BSA-Mailath: Rückschrittliche Bildungspolitik, visionslos in der Kultur und einschränkend an den Unis!

Sozialdemokratische Akademikerorganisation zur neuen Regierung

Das differenzierte Schulsystem weiter auszubauen, statt endlich in eine gemeinsame Schule zu investieren,  Sonderschulen zu erhalten, eigene Deutschklassen einzurichten sowie die nicht messbare ergebnisorientierte Entlohnung von Pädagogen und Pädagoginnen ist mehr als rückschrittlich. Wenn dann auch noch Sozialleistungen an Schulerfolge geknüpft werden, wird einer Chancengerechtigkeit der Riegel vorgeschoben und sozial schwache Familien im Besonderen benachteiligt.
Mag.a Barbara Huemer, Vorsitzende der AHS LehrerInnen im BSA
Die Einführung des 12-Stunden-Tags und des ‚Familienbonus‘ mit der gleichzeitigen Abschaffung der Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten verringert vor allem für Frauen dem Anreiz (wieder) ins Erwerbsleben einzusteigen.
DI Anna Vukan, Generalsekretärin BSA
Dieses Regierungsprogramm ist ein Aufbruch in längst vergangene Zeiten! Die kolportierte Forderung nach mehr Individualität, Freiheit und Verantwortung des Einzelnen fördert ausschließlich Unternehmen sowie kinderreiche, einkommensstarke Familien.
Andreas Mailath-Pokorny, BSA Präsident

Wien (OTS) - Der Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen (BSA) stellt sich entschieden gegen die Pläne der neuen Regierung, den freien Zugang zu Bildung einzuschränken, im Schulsystem zu längst überholten Bildungsmodellen zurückzukehren sowie hart erkämpfte ArbeitnehmerInnen- und Frauenrechte zu beschneiden. 

„Dieses Regierungsprogramm ist ein Aufbruch in längst vergangene Zeiten! Die kolportierte Forderung nach mehr Individualität, Freiheit und Verantwortung des Einzelnen fördert ausschließlich Unternehmen sowie kinderreiche, einkommensstarke Familien.“, so BSA- Präsident Andreas Mailath- Pokorny. Seit Jahren verwehrt sich der BSA gegen Zugangsbeschränkungen an Universitäten. Nun sollen nicht nur nicht näher bezifferte Studiengebühren wieder eingeführt werden, wenn die Rede von Studienplatzfinanzierung ist, dann sind damit nichts anderes als erweiterte Zugangsbeschränkungen gemeint. Mit der Degradierung der HochschülerInnenschaft zu einer reinen Serviceeinrichtung wird den Studierenden außerdem das Recht auf eine politische Interessenvertretung genommen.

Barbara Huemer, Vorsitzende der AHS LehrerInnen im BSA, zeigt sich besorgt gegenüber den Plänen für den Schulbereich: „Das differenzierte Schulsystem weiter auszubauen, statt endlich in eine gemeinsame Schule zu investieren,  Sonderschulen zu erhalten, eigene Deutschklassen einzurichten sowie die nicht messbare ergebnisorientierte Entlohnung von Pädagogen und Pädagoginnen ist mehr als rückschrittlich. Wenn dann auch noch Sozialleistungen an Schulerfolge geknüpft werden, wird einer Chancengerechtigkeit der Riegel vorgeschoben und sozial schwache Familien im Besonderen benachteiligt.“ 

„Die Einführung des 12-Stunden-Tags und des ‚Familienbonus‘ mit der gleichzeitigen Abschaffung der Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten verringert vor allem für Frauen dem Anreiz (wieder) ins Erwerbsleben einzusteigen.“, fürchtet Anna Vukan, Generalsekretärin des BSA. Dass man die Kammern dazu zwingen wird, sich selbst ein Sparprogramm aufzuerlegen, ist nur ein weiterer Schritt zur Schwächung der ArbeitnehmerInnenrechte.

Die Ernennung von Ministern, die augenscheinlich in rechtsextremen Netzwerken verhaftet sind, widerspricht jeglicher österreichischer Tradition von Konsenspolitik und führt zu weiterer Polarisierung.

Auch in der Kulturpolitik geht es der neuen Regierung hauptsächlich um bürokratische Kontrolle, alte Hüte und Erhaltung eines status quo. 

Dass endlich Nachkommen von Holocaust-Opfern die österreichische Staatsbürgerschaft bekommen sollen, ist eine späte Genugtuung, nachdem genau das ÖVP-Innenminister jahrelang abgelehnt hatten.

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