- 15.12.2017, 10:46:04
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FPÖ-Leyroutz: Fachärztemangel in Kärnten – Patienten vor Kostenlawine schützen!
SPÖ, ÖVP und Grüne lehnen höheren Ersatz von Wahlarztkosten durch GKK ab
Utl.: SPÖ, ÖVP und Grüne lehnen höheren Ersatz von Wahlarztkosten
durch GKK ab =
Klagenfurt (OTS) - „Die Kärntner Gesundheitsversorgung weist große
Lücken auf. Es gibt u.a. zu wenige Fachärzte mit Kassenvertrag. So
sehr sich diese engagieren, können sie lange Wartezeiten nicht
verhindern. Zehntausende Kärntner Patienten sehen sich daher
gezwungen, einen Privatarzt aufzusuchen, den sie aber privat bezahlen
müssen. Wenn sie von der GKK einen Kostenersatz beantragen, erleben
sie eine böse Überraschung, weil sie oft nur lächerliche Beträge
zurückbekommen“, kritisiert FPÖ-Klubobmann Mag. Christian Leyroutz.
Die GKK ersetze maximal 80 % des jeweiligen Kassentarifs, rechne aber
in einem völlig intransparenten System weitere Abschläge ein, sodass
die Versicherten oft nur 50 % und weniger heraus bekämen.
„Das ist für die Versicherten unzumutbar. Die FPÖ stellte daher im
Kärntner Landtag den dringlichen Antrag, dass die
Zielsteuerungskommission Gesundheit festlege, dass die GKK 100 %
ihrer jeweiligen Tarife refundieren muss. Das sollte für jene Fächer
gelten, wo der Kassenarztmangel am größten ist. Leider haben SPÖ,
ÖVP und Grüne, die als einzige in der Zielsteuerungskommission
sitzen, diese Entlastung für die Patienten abgelehnt“, bedauert
Leyroutz.
Er weist darauf hin, dass die Situation bei den Fachärzten für
Kinderheilkunde, Gynäkologie, Neurologie und Psychiatrie besonders
dramatisch sei. Salzburg, das weniger Einwohner als Kärnten hat,
verfüge über 20 Kassenfachärzte mehr, Tirol habe 65 Stellen mehr.
Sogar das um 40 % bevölkerungsschwächere Vorarlberg habe 5
Kinderärzte mehr, 7 Internisten mehr, 6 Neurologen/ Psychiater mehr.
Der Direktor der Kärntner GKK Dr. Johann Lintner habe öffentlich
bestätigt, dass immer mehr Versicherte Hilfe bei Wahlärzten suchten
und nannte die Mangelfächer, Kinderheilkunde und Gynäkologie. Immer
mehr Eltern gehen mit ihren Kindern zu Privatkinderärzten, weil sie
vor den überfüllten Ordinationen der (viel zu wenigen) Pädiater mit
Kassenvertrag flüchten. Immer mehr Frauen wollen nicht viele Wochen
auf einen Termin bei den überlasteten Kassengynäkologen warten.
2017 werde die GKK über 9 Millionen Euro an Wahlarztkosten ersetzen.
Es handle sich um über 200.000 Rechnungen, die eingereicht werden.
Das bedeute, dass Zehntausende GKK-Versicherte in Kärnten zu einem
Wahlarzt ausweichen. „Es darf nicht sein, dass die GKK für Defizite,
die sie selbst durch die Nichtschaffung von Facharztstellen schafft,
einen finanziellen Nutzen zieht, indem sie für die Wahlarztleistungen
weniger zahlt“, betont Leyroutz, der bedauert, dass diese
Mangelsituation bis 2020 fixiert sei.
„Gesundheitsreferentin Beate Prettner hat in ihrem Strukturplan diese
zu geringen Arztstellen festgelegt. Eine Überarbeitung dieses
untauglichen Konzepts lehnten SPÖ, ÖVP und Grüne im Landtag ab“,
teilte Leyroutz abschließend mit.
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