Studiengebühren: ÖH erteilt Koalitionsplänen klare Absage

Nach Bekanntwerden der Pläne ruft die ÖH zu Protesten auf

Wien (OTS) - Wie aus Medienberichten bekannt wurde, haben sich ÖVP und FPÖ heute auf Pläne für die Einführung flächendeckender Studiengebühren, um diese als Teil des Koalitionsabkommens auf den Tisch zu bringen, geeinigt. Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) stellt sich entschieden gegen dieses Vorhaben, dass sowohl aus sozialer als auch aus studienrechtlicher Sicht verantwortungslos wäre.

„Dass wir das Kapitel flächendeckender Studiengebühren noch nicht ein für alle Mal geschlossen haben, stellt dem Hochschulraum Österreich kein gutes Zeugnis aus“, zeigen sich Johanna Zechmeister, Hannah Lutz und Marita Gasteiger vom Vorsitzteam der ÖH-Bundesvertretung verständnislos. „Der Verwaltungsaufwand, der sich aus der Einführung solcher Gebühren ergeben würde, wäre enorm“, führt Zechmeister weiter aus. „Hinzu kommt, dass Österreichs Hochschultypen derzeit fünf unterschiedlichen Bundesgesetzen unterstellt sind, wodurch es gar nicht möglich wäre, die Einhebung, Verwaltung und Verwendung der Beiträge einheitlich zu regeln.“ Neben den studienrechtlichen Aspekten bergen Studiengebühren fatale Folgen für Studierende mit sozioökonomisch schwächerem Hintergrund in sich. „Ein Blick auf die Studierendensozialerhebung von 2002 zeigt, welche Konsequenzen die Einführung flächendeckender Gebühren damals hatte“, zeigt sich Lutz aufgebracht. „Rund 45.000 Studierende mussten 2001 ihr Studium abbrechen, weil der finanzielle Druck zu groß für sie wurde. Auf die Lebensrealitäten von heute umgelegt, könnte diese Zahl noch drastisch ansteigen.“ Gerade im Bereich der Bildung sind Einsparungen ein fatales Signal an künftige Generationen. „In einem Land wie Österreich, in dem Bildung zu den wichtigsten Ressourcen zählt, wäre die Einführung flächendeckender Studiengebühren eine Kapitulation vor den Herausforderungen des Hochschulbereichs“, zeigt sich Gasteiger überzeugt.

Die ÖH kündigt im Vorfeld der Angelobung der Bundesregierung breite Proteste gegen die Maßnahmen an. Außerdem wird es heute Abend ab 18 Uhr eine spontane Kundgebung vor dem Palais Epstein geben. Wir werden die Vorschläge nicht so hinnehmen und rufen dazu auf, sich den Protestbewegungen anzuschließen. „Studiengebühren sind ein Schritt in die falsche Richtung. Die ÖH wird auch in Zukunft den richtigen Weg weisen, sowohl am Verhandlungstisch als auch auf der Straße“, so das Vorsitzteam abschließend.

Link zur Veranstaltung

Rückfragen & Kontakt:

ÖH - Österreichische HochschülerInnenschaft
Markus Trebuch
Pressesprecher
0676 888 522 17
markus.trebuch@oeh.ac.at
www.oeh.ac.at
Österreichische HochschülerInnenschaft
Taubstummengasse 7-9, 1040 Wien, 4.Stock

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NHO0001