Hochschulvertretungen an Technischen Universitäten gegen Studiengebühren

Geplante Studiengebühren lösen eine Lawine an Hürden für Studierende aus

Wien/Graz (OTS) - Die HochschülerInnenschaften an den Technischen Universitäten Wien und Graz lehnen die Einführung von allgemeinen Studiengebühren, auf die sich FPÖ und ÖVP in den Koalitionsverhandlungen geeinigt haben, klar ab.

Die zukünftige Regierung provoziert mit der Einhebung von Studiengebühren eine soziale Selektion. Für viele StudienwerberInnen ist die Entscheidung zu einem Studium keine Selbstverständlichkeit. Fehlende Vorbilder und nicht vorhandene Mittel sind oft Grund genug nicht zu inskribieren. Vorallem betrifft dies Personen aus Familien mit nicht akademischem Hintergrund. Die kommende Regierung sollte sich dafür einsetzen Bildung frei zugänglich zu machen und, nicht die soziale Kluft auf der Hochschule zu steigern.

Bereits jetzt sind Studierende ohne finanzielle Unterstützung dazu gezwungen, neben ihrem Vollzeitstudium erwerbstätig zu sein. “Diese Mehrbelastung, die aktuell bereits über 60% der Studierenden betrifft, wird durch die Einführung von Studiengebühren weiter gesteigert. Durch die erzwungene Erwerbstätigkeit wird das Studium unweigerlich in die Länge gezogen.” so Georg Rudelstorfer, Vorsitzender der HTU Graz. “ Zudem macht es die aktuelle Situation bezüglich Beihilfen in Österreich nahezu unmöglich ein ordentliches Studium ohne zusätzliches Einkommen abzuschließen. Die Einführung von Studiengebühren führt in keinster Weise zu einer Verbesserung dieses Missstandes.”

Offensichtlich ist, dass die Finanzierung der Universitäten nicht einmal als Scheingrund für die Einführung genannt wird. Die geplanten Studiengebühren haben keine Absicht, etwas zu verbessern - sie sind reine Schikane. “Medizin-AbsolventInnen als Sündenböcke zu verwenden ist realitätsfern und auch nur eine weitere vorgeschobene Begründung.” meint Viktoria Reiter, Vorsitzende der HTU Wien. “Für die Steuergeschenke an die Reichen sollen alle zahlen, vor allem jene, die neben dem Studium arbeiten. Deshalb wird sich die HTU Wien an der Kundgebung am Tag der Angelobung mit der ÖH-Bundesvertretung und weiteren Gruppen beteiligen.” so Reiter abschließend.

Die HochschülerInnenschaften der technischen Universitäten Graz und Wien fordern deshalb die Ausfinanzierung des Hochschulsektors und Bildungspolitk mit Hausverstand. Studiengebühren führen nicht zu einer Lösung, sondern sind eine Benachteiligung einer Bevölkerungsgruppe, welche stattdessen gefördert gehört. Denn von gebildeten Menschen profitiert das ganze Land.

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Daniel Colin-Hernandez

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