Gewalt an Frauen und Kindern und häusliche Gewalt ist zentrales Sicherheitsrisiko

Das tatsächlich größte Sicherheitsrisiko für unsere Bevölkerung geht jedoch vom eigenen Partner oder nahen Familienangehörigen aus
Rosa Logar
Die Umsetzung der Konvention und ihrer Empfehlungen ist ein Auftrag an alle im Nationalrat vertretenen Parteien und an die Regierung. Wir appellieren an die neue Regierung, diesen Auftrag ernst zu nehmen und die Konventionsumsetzung als Teil ihrer Arbeit zu verstehen.
Maria Rösslhumer

Wien (OTS) - Im veröffentlichten Regierungsprogramm nimmt das Thema „Sicherheit“ eine zentrale Rolle ein, der Fokus wird hier eindeutig auf den Aspekt der öffentlichen Sicherheit gerichtet. Das tatsächlich größte Sicherheitsrisiko für unsere Bevölkerung geht jedoch vom eigenen Partner oder nahen Familienangehörigen aus so Rosa Logar, eine Sprecherin der Allianz GewaltFREI leben.

Im Regierungsprogramm ist zu lesen: „Familie gibt Halt, Sicherheit und Geborgenheit in jeder Lebenslage“ – leider ist das nicht die Realität für die 18.000 Frauen und Kinder, die innerhalb ihrer Familie Gewalt erfahren und als KlientInnen in Gewaltschutzzentren Rat und Hilfe suchen. In Österreich ist jede fünfte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt. Darüber hinaus werden in Österreich jährlich 20-25 Frauen durch ihre eigenen (Ex-)Partner oder Familienmitglieder ermordet. Die Autonomen Frauenberatungsstellen bei sexueller Gewalt Österreich (BAFÖ) begleiten ca. 1.400 Klientinnen pro Jahr.

Erhöhung des Budgets für den Gewaltschutz dringend notwendig

In Anbetracht des Ausmaßes und der Folgen von körperlicher und sexueller Gewalt, muss diesem Sicherheitsaspekt mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die neue Regierung muss jede Form von Gewalt als Sicherheitsrisiko verstehen.  Sie muss zudem anerkennen, dass Gewalt durch Strafverschärfungen alleine nicht entgegengewirkt werden kann.

Den bestürzenden Zahlen zu körperlicher und sexueller Gewalt stehen viel zu geringe Investitionen in allen Ressorts für die Bekämpfung und Prävention von Gewalt an Frauen und Kindern gegenüber. Es ist daher dringend notwendig die finanziellen Mittel für den Gewaltschutz aufzustocken.

Österreich hat die Europarat-Konvention zur Bekämpfung und Verhinderung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt ratifiziert.  In diesem Zusammenhang hat das Europarat-Expertinnenkomitee bestätigt, dass Investitionen in Österreich nötig sind, um langfristige negative Folgen für die Betroffenen und auch noch höhere volkswirtschaftliche Folgekosten zu vermeiden. Maria Rösslhumer, eine Sprecherin der Allianz GewaltFREI leben, betont: Die Umsetzung der Konvention und ihrer Empfehlungen ist ein Auftrag an alle im Nationalrat vertretenen Parteien und an die Regierung. Wir appellieren an die neue Regierung, diesen Auftrag ernst zu nehmen und die Konventionsumsetzung als Teil ihrer Arbeit zu verstehen.

Die Allianz GewaltFREI leben bietet ihre Expertise bei der Umsetzung der Europarat-Konvention sowie Unterstützung bei der Erstellung eines  Nationalen Aktionsplans gegen Gewalt an Frauen und Kindern an. Wir erwarten, dass alle Formen von Gewalt an Frauen und Kindern von der neuen Regierung als zentrales Problem anerkannt werden und die Bekämpfung und Prävention auch dem Ausmaß entsprechend Beachtung findet.

GewaltFREI Leben – Allianz zur Umsetzung der Europarats-Konvention gegen Gewalt an Frauen und häusliche Gewalt.

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Rückfragen & Kontakt:

DSA Rosa Logar
für die Allianz GewaltFREI Leben und Geschäftsführerin des Vereins Wiener Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie
rosa.logar@interventionsstelle-wien.at
Tel. 0664 311 94 58

Mag.a Maria Rösslhumer
für die Allianz GewaltFREI Leben und Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser, AÖF
maria.roesslhumer@aoef.at
Tel: 0664 793 0789

http://gewaltfreileben.at

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