„Rätsel der Steinzeit“: „Universum History“ auf Spurensuche der Wendepunkte in der Geschichte der Menschheit

Am 29. Dezember um 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Die Steinzeit ist eine Epoche voller Rätsel. Fest steht, dass sie entscheidend bei der Entwicklung des modernen Menschen war. Riesige Bauwerke aus Stein wie das berühmte Stonehenge sind die einzigen gut erhaltenen Zeugnisse, die diese Zeit dokumentieren. In einer spannenden Dokumentation in Spielfilmlänge geht „Universum History“ am Freitag, dem 29. Dezember 2017, um 22.35 Uhr in ORF 2 auf Spurensuche in die Vergangenheit vor 10.000 Jahren. An allen wichtigen Fundstellen Europas und Asiens und mit Hilfe von internationalen Topexperten versucht Regisseurin Barbara Puskás, die Rätsel der Steinzeit zu lösen. „Rätsel der Steinzeit – Wendepunkte in der Geschichte der Menschheit“ entstand als Koproduktion von epo-film, Prounen-Film, Vaughn-Video, ORF, ORF-Enterprise, ARTE, SR und BMB, gefördert vom Fernsehfonds Austria und Kultur Niederösterreich. Flugaufnahmen mit Helikopter und Drohnen erlauben es, die Bauten in ihrem gesamten Ausmaß ins Bild zu rücken. 3-D-Animationen, die dem Stil von Höhlenmalereien nachempfunden sind, illustrieren mögliche Alltagsszenen. Experimentalarchäologinnen und -archäologen zeigen, wie die Menschen damals gelebt haben könnten, und renommierte Wissenschafter/innen aus ganz Europa erläutern die jüngsten Erkenntnisse der Vergangenheitsforschung.

Die Steinzeit war ein Wendepunkt der Menschheitsgeschichte. Bis etwa 10.000 vor Christus waren die Menschen Jäger und Sammler, dann wurden sie sesshafte Ackerbauern und Viehzüchter. Die Folgen waren gravierend – es bedeutete nichts weniger als eine völlig neue Lebensweise und Gesellschaftskultur. Aus dieser Zeit ist wenig erhalten – einzig Stein konnte die Jahrtausende überdauern. So findet man Steinreihen, Steinkreise, Steintische und bis zu 20 Meter hohe Monolithen quer über den Erdball verstreut – vor allem aber in Europa. Heute wissen wir, dass ihre Entstehung mit dem Phänomen der Sesshaftigkeit einherging. Wie wurden sie errichtet, wer waren ihre Schöpfer und welche Bedeutung haben sie? Gab es eine globale Kultur oder entstanden die Steinbauten autonom? Fragen, über die Wissenschafter/innen seit Langem diskutieren.

In der Türkei wurde der bisher älteste Monumentalbau entdeckt:
Göbekli Tepe. Die Anlage besteht aus bis zu 20 Tonnen schweren Steinquadern – verziert mit kunstvollen Tierreliefs. Diese rund 12.000 Jahre alte Anlage könnte die Inspiration für die Megalith-Kulturen in Europa gewesen sein – überliefert durch klimabedingte Wanderungsbewegungen von Ost nach West.

„Bereits die Jäger und Sammler benutzten die Seewege wie wir heute Landstraßen“, so die Erkenntnis der österreichischen Forscherin Barbara Horejs. Diese Tradition setzten auch die Bauern aus der Ägäis und Südanatoliens fort. Nach und nach – im Laufe von etwa 5.000 Jahren – besiedelten sie weite Teile des heutigen Europas. Ihren Weg pflastern steinerne Zeugen: gigantische Tempelanlagen auf Malta, die faszinierenden Steinreihen von Carnac in Frankreich bis zum wahrscheinlich ältesten Steinkreis Großbritanniens auf den Orkney-Inseln. Warum sich die Menschen mit diesen gigantischen Monumenten aus Stein verewigt haben, kann niemand genau sagen. Wahrscheinlich hatten sie alle mythischen Charakter – Objekte der Selbstbehauptung einer Kultur.

Beim Betrachten dieser Anlagen stellt sich aber nicht nur die Frage, warum dieser Aufwand betrieben wurde, sondern auch: Wie konnten unsere Vorfahren mit den damaligen technischen Möglichkeiten Bauten wie den Grabhügel im französischen Barnenez oder den Steinkreis von Orkney in Schottland überhaupt errichten? Wie viele Personen waren notwendig, um einen 20 Tonnen schweren Deckstein zu bewegen? Auch diese Fragen weisen auf den radikalen Entwicklungsschub des Menschen in dieser Epoche hin.

„Seit Millionen Jahren leben die Menschen als Wildbeuter und dann werden sie sesshaft. Diese Veränderung ist viel radikaler als der Beginn des digitalen Zeitalters oder die Industrialisierung“, sagt der renommierte deutsche Prähistoriker Hermann Parzinger. Die Entdeckung des Ackerbaus und der Viehzucht führte zu größeren Siedlungen und anderen Ernährungsweisen. Die neolithischen Menschen waren die ersten, die sich damit von materiellen Gütern abhängig machten. Dieser gesellschaftliche Umbruch am Ende der Jungsteinzeit beeinflusst unser Leben bis heute.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0001