• 12.12.2017, 11:14:10
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PRAEVENIRE-Gemeindeprojekt „Gemeinsam vorsorgen in Pöggstall“ vor erfolgreichem Abschluss

Wien (OTS) - Die niederösterreichische Gemeinde Pöggstall wurde beim
ersten PRAEVENIRE Gesundheitsforum im April 2016 als eine von vier
Gemeinden ausgewählt, um ein Jahr lang ein spezielles Thema im Rahmen
eines PRAEVENIRE-Gemeindeprojekts zu ihren Bürgerinnen und Bürgern zu
tragen. Pöggstall entschied sich für das PRAEVENIRE-Gemeindeprojekt
zum Thema „public health“, dessen Fokus auf den Themen Impfwissen und
Sinnhaftigkeit des Impfschutzes liegt.

Nach einer erfolgreichen Projektumsetzung sind in den kommenden
Wochen die abschließenden Projektaktivitäten geplant. Grund genug, um
die Ziele, Aktivitäten und Erfolge des Projekts Revue passieren zu
lassen.

Ziele des Projekts

Bürgermeisterin Margit Straßhofer gab zu Beginn die Richtung für das
gemeinsame Projekt vor: „Pöggstall hat sich das ambitionierte Ziel
gesetzt, ‚Gesunde Gemeinde‘ zu werden. Wir werden das Projekt
kraftvoll unter Einbindung der Bevölkerung vorantreiben.“ Dieses Ziel
wurde von der Gemeinde auch erreicht: Pöggstall wurde im Juli 2017
zur 400. ‚Gesunden Gemeinde‘ in Niederösterreich.

Das Gemeindeprojekt „Gemeinsam vorsorgen in Pöggstall“ hat zum Ziel,
das Gesundheitswissen zu den Themen Impfen und Impfschutz in der
Marktgemeinde Pöggstall zu fördern. Dies wurde durch die Erfassung
des Status-quo des Wissenstandes der Pöggstaller Bevölkerung und
daran anschließende gezielte Wissensvermittlung angestrebt, um ihr
das nötige Rüstzeug zu geben, die individuell richtigen
Gesundheitsentscheidungen zu treffen. Damit sollte eine Steigerung
der Gesundheitskompetenz, vor allem in Bezug auf Schutzimpfungen,
sowie die Schaffung eines Verständnisses für die Wichtigkeit von
Schutzimpfungen und gleichzeitigen Abbau eventuell vorhandener
Impfskepsis, um den Herdenschutz gewährleisten zu können, erreicht
werden.

Grundlage für das Gemeindeprojekt bildete dabei stets der
Österreichische Impfplan. In diesem wird eindeutig festgehalten, dass
Schutzimpfungen zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven
Maßnahmen gehören, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Geimpfte
Personen sind im Regelfall vor der entsprechenden Krankheit
geschützt. Zudem können Krankheiten, die nur von Mensch zu Mensch
übertragen werden, z.B. Poliomyelitis, Hepatitis B, Masern oder
Keuchhusten bei einer anhaltend hohen Durchimpfungsrate eliminiert
werden.

Mag. pharm. Elisabeth Gmach-Mittermayer, Inhaberin der örtlichen
Apotheke „Zur Mariahilf“ begrüßte und unterstützte die Anliegen des
Gemeindeprojekts sehr: „Die Apotheke ist oft die erste Anlaufstelle
bei Gesundheitsfragen. Ich bin dabei immer wieder mit Impfskepsis
konfrontiert, die sich sachlich nicht begründen lässt. Eine Stärkung
des Bewusstseins zum Schutz vor Erkrankungen mittels Impfung begrüße
ich deshalb sehr.“

Maßnahmen zur Wissensvermittlung

Zur Erreichung der Projektziele hat die unabhängige Initiative
PRAEVENIRE gemeinsam mit den Vertretern der Gemeinde und den Experten
des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der
Medizinischen Universität Wien unter der Leitung von Frau Univ.-Prof.
Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt, Österreichs führender Impfexpertin,
Maßnahmen entwickelt und umgesetzt.

Den offiziellen Start des Gemeindeprojekts in Pöggstall stellte die
erfolgreiche Kick-Off-Veranstaltung im Juni 2016 dar, bei der
Univ.-Prof. Dr. Wiedermann-Schmidt einen Informationsvortrag hielt
und individuelle Beratungen für empfohlene Impfungen durch das Team
der Medizinischen Universität Wien (Institut für Spezifische
Prophylaxe und Tropenmedizin) angeboten wurden. Zudem gab es eine
Impf-Tombola, die Prämierung des ältesten Impfpasses und eine
Erfassung des Impfstatus der Teilnehmer.

Im Rahmen des Projekts fanden diverse weitere Maßnahmen zur
Wissensvermittlung statt. Um möglichst viele Pöggstallerinnen und
Pöggstaller zu erreichen, wurde die Gemeindezeitung regelmäßig als
Informationsplattform genutzt. Besonders wichtige Maßnahmen waren
zwei saisonale Impfkampagnen: Die erste Kampagne startete im Herbst
2016 mit Fokus auf Influenza und Pneumokokken, die zweite Kampagne im
Frühling 2017, bei der die FSME-Impfung im Mittelpunkt stand.

Begleitet wurden die Kampagnen von Vorträgen des Gemeindearztes sowie
Beiträgen in der Gemeindezeitung und Informationsbroschüren. „Ein
stärkeres Bewusstsein für die Erkrankungen, nicht nur bei
Risikogruppen, und für die Möglichkeiten, sich davor zu schützen, ist
sehr wünschenswert. Der Informationsabend ist ein gutes Beispiel, wie
Bewusstseinsschaffung niederschwellig erreicht werden kann und
Wissenslücken verringert werden können“, so der Gemeindearzt Dr.
Franz Wurzer. Darüber hinaus hat das Team der Medizinischen
Universität einen Informationstag für Schulklassen der Neuen
Mittelschule veranstaltet.

Studie der Medizinischen Universität Wien

Ein Kernstück des Projekts war eine Studie in Kooperation mit dem
Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der
Medizinischen Universität Wien, die mittels Fragebogen das Impfwissen
und die Gesundheitskompetenz sowie deren Veränderung im
Projektzeitraum gemessen hat. Der Fragebogen zur Gesundheitskompetenz
zielte auf die umfassende Erhebung des Impfwissens, der
Impfbereitschaft und der grundsätzlichen Gesundheitskompetenz der
Pöggstaller Bevölkerung ab.

Die Erstellung und Auswertung der Fragebögen wurde von Univ. Prof.-
Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt und ihrem Team vom Institut für
Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin an der Medizinischen
Universität Wien betreut. Aus diesen Ergebnissen geht unter anderem
hervor, dass die Einstellung zum Impfen bei Erwachsenen und Kindern
mehrheitlich positiv ist. Des Weiteren konnte festgestellt werden,
dass mehr Informationen zu impfbezogenen Themen, insbesondere zu
Nebenwirkungen und Erkrankungen, gewünscht werden.

„Die Erhebung des Wissensstandes zum Thema Impfen diente dazu, jene
Bereiche aufzuzeigen, in denen vermehrter Informationsbedarf oder
Skepsis besteht, um die Bevölkerung in der Folge durch gezielte
Informationsangebote und Aufklärungsmaßnahmen dabei zu unterstützen,
informiert selbstbestimmte Entscheidungen treffen zu können“,
erläutert Univ.-Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt die Bedeutsamkeit
dieser Befragungsstudie und deren praxisrelevante Konsequenzen.

PRAEVENIRE erreicht die Menschen und bewirkt Veränderung

Die zahlreichen Aktivitäten rund um das Thema Impfen fanden bei der
Pöggstaller Bevölkerung großen Anklang. Zur Evaluierung des Erfolgs
der gesetzten Maßnahmen wurden Vergleichsbefragungen und Erhebungen
der Impfstoffverkäufe sowie der Impfstoffverabreichungen in der
Gemeinde durchgeführt.

Ein Beweis für den Erfolg der Aktivitäten ist zum Beispiel eine
positivere Impfeinstellung der Erwachsenen, die bei der zweiten
Befragung verzeichnet werden konnte: Der Wert jener Befragten, die
sich als „impfpositiv“ bezeichnen, konnte von 39 Prozent auf 51
Prozent gesteigert werden, während die Selbsteinschätzung als
„impfskeptisch“ um beinahe 10 Prozent gesunken ist.

Die gesetzten Maßnahmen im Rahmen des PRAEVENIRE-Gemeindeprojekts
„Gemeinsam vorsorgen in Pöggstall“ hatten nicht nur positive
Auswirkungen auf das Impfwissen und die Einstellung zum Impfen,
sondern auch auf das Impfverhalten: eine vergleichende Erhebung der
Impfstoffabgabezahlen aus der lokalen Apotheke zeigt, dass im Laufe
des Projektjahres eine Steigerung von 40 Prozent erzielt werden
konnte.

PRAEVENIRE: Aus der Theorie in die Praxis

Das Gesundheitsforum PRAEVENIRE findet kommendes Jahr bereits zum
dritten Mal, von 18. bis 20. April 2018, im Benediktinerstift
Seitenstetten (NÖ) statt. Es ist eine unabhängige Initiative, die
sich dem Ziel „Gesunde Menschen in einer gesunden Gesellschaft“
widmet. Die Idee hinter PRAEVENIRE ist es, vorhandenes
internationales Wissen, basierend auf Beschlüssen aus Österreich, zu
bündeln und auf Gemeindeebene umzusetzen. PRAEVENIRE bleibt also
nicht in der Theorie verhaftet, sondern übersetzt nationale und
internationale Expertise in Kooperation mit Partnergemeinden als
Good-Practice-Beispiele in konkrete Maßnahmen.

Unterstützer von PRAEVENIRE 2017/2018:

Alois Mock Institut | AM PLUS – Initiative für Allgemeinmedizin und
Gesundheit | Berner Fachhochschule | Berufsverband österreichischer
Dermatologen | Berufsverband Österreichischer PsychologInnen | Die
Stadt Bruck an der Mur | Darm Plus | Gemeinde Satteins | GEORG –
Gesellschaft zur Erforschung onkologischer rehabilitativer Grundlagen
| Gesunde Lunge | Marktgemeinde Guntramsdorf | Institut für
Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin | Marktgemeinde Haslach |
Medizinische Universität Wien | OBGAM – Oberösterreichische
Gesellschaft für Allgemeinmedizin | Österreichische Apothekerkammer
Landesgeschäftsstelle Oberösterreich | Österreichischer
Apothekerverband | Österreichische Gesellschaft für
Krankenhaushygiene | ÖGN – Österreichische Gesellschaft für
Nephrologie | ÖGPMR – Österreichische Gesellschaft für Physikalische
Medizin und Rehabilitation | Österreichische Gesellschaft für
Vakzinologie | Marktgemeinde Pöggstall | Marktgemeinde Sierning |
Stadtgemeinde Stockerau | Verein zur Förderung von Wissenschaft und
Forschung

Sponsoren von PRAEVENIRE 2017/2018:

Baldinger und Partner Unternehmens- und Steuerberatungsgesellschaft
mbH | Celgene GmbH | Daiichi Sankyo Austria GmbH | Gilead Sciences
GesmbH | IV – Industriellenvereinigung | Kurhotel Bad Pirawarth GmbH
& Co KG |Medizinische Universität Wien | MSD | Österreichischer
Apothekerverband | Österreichischer Betriebssport Verband | Roche
Austria GmbH | VAMED AG

Mehr Informationen zu PRAEVENIRE:
www.praevenire.at

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