorganisation aufgenommen hatte, wagte sie die Flucht aus
ihrer Zwangsehe.

Wenig später arrangierte ihre Familie eine zweite Ehe für sie. Doch
auch in der an sich harmonisch verlaufenden Beziehung erkannte Jaha,
dass sexuelle Kontakte extrem schmerzhaft für sie waren und sie
keinerlei Lustgefühle empfinden konnte. Als sie mit anderen
beschnittenen Frauen über dieses Thema redete, stellte sie fest, dass
es ihnen ähnlich erging. Sie alle waren Opfer einer uralten
Tradition, die noch aus der Zeit vor der Entstehung der großen
Weltreligionen stammt. Zwar wird immer wieder behauptet, im Islam sei
die Beschneidung von Frauen vorgeschrieben, dies stimmt allerdings
nicht. Im Koran ist nichts darüber zu finden.

Überzeugt davon, dass man Frauen und Mädchen vor solchen grausamen
Praktiken bewahren muss, gründete Jaha die Selbsthilfeorganisation
„Save Hands for Girls“. Und sie kehrte in ihr Geburtsland Gambia
zurück und begann auch dort über die schlimmen Folgen der
Genitalverstümmelung zu reden. Engagiert und selbstbewusst schaffte
es Jaha, sogar mit der Regierung und mit einflussreichen islamischen
Geistlichen in Kontakt zu treten. Der größte Erfolg ihrer
Aufklärungskampagne in Gambia ist wohl, das im Jahr 2015 der damals
amtierende Staatspräsident Yahya Jammeh offiziell das Verbot der
Beschneidung von Frauen verkündete. Doch es wird lange dauern, bis
diese frauenverachtende Tradition ausgemerzt ist.

„Mütter in Schande“ – Ein Film von Lorenzo Benítez (deutsche
Bearbeitung: Rosemarie Pagani-Trautner)

In den meisten arabischen Staaten ist Sex vor der Ehe verboten,
besonders für Frauen. Das gilt auch in Marokko. Sollte eine junge
unverheiratete Frau dennoch eine sexuelle Beziehung mit einem Mann
eingehen und dabei schwanger werden, muss sie mit gesellschaftlicher
Ächtung rechnen.

Hafida ist eine junge Marokkanerin, die bei einer kurzen Sommerliebe
ungewollt schwanger wurde. Der Vater des Kindes ließ sie sitzen und
setzte sich nach Italien ab. Aus Angst vor ihrer Familie floh Hafida
aus ihrer Heimatstadt El Jadida in die nordmarokkanische Stadt
Tanger, um in der Anonymität der Großstadt ihren kleinen Sohn
aufzuziehen. Viele Frauen sehen sich allerdings nicht in der Lage,
ein Kind alleine aufzuziehen und entschließen sich zur Abtreibung
oder setzen ihr Neugeborenes einfach aus.

In Tanger ist Hafida mit dem Verein „100 Prozent Mamas“ in Kontakt
gekommen. Einer Organisation, die sich für die Rechte lediger Mütter
und deren Kinder einsetzt und ihnen finanzielle Unterstützung,
Unterkunft und Ausbildung bietet. Sie hat begonnen, bei „100 Prozent
Mamas“ aktiv mitzuarbeiten, um anderen Frauen in schwierigen
Situationen beizustehen. So hält sie vor Arbeiterinnen und
Schülerinnen Aufklärungsunterricht und lehrt die jungen Frauen, wie
sie sich vor ungewollten Schwangerschaften schützen können. Auch
Männer – zum Beispiel Psychologen und Psychiater – engagieren sich im
Verein „100 Prozent Mamas“ für junge alleinstehende Mütter. Ein
Lichtblick zwar, doch erst ein Beginn, die prekäre und ungerechte
Situation von Frauen in einer männerdominierten Welt zu verbessern.

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