• 28.12.2017, 10:46:59
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„Rätsel der Steinzeit“: „Universum History“ auf Spurensuche der Wendepunkte in der Geschichte der Menschheit

Am 29. Dezember um 22.35 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 29. Dezember um 22.35 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Die Steinzeit ist eine Epoche voller Rätsel. Fest steht,
dass sie entscheidend bei der Entwicklung des modernen Menschen war.
Riesige Bauwerke aus Stein wie das berühmte Stonehenge sind die
einzigen gut erhaltenen Zeugnisse, die diese Zeit dokumentieren. In
einer spannenden Dokumentation in Spielfilmlänge geht „Universum
History“ am Freitag, dem 29. Dezember 2017, um 22.35 Uhr in ORF 2 auf
Spurensuche in die Vergangenheit vor 10.000 Jahren. An allen
wichtigen Fundstellen Europas und Asiens und mit Hilfe von
internationalen Topexperten versucht Regisseurin Barbara Puskás, die
Rätsel der Steinzeit zu lösen. „Rätsel der Steinzeit – Wendepunkte in
der Geschichte der Menschheit“ entstand als Koproduktion von
epo-film, Prounen-Film, Vaughn-Video, ORF, ORF-Enterprise, ARTE, SR
und BMB, gefördert vom Fernsehfonds Austria und Kultur
Niederösterreich. Flugaufnahmen mit Helikopter und Drohnen erlauben
es, die Bauten in ihrem gesamten Ausmaß ins Bild zu rücken.
3-D-Animationen, die dem Stil von Höhlenmalereien nachempfunden sind,
illustrieren mögliche Alltagsszenen. Experimentalarchäologinnen und
-archäologen zeigen, wie die Menschen damals gelebt haben könnten,
und renommierte Wissenschafter/innen aus ganz Europa erläutern die
jüngsten Erkenntnisse der Vergangenheitsforschung.

Die Steinzeit war ein Wendepunkt der Menschheitsgeschichte. Bis etwa
10.000 vor Christus waren die Menschen Jäger und Sammler, dann wurden
sie sesshafte Ackerbauern und Viehzüchter. Die Folgen waren
gravierend – es bedeutete nichts weniger als eine völlig neue
Lebensweise und Gesellschaftskultur. Aus dieser Zeit ist wenig
erhalten – einzig Stein konnte die Jahrtausende überdauern. So findet
man Steinreihen, Steinkreise, Steintische und bis zu 20 Meter hohe
Monolithen quer über den Erdball verstreut – vor allem aber in
Europa. Heute wissen wir, dass ihre Entstehung mit dem Phänomen der
Sesshaftigkeit einherging. Wie wurden sie errichtet, wer waren ihre
Schöpfer und welche Bedeutung haben sie? Gab es eine globale Kultur
oder entstanden die Steinbauten autonom? Fragen, über die
Wissenschafter/innen seit Langem diskutieren.

In der Türkei wurde der bisher älteste Monumentalbau entdeckt:
Göbekli Tepe. Die Anlage besteht aus bis zu 20 Tonnen schweren
Steinquadern – verziert mit kunstvollen Tierreliefs. Diese rund
12.000 Jahre alte Anlage könnte die Inspiration für die
Megalith-Kulturen in Europa gewesen sein – überliefert durch
klimabedingte Wanderungsbewegungen von Ost nach West.

„Bereits die Jäger und Sammler benutzten die Seewege wie wir heute
Landstraßen“, so die Erkenntnis der österreichischen Forscherin
Barbara Horejs. Diese Tradition setzten auch die Bauern aus der Ägäis
und Südanatoliens fort. Nach und nach – im Laufe von etwa 5.000
Jahren – besiedelten sie weite Teile des heutigen Europas. Ihren Weg
pflastern steinerne Zeugen: gigantische Tempelanlagen auf Malta, die
faszinierenden Steinreihen von Carnac in Frankreich bis zum
wahrscheinlich ältesten Steinkreis Großbritanniens auf den
Orkney-Inseln. Warum sich die Menschen mit diesen gigantischen
Monumenten aus Stein verewigt haben, kann niemand genau sagen.
Wahrscheinlich hatten sie alle mythischen Charakter – Objekte der
Selbstbehauptung einer Kultur.

Beim Betrachten dieser Anlagen stellt sich aber nicht nur die Frage,
warum dieser Aufwand betrieben wurde, sondern auch: Wie konnten
unsere Vorfahren mit den damaligen technischen Möglichkeiten Bauten
wie den Grabhügel im französischen Barnenez oder den Steinkreis von
Orkney in Schottland überhaupt errichten? Wie viele Personen waren
notwendig, um einen 20 Tonnen schweren Deckstein zu bewegen? Auch
diese Fragen weisen auf den radikalen Entwicklungsschub des Menschen
in dieser Epoche hin.

„Seit Millionen Jahren leben die Menschen als Wildbeuter und dann
werden sie sesshaft. Diese Veränderung ist viel radikaler als der
Beginn des digitalen Zeitalters oder die Industrialisierung“, sagt
der renommierte deutsche Prähistoriker Hermann Parzinger. Die
Entdeckung des Ackerbaus und der Viehzucht führte zu größeren
Siedlungen und anderen Ernährungsweisen. Die neolithischen Menschen
waren die ersten, die sich damit von materiellen Gütern abhängig
machten. Dieser gesellschaftliche Umbruch am Ende der Jungsteinzeit
beeinflusst unser Leben bis heute.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRF

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