• 02.12.2017, 12:18:10
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  • OTS0028

VP Kärnten zu Glyphosat: Gemeinden können sofort aktiv werden

VP-Bgm. Poglitsch: Gemeinde Finkenstein verzichtet seit Jahren auf Glyphosat. Gemeinden können aktiv werden. VP-Kärnten schickt Musteranträge an Gemeindefunktionäre aus.

Utl.: VP-Bgm. Poglitsch: Gemeinde Finkenstein verzichtet seit Jahren
auf Glyphosat. Gemeinden können aktiv werden. VP-Kärnten
schickt Musteranträge an Gemeindefunktionäre aus. =

Klagenfurt (OTS) - „Die Gemeinden müssen nicht auf Juristen warten,
bis ein Glyphosat-Verbot ausgesprochen wird. Sie können selbst aktiv
werden und mittels Gemeinderatsbeschlüssen freiwillig auf die
Verwendung dieses Mittels im öffentlichen Bereich verzichten“, weist
heute Finkensteins VP-Bürgermeister Christian Poglitsch hin.
Als Bürgermeister habe er bereits vor zwei Jahren einen
entsprechenden Antrag in der Gemeinde eingebracht, womit Glyphosat im
öffentlichen Bereich zur Unkrautbekämpfung nicht mehr angewendet
wird.
„Wir haben es entlang von Gehsteigen verwendet, die im dicht
besiedelten Gebiet doch nahe an Hausgärten liegen. Die Bevölkerung
ist froh, dass wir diesen Verzicht durchgezogen haben“, so Poglitsch.
Die Umstellung sei gelungen, in der Praxis sei der Verzicht auf
Glyphosat kein Problem, maschinell werde nun das Unkraut im
öffentlichen Bereich entfernt.

Im Auftrag von VP-Landesparteiobmann Christian Benger, der ein Verbot
von Glyphosat für Kärnten mittels einer Verordnung in der Regierung
ausarbeiten und prüfen lässt, verschickt die Kärntner Volkspartei an
ihre Funktionäre in den 132 Gemeinden die Musteranträge, mit welchen
die Gemeinden einen Verzicht auf Glyphosat beschließen können. Die
Anträge sind auch auf der Homepage der www.oevpkaernten.at zum
downloaden. „Das ist zwar kein Verbot, aber die Gemeinden können
eigenverantwortlich rasch aktiv werden und im Sinne der Bevölkerung
handeln“, erklärt Benger.

Derzeit werde in der Regierung, im Agrarreferat, an einer
entsprechenden Verordnung im Rahmen des Pflanzenschutzgesetzes
gearbeitet, womit die Verwendung von Glyphosat in Kärnten verboten
werden kann.

Sobald die Verordnung fertig ist, wird sie Benger unterschreiben. Sie
wird am Dienstag in der Regierungssitzung dringlich behandelt. Auch
LR Holub, zuständig für den gesamten nicht-agrarischen Bereich habe
seine Zustimmung bekundet, diese Verordnung zu unterschreiben.
Immerhin werden 85 % der Glyphosatmenge in Kärnten außerhalb der
Landwirtschaft verwendet.

Benger kann die Verordnung für ein Verbot von Glyphosat nur für die
Landwirtschaft formulieren. Für sämtliche andere Bereiche, die 85 %
der Glyphosatmenge in Kärnten brauchen, müsse LR Holub aktiv werden.
Die Verwendungsbeschränkung wird gemäß § 11 des
Pflanzenschutzmittelgesetzes formuliert.

„Höchstens 15 % der Glyphosatmenge in Kärnten wird von der Land- und
Forstwirtschaft verwendet. Maximal 3 % davon auf Ackerflächen
natürlich außerhalb der Pflanzzeit, das sind rund 500 Bauern von
17.500, die das Mittel verwenden. Die Landwirtschaft ist weder der
Hauptverwender und noch der Sündenbock“, stellt sich Benger
wiederholt vor die Kärntner Bauern. Die Landwirtschaft könne auf
dieses Mittel verzichten, ohne in einen Wettbewerbsnachteil oder gar
in Bedrängnis zu geraten. „Eines muss klar sein: Unsere Landwirte tun
nichts, was ihrer eigenen Produktion schadet und sie müssen
wettbewerbsfähig bleiben“, so Benger.

Am meisten zur Anwendung kommt Glyphosat im öffentlichen und privaten
Bereich entlang von Straßen, Schienen, in Parkanlagen und in privaten
Hausgärten, wo die Ausbringung ohne jede Kontrolle und Sachkenntnis
zu jeder Jahreszeit erfolgt.
(Schluss)

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