Jugendheimskandal in NÖ: Volle Attacke von ÖVP und SPÖ auf InformantInnen

Helga Krismer: "Wer das System in Niederösterreich kritisiert, muss damit rechnen, am Ende finanziell und beruflich ruiniert zu sein."

Wer das System in Niederösterreich kritisiert, muss damit rechnen, am Ende finanziell und beruflich ruiniert zu sein.
Helga Krismer

St. Pölten (OTS) - Ein ehemaliger Betreuer und ein ehemaliger Therapeut einer Organisation, die Kinder- und Jugendwohnheime in NÖ unterhält, brachten den Fall ins Rollen: Kinder und Jugendliche in diesen Einrichtungen sollen nicht gut behandelt worden sein. Die Methoden würden an die 70er-Jahre-Pädagogik erinnern. Es fehle an qualifizierten Personal und Kontrollen. Die meist traumatisierten Jugendliche bräuchten Therapien, die sie nicht bekommen. „Die Liste der Vorwürfe ist lang. Grund genug, alle Verdachtsmomente genau zu prüfen. Was passiert aber stattdessen: die InformantInnen, die den Weg an die Öffentlichkeit suchten, weil weder Geschäftsführung, noch die Abteilung des Landes NÖ ihnen Glauben schenkten und helfen wollten, werden nun mit Klagen und persönlichen Beschuldigungen eingedeckt, damit sie klein beigeben“, fasst Helga Krismer die Entwicklung der causa seit ihrer Pressekonferenz am 4. Dezember zusammen.

Mehr noch: ein 18-jähriger, der diese Vorwürfe als Opfer zu Protokoll gab, wird nun vom System fallen gelassen: „Der psychisch labile Junge ist 18. Die Jugendwohlfahrt interessiert sich nicht mehr für ihn. Er wird von Schnabl (SPÖ) zu Schwarz (ÖVP) geschoben“, so Helga Krismer.

Für die Grüne passiert genau das, was sie als Grüne aufgrund ihrer jahrelangen Erfahrung vermutet hat: „Wer das System in Niederösterreich kritisiert, muss damit rechnen, am Ende finanziell und beruflich ruiniert zu sein. Im aktuellen Fall schrecken die Beteiligten auch nicht vor persönlichen Angriffen zurück, um die InformantInnen als psychisch krank und unglaubwürdig darzustellen. Und Johanna Mikl-Leitner? Sie schweigt. Eine Reaktion der Landeshauptfrau wäre längst überfällig“, so Helga Krismer.

Die Grüne versichert den InformantInnen weiter auf Aufklärung zu setzen: „Es sind Berge an Dokumente zu sichten. Es sind etliche ZeugInnen zu befragen. Die Verdachtsmomente sind so tragisch, dass man sie nicht unter den Teppich kehren darf. Der Soko von SP-Schnabel vertraue ich wenig – immerhin ist der Geschäftsführer der verdächtigen Kinder- und Jugendeinrichtung ein SP-Funktionär. Den U-Auschuss Antrag der Grünen haben ÖVP und SPÖ abgelehnt. Ich frage mich also: setzten ÖVP und SPÖ alles daran die Kinder und Jugendliche zu schützen oder das System und ihre Nutznießer?“, so Helga Krismer.

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