„Enquete Unfallchirurgie“: Was ist uns die Unfallversorgung wert?

Experten setzen neue Maßstäbe in der Unfallchirurgie

Wien (OTS) - Die moderne Zeit erfordert neue Wege der medizinischen Versorgung. Auch die Unfallchirurgie verändert sich massiv. Mit neuesten Methoden können Chirurgen die Versorgungsqualität nach einem Unfall noch weiter verbessern. Der Nutzen der Patienten steht dabei immer im Vordergrund. 

Über neue Maßstäbe in der Unfallchirurgie und über die Rolle der Unfallkrankenhäuser in Österreich diskutierten heute nationale und internationale Experten an der medizinischen Universität Wien bei der „Enquete Unfallchirurgie“. 

Für Prof. Dr. Christian Fialka, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie und ärztlicher Leiter des Traumazentrum Wien (TZW), sind die Unfallkrankenhäuser der AUVA einzigartig. „Dies sind eigenständige unfallchirurgische Einheiten, die mit eigenen, nur der Unfallchirurgie zugeteilten und jederzeit verfügbaren Operationssälen, eigenen Schockräumen und eigenen Intensivstationen ausgestattet sind“, so Fialka. 

Insgesamt könne die Versorgung von Unfallopfern nur in sogenannten Traumanetzwerken effizient und mit höchster Qualität organisiert werden, so Fialka: „Traumanetzwerke sind regionale Zusammenschlüsse von Krankenanstalten verschiedener Versorgungslevels, die sicherstellen, dass jeder Patient seiner Verletzungsschwere entsprechend von vornherein in das geeignetste Krankenhaus transferiert wird. Damit ist gewährleistet, dass auch komplexe, schwerste Verletzungen in Zentren versorgt werden, wo die entsprechende Expertise zur Verfügung steht.“  

Eines von zwei Bundesländern, die bereits ein Traumanetzwerk aufgebaut haben, ist neben Salzburg Kärnten. „Das Herzstück des Kärntner Traumanetzwerkes wird das überregionale Traumazentrum Klagenfurt bilden“, sagt heute Dr. Arnold Gabriel, Vorstand der Kärntner Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft (KABEG). „Durch die Integration des AUVA-Unfallkrankenhauses Klagenfurt am Gelände des Klinikums Klagenfurt kommt es zur Verschmelzung der Expertise der AUVA mit allen Möglichkeiten eines bestausgerüsteten Schwerpunktkrankenhauses“, präzisiert Gabriel. 

Von der hohen Qualität der medizinischen Leistungen der AUVA-Unfallspitäler ist auch Prof. Dr. Thomas Szekeres überzeugt. „Die Unfallkrankenhäuser der AUVA sind für eine flächendeckende, unfallchirurgische Versorgung unerlässlich. Am sinnvollsten wäre eine enge Kooperation zwischen den Trägern in allen Bundesländern, um die hohe medizinische Qualität zu erhalten und Synergien zu nützen. Nur so wird eine in Traumanetzwerken organisierte, abgestufte Unfallversorgung sinnvoll zu realisieren sein“, sagte heute der Präsident der Wiener und Österreichischen Ärztekammer. „Die Unfallkrankenhäuser spielen aber auch eine wichtige Rolle in der Grundversorgung: Allein in Wien werden im UKH-Meidling und im Lorenz Böhler Unfallkrankenhaus an die 140.000 Patienten jährlich rund um die Uhr erstbegutachtet und versorgt“, so Szekeres heute bei der Enquete für Unfallchirurgie.

Auch Mag. Gerhard Embacher vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, sieht dies so. „Über 3.700 Betten oder rund 8 % der Bettenkapazitäten in der Akutversorgung entfallen auf den Bereich der Unfallchirurgie. Dabei haben allein die Krankenanstalten der AUVA mit österreichweit rund 23 % einen wesentlichen Anteil an der Sicherstellung dieser Versorgung“, meinte Embacher.  

Gleichzeitig sieht er eine große Herausforderung darin, auch in Zukunft für die Bevölkerung eine bestens abgestimmte Versorgungskette sicherzustellen. „Wesentlich wird es sein, eine gut organisierte, abgestufte Unfallversorgung durch enge Kooperationen zwischen den bestehenden Partnern im Gesundheitswesen zu realisieren. Dabei sind verlässliche Partner, die hohe medizinische Qualität und langjährige Expertise einbringen, unverzichtbar“, so Embacher. 

Die Wiener Pflege- und Patientenanwältin, Dr. Sigrid Pilz, wiederum ist sich bewusst, dass es sich beim Fach Unfallchirurgie um ein besonders risikoreiches medizinisches Gebiet handelt. „Eine state-of-the-art-Unfallversorgung braucht zeitgemäße Strukturen und Organisationsformen wie trägerübergreifende Zusammenarbeit, multidisziplinäre Teams und Spezialisierungen sowie ausreichende Ressourcen und ein klares Bekenntnis der Politik“, sagte Pilz. 

Über die AUVA:

Bei der AUVA sind über 4,9 Millionen Personen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben fast zur Gänze aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber und übernimmt dafür die Haftung für Arbeitsunfälle und das Auftreten von Berufskrankheiten. Prävention ist die Kernaufgabe der AUVA, denn Unfallverhütung und die Vorbeugung von Berufskrankheiten senken die Kosten für die weiteren Kernaufgaben Heilbehandlung, Rehabilitation und finanzielle Entschädigung von Unfallopfern. 

Die AUVA betreibt die Unfallkrankenhäuser Meidling und Lorenz Böhler in Wien, die Unfallkrankenhäuser Graz, Linz, Salzburg, Klagenfurt und Kalwang sowie die Rehabilitationszentren Meidling, Weißer Hof in Niederösterreich, Häring in Tirol und die Rehabilitationsklinik Tobelbad in der Steiermark. In den Einrichtungen der AUVA werden jährlich über 367.000 Patientinnen und Patienten behandelt, davon mehr als 40.000 stationär. 

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