Franz West Nachlass: Privatstiftung legt ao Revision ein

Wien (OTS) - Der Vorstand der Franz West Privatstiftung hat gestern, am, 9. Jänner 2017, gegen die Berufungsentscheidung des OLG Wien vom 28.11.2017 eine ao Revision eingebracht. Gleichzeitig arbeitet der Vorstand intensiv an einer außergerichtlichen Einigung mit dem Verein Archiv Franz West und bemüht sich um eine Einigung mit Verlassenschaft und Erben.

Stephan Frotz, Stiftungsvorstand und Rechtsanwalt: „Die ao Revision müssen wir erheben, um unserer Sorgfaltspflicht zu entsprechen. Es gibt wesentliche inhaltliche Gründe dafür, den OGH mit der Sache zu befassen.“ So habe das Landesgericht für Zivilrechtsachen Wien unmissverständlich festgestellt, dass es der klare Wille von Franz West war, seine Kunstwerke der von ihm gegründeten Franz West Privatstiftung zu übertragen. Die Stiftung wiederum hat nach dem Willen von Franz West sicherzustellen, dass dessen künstlerisches Werk erhalten und professionell betreut wird. „Die rein formale, dem Wunsch und Willen von Franz West nicht gerecht werdende Begründung der erstinstanzlichen Entscheidung und der Berufungsentscheidung hält der Stiftungsvorstand für materiellrechtlich unrichtig“, so Frotz. Darüber hinaus gäbe es auch schadenersatzrechtliche Gründe. Unterstützt wird diese Rechtsansicht durch eine gutachtliche Stellungnahme des renommierten Zivilrechtlers Univ.Prof. und Rechtsanwalt Dr. Raimund Bollenberger.

Einvernehmliche Beilegung aller Auseinandersetzungen als Ziel

Roland Grassberger, Vorsitzender des Stiftungsvorstands und Neffe von Franz West, ergänzt: „Wir haben Verständnis für die Erben. In diesem Sinn hat die Franz West Privatstiftung auch anerkannt, dass beide Kinder  aufgrund der Widmung der Kunstwerke Pflichtteilsergänzungsansprüche haben.“ Die Stiftung werde deshalb den minderjährigen Kindern beträchtliche finanzielle Leistungen erbringen, wenn sie das Verfahren gegen die Verlassenschaft gewinnt und die Widmung der Kunstwerke bestehen bleibt.

Grassberger: „Im Streit um den Nachlass meines Onkels wurde in der Vergangenheit oft sehr emotional agiert. Wir sind angetreten, um dies zu ändern. Wir wollen uns auf unsere eigentliche Aufgabe als Stiftungsvorstand, die Förderung des Werks von Franz West, konzentrieren und nicht streiten und Prozesse führen.“ Für den Stiftungsvorstand hat daher eine Einigung sowohl mit der Verlassenschaft  als auch mit dem Verein Archiv Franz West höchste Priorität. "Die beste Lösung für alle Beteiligten wäre eine rasche einvernehmliche Beilegung aller Auseinandersetzungen und eine gute Zusammenarbeit. Die Gespräche, die wir derzeit führen, machen uns sehr zuversichtlich, dass dies in den nächsten Monaten auch gelingen wird“, so Grassberger.

Die heutigen Mitglieder des Stiftungsvorstandes, Roland Grassberger, Othmar Eberhart und Stephan Frotz, wurden erst mit Beschluss des Handelsgerichtes Wien vom 08.07.2016  bestellt.

Rückfragen & Kontakt:

Für die Franz West Privatstiftung
Alfred Autischer
alfred.autischer@gaisberg.eu
Tel.: +43 664 88 44 64 20

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0008