• 02.01.2018, 12:07:18
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LH Mikl-Leitner startet „Initiative Landarzt Niederösterreich“

Paket umfasst Sofort-Maßnahmen und Struktur-Maßnahmen

Utl.: Paket umfasst Sofort-Maßnahmen und Struktur-Maßnahmen =

St. Pölten (OTS/NLK) - Das Thema Gesundheit und dabei die
Aufrechterhaltung der ärztlichen Versorgung in den Regionen sei den
Menschen sehr wichtig, und dies sei auch ein klarer Auftrag für die
Politik, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner heute, Dienstag,
im Zuge einer Pressekonferenz im Landhaus in St. Pölten. Gemeinsam
mit LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Landesrat Ludwig
Schleritzko gab sie dabei den Startschuss für die „Initiative
Landarzt Niederösterreich“.

Zur aktuellen Ausgangslage stellte Mikl-Leitner fest, dass „die
medizinische Versorgung in Niederösterreich auf höchstem Niveau“
liege. Sie verwies dabei u. a. auf das flächendeckende Netz der 27
Landeskliniken in allen Regionen Niederösterreichs sowie die
flächendeckende Versorgung im niedergelassenen Bereich. So gebe es
derzeit 770 Kassenverträge im niedergelassenen Bereich, davon seien
fünf Stellen derzeit nicht besetzt. Dies sei zwar weniger als ein
Prozent, aber dennoch sei dieses eine Prozent „ein klares Signal,
hier Maßnahmen zu setzen und vorausschauend zu handeln“, betonte
Mikl-Leitner. Als Beispiele nannte sie drei Gemeinden, in denen seit
2016 die Landarztpraxen nicht besetzt sind: in Gresten-Land wurde die
Stelle bereits 24 mal ausgeschrieben, in Aspangberg-St. Peter
ebenfalls 24 mal und in Groß-Siegharts 20 mal.

Da diese Situation „nicht zufriedenstellend“ sei, haben man nun ein
„ganz konkretes Maßnahmenpaket geschnürt“, so die Landeshauptfrau.
Dieses umfasse „ein Sofort-Maßnahmenpaket“ und ein
„Struktur-Maßnahmenpaket“, informierte sie: „Wir wollen damit
Vorreiter sein und damit auch zeigen, dass wir die Sorgen der
Bevölkerung ernst nehmen.“

Das Sofort-Maßnahmenpaket umfasse vor allem drei Punkte, so
Mikl-Leitner weiters. Zum ersten gebe es dabei eine
„Landarzt-Garantie“. D. h., für nicht besetzte Landarztpraxen werden
seitens der Landeskliniken-Holding Ärztinnen und Ärzte
bereitgestellt. Zum zweiten wird es für jene Allgemein-Mediziner, die
als Landarzt einspringen, Einstiegsprämien von bis zu 50.000 Euro für
die Modernisierung der Praxen geben. Und zum dritten können Landärzte
in Zukunft bei schwierigen Einsätzen Unterstützung etwa durch
Rettungsorganisationen anfordern.

Im Zuge der Struktur-Maßnahmen will man den Vollausbau der
Landsteiner-Universität bis zum Jahr 2020 abgeschlossen haben.
Weiters fordert man seitens des Landes Niederösterreich von der
Bundesregierung, die Studienplätze für Medizin aufzustocken. Darüber
hinaus werde man auch die Initiative des Landes, junge Menschen auf
die Eingangstests des Medizin-Studiums vorzubereiten, weiter
ausbauen, und ab Sommer 2018 werden mindestens 60 Lehrpraxis-Stellen
für eine praxisnahe Ausbildung zur Verfügung stehen.

Von einer „ganz klaren Garantie“ sprach auch LH-Stellvertreter im
Zusammenhang mit der „Initiative Landarzt Niederösterreich“. Pernkopf
betonte: „Das Angebot des Landes Niederösterreich tritt sofort in
Kraft.“ Es gehe aber auch darum, „dass wir morgen genug Ärztinnen und
Ärzte haben“, und deswegen werde man auch die Aktion
„Niederösterreich studiert Medizin“ nicht nur fortführen, sondern
auch ausweiten. Schon jetzt würden 60 Prozent aller Medizinstudenten
aus Niederösterreich diese Vorbereitungskurse annehmen. Weiters
bezeichnete auch Pernkopf die Anhebung der Studienplätze für Medizin
als „dringend notwendig“.

Landesrat Schleritzko wies darauf hin, dass im Jahr 2013 28
Studierende an der Landsteiner-Universität ihr Studium begonnen
haben, derzeit sind es 270 Studierende und 75 Neuaufnahmen pro Jahr.
Ab 2020 soll es an der Landsteiner-Universität 400 Plätze und 75
Absolventen geben. Seitens des Landes stelle man mittelfristig 15,5
Millionen Euro für diese Ausbildung zur Verfügung. Auch Schleritzko
verwies auf die Bedeutung der Lehrpraxisstellen, seitens des Landes
haben man sich freiwillig zur Mitfinanzierung dieser
Lehrpraxisstellen entschlossen.

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