Bundespräsident Alexander Van der Bellen antwortet Mauthausen-Überlebenden

Zerstörerischer Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus dürfen keinen Platz in Österreich haben

Wien (OTS) - Bundespräsident Alexander Van der Bellen antwortet auf den Offenen Brief von Präsident Prof. Guy Dockendorf und Generalsekretär Univ.-Lekt. Mag. Andreas Baumgartner vom Internationalen Mauthausen Komitee (CIM). Der Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Präsident!
Sehr geehrter Herr Generalsekretär!

Ich danke Ihnen für Ihre Zusendung vom 11. Jänner 2018, die ich erhalten und aufmerksam gelesen habe.

Seit langer Zeit verfolge ich die verdienstvolle Arbeit des Comité International de Mauthausen und kann Ihnen bei dieser Gelegenheit einmal mehr versichern, wie sehr ich diese wichtige Tätigkeit, die immer unter dem Motto „Niemals vergessen!“ stehen muss, schätze.

Ich habe sowohl in den bisherigen Gesprächen mit der gegenwärtigen Bundesregierung als auch öffentlich betont, dass der Respekt vor unserer gemeinsamen Geschichte es gebietet, dass wir die Verantwortung für diese Geschichte übernehmen, für ihre hellen UND ihre dunkelsten Seiten.

Und ich habe auch darauf hingewiesen, dass es der Achtsamkeit beim Gebrauch unserer Sprache bedarf. Es ist nicht gleichgültig, wie wir mit Worten und Formulierungen umgehen. Sie formen unser Bewusstsein und später unsere Realität.

Wir brauchen den Respekt von Minderheitenrechten, den Respekt vor Andersdenkenden und die Unterstützung für jene in unserer Gesellschaft, die sie am notwendigsten brauchen. Daran zeigt sich, was unsere Werte wirklich wert sind.

Ich darf Ihnen, sehr geehrter Herr Präsident und sehr geehrter Herr Generalsekretär, versichern, dass ich mich während meiner ganzen Amtszeit dafür einsetzen werde, dass zerstörerischer Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Antisemitismus keinen Platz in Österreich haben dürfen.

Mit nochmaligem Dank für Ihr wichtiges Engagement
und mit den besten Grüßen

Ihr Alexander Van der Bellen

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