• 13.12.2017, 10:38:45
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  • OTS0068

Hormontherapie zur Krankheitsprävention nach Menopause nicht sinnvoll

Empfehlung gegen Hormontherapie bei Frauen in Wechseljahren nach der letzten Regelblutung basiert auf Studie unter Leitung von Gerald Gartlehner, Donau-Universität Krems

Utl.: Empfehlung gegen Hormontherapie bei Frauen in Wechseljahren
nach der letzten Regelblutung basiert auf Studie unter Leitung
von Gerald Gartlehner, Donau-Universität Krems =

3500 Krems (OTS) - Die United States Preventive Services Task Force
spricht sich mit einer starken Empfehlung gegen den Einsatz von
Hormontherapie zur Prävention von chronischen Erkrankungen bei Frauen
in den Wechseljahren nach der letzten Regelblutung (Postmenopause)
aus. Die Empfehlung beruht auf einem Evidenzreport des Research
Triangle Institute International unter Leitung von Gerald Gartlehner,
Donau-Universität Krems. Der Report basiert auf 18 Studien mit Daten
von mehr als 40.000 Frauen. Empfehlung und Studie wurden am 12.
Dezember im Journal of the American Medical Association, kurz JAMA,
veröffentlicht.

Hormontherapie wird häufig nicht nur gegen Beschwerden verschrieben,
die im Zuge der Wechseljahre bei Frauen auftreten, sondern oft auch
zur Vorbeugung von chronischen Erkrankungen wie Diabetes, koronare
Herzerkrankungen oder Osteoporose. Wie eine jüngst im renommierten
Journal JAMA veröffentlichte Studie zeigt, überwiegen dabei die mit
einer Hormontherapie verbundenen Risiken wie zum Beispiel Brustkrebs,
Schlaganfall, Thrombosen oder Inkontinenz eindeutig die
gesundheitlichen Vorteile wie die Reduktion von Diabetes und
Osteoporose. Die gleichzeitig mit der Studie im Journal JAMA
veröffentliche Empfehlung der United States Preventive Services Task
Force, kurz USPSTF, spricht sich daher stark gegen den Einsatz von
Hormontherapien bei Frauen in den Wechseljahren nach der letzten
Regelblutung aus. Diese Empfehlung bezieht sich jedoch nicht auf die
Therapie von Wechselbeschwerden.

Behandlung ja, Prävention nein

Die Studie, die zur Empfehlung der USPSTF führte, wurde durch das
Research Triangle Institute – University of North Carolina
Evidence-based Practice Center, USA, unter Leitung dessen
stellvertretenden Direktors Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner,
durchgeführt. Gartlehner leitet an der Donau-Universität Krems auch
das Department für Evidenzbasierte Medizin und Klinische
Epidemiologie. Desweiteren fungiert er als Direktor von Cochrane
Österreich.

Gartlehner zur Studie: „Hormontherapie bei Frauen in den
Wechseljahren hat gesundheitliche Vor- und Nachteile. Zur Behandlung
von Wechselsymptomen kann Hormontherapie zwar durchaus sinnvoll sein,
zur Prävention von Erkrankungen sollte Hormontherapie aber nicht
eingesetzt werden, da überwiegen sicherlich die gesundheitlichen
Nachteile.“

Medizin-transparent bereitet Studie auf

Das am Department für Evidenzbasierte Medizin und Klinische
Epidemiologie der Donau-Universität Krems erstellte online-Magazin
medizin-transparent.at hat die Studie sowie die Empfehlung in leicht
verständlicher Sprache aufbereitet. Der Artikel ist auf der Website
des Magazins für alle Interessierten frei zugänglich.

Weitere Informationen:

Studie im Magazin Jama:
https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2665781

Empfehlung der United States Preventive Services Task Force (USPSTF):
https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2665782

Artikel in medizin-transparent.at:
https://www.ots.at/redirect/medizin2

Die Publikation:

Gerald Gartlehner,MD, MPH; Sheila V. Patel, BSPH; Cynthia Feltner,MD,
MPH; Rachel PalmieriWeber, PhD, MSPH; Rachel Long, PharmD, BCPS, CPP;
Kelly Mullican, PharmD, CPP; Erin Boland, MSPH; Linda Lux, MPA; Meera
Viswanathan, PhD: Hormone Therapy for the Primary Prevention of
Chronic Conditions in Postmenopausal Women. Evidence Report and
Systematic Review for the US Preventive Services Task Force, in:
Journal of the American Medical Association JAMA.
2017;318(22):2234-2249. doi:10.1001/jama.2017.16952

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