ÖAMTC warnt zur Punschzeit: Heuer bereits 23 Todesopfer durch Alkoholunfälle

Club-Umfrage geht Ausreden von Alkolenkern auf den Grund – oft fehlende Alternative für Heimweg vorgeschoben

Wien (OTS) - Adventmärkte und Weihnachtsfeiern haben derzeit Hochsaison – und sie locken traditionell mit Punsch und Glühwein. Alkoholkonsum und Autolenken sind jedoch eine gefährliche Kombination: Im heurigen Jahr verunglückten bereits 23 Personen tödlich bei einem durch Alkoholbeeinträchtigung ausgelösten Verkehrsunfall – vier Todesopfer mehr als im Vergleichszeitraum 2016 (Quelle: BMI).

Zum Thema Alkohol am Steuer führte der Club im November eine repräsentative Online-Befragung unter Clubmitgliedern durch (ÖAMTC AM.PULS). Drei Viertel der insgesamt 1.140 Befragten gaben an, schon einmal nach dem Genuss von Alkohol ein Fahrzeug gelenkt zu haben. Die häufigsten Begründungen dafür: Es gab keine Alternative für den Heimweg, es war nur eine kurze Strecke zu fahren oder man fühlte sich noch fahrtauglich. "Die Einschätzung der eigenen Fahrfähigkeit kann jedoch schon unter der gesetzlichen Promillegrenze falsch und man selbst fahruntauglich sein", warnt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Eine weitere Ausrede von Lenkern, trotz Alkoholkonsums gefahren zu sein: Man konnte das Fahrzeug wegen einer Kurzparkzone nicht stehen lassen. Die Expertin sieht solche Rechtfertigungen kritisch und empfiehlt: "Um straffrei am darauffolgenden Morgen parken zu können, legt man am Vorabend nach Ende der geltenden Kurzparkzone einen vorausgefüllten Parkschein ins Auto. Das Ende der erlaubten Parkzeit am nächsten Vormittag sollte man aber nicht verschlafen."

Wenn Autofahrer in gesellschaftlicher Runde auf Alkohol verzichten, wird das heutzutage eher vom Umfeld akzeptiert als früher: acht von zehn Befragten gaben an, dass die Entscheidung, keinen Alkohol zu trinken, weitestgehend toleriert wird und sich dieses Verständnis in den vergangenen Jahren verfestigt hat. "Man wird heute viel seltener nach den Gründen des Alkoholverzichts gefragt und auch Überredungsversuche und Veralberungen nehmen ab", sagt die ÖAMTC-Expertin.

Mehr Alkoholtests in Adventzeit – für Befragte sind Kontrollen angemessen

Alkohol am Steuer ist nach wie vor ein häufiger Auslöser von Unfällen. Daher setzt die Exekutive besonders in der Advent- und damit Punschzeit verstärkt auf Kontrollen und Schwerpunktaktionen. In den vergangenen zwei Jahren wurden laut Verkehrsüberwachungsbilanz österreichweit insgesamt mehr als 1,6 Millionen Alkoholtests durchgeführt. Die Einschätzung der ÖAMTC AM.PULS-Befragten diesbezüglich: Über die Hälfte (55 Prozent) bewertet die Kontrollhäufigkeit bei Pkw-Lenkern als sehr häufig, aber gleichzeitig als angemessen. Genauso viele Befragte wünschen sich allerdings, dass Radfahrer ebenso verstärkt kontrolliert werden.

Gefahr von Punsch liegt in Süße, Heimweg unbedingt schon vorab festlegen

Die Gefahr beim Konsum von Punsch, Glühwein & Co: Aufgrund des hohen Zuckergehaltes schmeckt man den Alkohol kaum – daher trinkt man eventuell mehr bzw. zu viel. Beeinträchtigungen werden erst zeitlich verzögert spürbar. "Die Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit wird durch Alkohol verfälscht: Man traut sich mehr zu, als man tatsächlich noch leisten kann", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Daher ihr Tipp: Lenker, die Punsch trinken wollen, sollten den Heimweg mit Taxi, Fahrdienst oder Öffis unbedingt fix vorab planen. Lenker, die keine Alternative für den Heimweg haben, sollten Alkohol strikt meiden.

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