ORF-Premiere für „Die Trapp Familie – Ein Leben für die Musik“

Verfilmung der Autobiografie von Agathe von Trapp mit Eliza Bennett, Matthew Macfadyen, Yvonne Catterfeld, Cornelius Obonya und Johannes Nussbaum

Wien (OTS) - Seit dem weltweiten Erfolg des fünffach Oscar-gekrönten Spielfilms „The Sound of Music“ ist die Trapp-Familie Filmfans und Musical-Liebhabern ein Begriff. Basierend auf der Autobiografie „Memories Before and After The Sound of Music“ von Agathe von Trapp, der ältesten Tochter, erzählt der topbesetzte, internationale und vom ORF koproduzierte Spielfilm „Die Trapp-Familie: Ein Leben für die Musik“ die Geschichte hinter der Legende. Die ORF-Premiere von „Die Trapp-Familie: Ein Leben für die Musik“, gedreht u. a. in Salzburg, steht am Freitag, dem 8. Dezember 2017, um 20.15 Uhr auf dem Programm von ORF 2. Unter der Regie von Ben Verbong sind Golden-Globe-Gewinnerin und Oscar-Nominee Rosemary Harris, Matthew Macfadyen, Eliza Hope Bennett, die Österreicher Cornelius Obonya und Johannes Nussbaum (auch in „Vorstadtweiber“ – jeweils am Montag, um 20.15 Uhr in ORF eins) sowie Annette Dasch, Yvonne Catterfeld und Robert Seeliger zu sehen. Das Drehbuch stammt von Tim Sullivan und Christoph Silber – nach der Autobiografie von Agathe von Trapp „Memories Before and After The Sound of Music“.

Anschließend, um 22.00 Uhr, erzählt die neue Dokumentation „The Sound of Austria“ von Gerhard Jelinek und Birgit Mosser-Schuöcker an Original-Schauplätzen und mit Archivmaterial die Geschichte einer Familie zwischen Habsburger-Monarchie, Weltwirtschaftskrise, Hitler und dem Welterfolg in Amerika. Die TV-Dokumentation beleuchtet die historische Wirklichkeit mit Ausschnitten aus dem 2015 entstandenen Spielfilm von Ben Verbong, den Mitteln des Dokumentarfilms wie Interviews mit Zeitzeugen und Experten, umfangreichen Archivmaterialien aus der Zeit sowie Zitaten aus früheren Trapp-Filmen.

Eliza Bennett als Agathe von Trapp

Die Hauptrolle, Agathe im Alter von 15–24 Jahren, spielt Eliza Bennett. Über ihre Rolle sagt die junge britische Schauspielerin:
„Als Maria auftaucht, die sie als Konkurrenz empfindet, ist Agathe gerade 16 – ein Alter, in dem man seine Identität sucht und sehr verletzlich ist! Ich kann mich selbst noch gut an diese Zeit erinnern … Es geht nicht so sehr um Maria, die Bedrohung könnte von jedem ausgehen. Sie ist, wie ihr Vater, konfliktscheu und sehr introvertiert, im Gegensatz zu Maria, die ihre Meinung klar herausposaunt und manchmal wie der Elefant im Porzellanladen auftritt. Am liebsten geht sie ihr aus dem Weg. Es gibt eine sehr interessante Dynamik zwischen den beiden. Aber durch Maria wird Agathe schließlich gezwungen, auf eigenen Beinen zu stehen.“ Lachend fügt sie hinzu: „Was mir anfangs wirklich unheimlich war: Am Set haben alle englisch gesprochen, das war großartig, aber die Lieder musste ich auf Deutsch singen. Aber ich bekam Gesangsstunden bei einem großartigen Lehrer, das hat mir sehr geholfen.“

Matthew Macfadyen als Georg von Trapp

Die Rolle ihres Vaters ist mit dem berühmten britischen Darsteller Matthew Macfadyen besetzt, bekannt aus Filmen wie „Stolz und Vorurteil“. Macfadyen über die Aktualität des Stoffes: „Was die Menschen immer wieder an der Geschichte fasziniert, ist das Konzept der Familie, ihr Zusammenhalt. Wenn sie ihr Haus verlassen und mit ihren Pässen und Koffern aufbrechen nach Amerika – das ist für junge Menschen, für ein westliches Publikum, schwer nachvollziehbar. Aber es sind Geschichten, wie sie auch heute passieren.“ Der Familienvater – er hat selbst drei Kinder – fühlte sich wohl in seiner Lederhose (O-Ton: „Ich in meiner Lederhose – den Anblick dürfen sich die Zuschauer auf keinen Fall entgehen lassen!“) und liebte ebenso den Anblick seiner uniform in Tracht gekleideten Film-Kinderschar. „Ich habe sie gleich zum Lachen gebracht, damit sie mich für einen Idioten halten – und das Eis war gebrochen.“

Yvonne Catterfeld als Maria Gustl

Yvonne Catterfeld spielt die Rolle der Maria Gustl. Über ihre Rolle sagt die deutsche Darstellerin: „Maria sieht von Anfang an die Gefahr für die Familie und versucht, ihren Mann darauf aufmerksam zu machen und ihn zum Handeln zu bewegen.“ Ihre Rolle wollte sie nicht so wie Julie Andrews spielen – „schließlich drehen wir keine romantische Liebesgeschichte. Ben sagte zu mir: ‚Finde einfach deine eigene Figur und vergiss, was du gesehen hast.‘“

Cornelius Obonya als Chauffeur Konrad

Cornelius Obonya hat es gereizt, einen Nazi zu spielen, einen echten Verräter: „Der Film fängt die Stimmung in Österreich vor dem Beginn der Nazizeit ein.“ Und er erzählt vom Großbürgertum, das es tatsächlich gab in den 1920er/1930er Jahren. Obonya: „Es ist die junge Generation, die versucht einfach weiterzudenken. Es hat nichts damit zu tun, wie privilegiert oder nicht privilegiert du bist. Du musst leben! Das finde ich sehr schön, und das ist die große Hoffnung, die dieser Film ausstrahlt und diese Familie auch.“ In der Figur des Chauffeurs sieht er eine große Eifersucht entstehen, die sich in einer Art Hass entlädt, den er mit Hilfe seines Naziseins kanalisieren kann. „Konrad geht den einfachen Weg. Für mich war es wichtig bei den Vorbereitungen, mich noch einmal einzulesen in die Nazizeit, zu verstehen, was es heißt, dass in dem Stadtteil, in dem man wohnt, die Leute um Brot betteln, was damals vollkommen normal war. Das kann man sich heutzutage eigentlich kaum noch vorstellen in Zeiten, wo aus Salzburg die Bettler vertrieben werden.“ Für ihn sind die Figuren großartig entwickelt, das Buch wunderbar geschrieben. „Die können’s halt verdammt gut, das Dialogeschreiben. Das ist ein großes Vergnügen, ein großer Luxus für den Schauspieler. Diese Zeit wurde wirklich gut eingefangen.“

Johannes Nussbaum als Sigi

Johannes Nussbaum kannte die Trapp-Familie bisher nicht, stieß aber in Amerika auf die Spuren von „The Sound of Music“: „Das ist lustig, dort kennt sie einfach jeder! Es ist aber auch irgendwie gruselig, weil so sieht man dort Österreich: Frauen im Dirndl, die singen und durch die Wälder laufen!“ Bei seinem ersten internationalen Dreh war die englische Sprache eine Herausforderung: „Ich hatte keinen Coach, auch gar keine Zeit dazu, weil ich währenddessen studierte. Aber ich glaube meine Englischkenntnisse sind ausreichend. Wenn man verstanden hat, wie die Melodie funktioniert, macht es eigentlich keinen Unterschied mehr.“ An seiner Rolle des Sigi, ein Sozialdemokrat und Mitarbeiter einer Arbeiterzeitung, interessierte ihn vor allem der politische Aspekt. „Und das Emotionale, das Partnerspiel. Ich versuche, das frisch zu halten, nicht so durchgedacht.“

Mehr zum Inhalt des Films

Agathe von Trapp (Eliza Bennett) wächst mit ihren sechs Geschwistern behütet auf dem Erlhof auf, dem Familiensitz im Salzburger Land. Nach dem Tod der geliebten Mutter bricht für sie eine Welt zusammen. Das Mädchen mit der goldenen Stimme beschließt, nie wieder zu singen. Stattdessen kümmert sie sich aufopferungsvoll um Haushalt, Geschwister und ihren Vater Georg von Trapp (Matthew Macfadyen). Der sieht das mit gemischten Gefühlen und ermuntert sie, ihr eigenes Leben aufzunehmen. Die Familie zieht nach Salzburg, und in dem Kindermädchen Maria Gustl (Yvonne Catterfeld) findet der Vater eine neue Liebe und eine Ersatzmutter für die Kinder. Agathe empfindet Maria als Konkurrenz und reagiert mit Ablehnung. Doch die Begegnung mit einer Künstlerin, die (Wieder-)Entdeckung ihrer grandiosen Stimme und die Kraft der Musik, die die Familie verbindet, führen schließlich auch die beiden Frauen zusammen. Sie wissen, dass die Zeichen am Vorabend von Österreichs „Anschluss“ an Hitler-Deutschland auf Veränderung stehen. Gewalt liegt in der Luft, der aufziehende Faschismus wirft seine Schatten voraus und verlangt nach mutigen Entscheidungen. Entscheidungen, die das Leben der Familie für immer verändern werden.

Produziert wurde der Film von der Tele München Gruppe in Zusammenarbeit mit dem ORF, Clasart Film, Concorde Media und Gate Film. Executive Producer ist Herbert G. Kloiber mit Rikolt von Gagern als Produzent. Den Weltvertrieb hat Tele München International übernommen. Der Film wird gefördert vom FFF Bayern, der FFA, dem DFFF, dem Filmstandort Austria FISA und dem Land Salzburg.

Mehr über die Doku „The Sound of Austria – Die wahre Geschichte des Familienchors Trapp“

„The Sound of Austria – Die wahre Geschichte des Familienchors Trapp“ beleuchtet den zeitgeschichtlichen Hintergrund einer Familie, deren Wurzeln in der k. u. k. Monarchie liegen, die in den 1930er Jahren die Folgen der Welt-Finanzkrise erleidet und ein Jahrzehnt später in den kulturellen Abwehrkampf Österreichs und seiner „vaterländischen“ Regierung gegen Hitler-Deutschland gerät. Das Leben der nach Salzburg gezogenen Familie birgt packende Wendepunkte und Schicksalsschläge. Es ist untrennbar verbunden mit der Geschichte Österreichs in der Zwischenkriegszeit – eingekeilt zwischen dem faschistischen Diktator Mussolini in Italien und dem nationalsozialistischen Deutschen Reich. Salzburg und die Salzburger Festspiele spielen in diesen bewegten Zeiten eine wichtige Rolle – auch als Bekenntnis zur österreichischen Identität und Gegenmodell zu Hitlers Wagnerkult in Bayreuth.

Die TV-Dokumentation beleuchtet die historische Wirklichkeit mit Ausschnitten aus dem 2015 entstandenen Spielfilm von Ben Verbong, den Mitteln des Dokumentarfilms wie Interviews mit Zeitzeugen (z. B. mit dem Neffen des Leiters des Trapp-Chors Franz Wasner) und Experten (Historiker Hannes Leidinger, Karin Moser und Robert Kriechbaumer), umfangreichen Archivmaterialien aus der Zeit sowie Zitaten aus früheren Trapp-Filmen (z. B. Wolfgang Liebeneiners Film „Vom Kloster zum Welterfolg“ von 1956 mit Ruth Leuwerik und Hans Holt): Die Legende der Trapp-Familie, ihr wirklicher historischer Hintergrund und die Bedeutung dieses Hollywood- und Broadway-Klassikers für das Österreich-Bild in der Welt. An Original-Schauplätzen (beispielsweise dem Martinschlössl in Klosterneuburg, der Schuschnigg-Villa in St. Gilgen, der Trapp-Villa in Salzburg) werden „Fenster in die Geschichte“ geöffnet. Sie liefern dem Publikum den wenig bekannten gesellschaftlichen und politischen Hintergrund einer Familiengeschichte, die das Bild Österreichs in der Welt geprägt hat wie kaum eine andere.

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