- 02.12.2017, 10:12:01
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Sima fordert Umsetzung des generellen Rauchverbots
Feinstaubbelastung selbst in Nichtraucher-Bereichen von „gemischten Lokalen“ 4fach höher als auf der Straße
Utl.: Feinstaubbelastung selbst in Nichtraucher-Bereichen von
„gemischten Lokalen“ 4fach höher als auf der Straße =
Wien (OTS/RK) - „Während wir als Stadt Wien seit vielen Jahren
erfolgreich gegen die Feinstaubbelastung im Freien kämpfen, will die
FPÖ nun das beschlossene generelle Rauchverbot kippen und nimmt mit
dieser populistischen Forderung eine enorme Gesundheitsgefährdung
durch Feinstaub im Innenbereich in Kauf“, kritisiert Wiens
Umweltstadträtin Ulli Sima. Die FPÖ rüttelt laut Medienberichten am
im Jahr 2015 beschlossenen generellen Rauchverbot, das im Mai 2018 in
Kraft treten soll. „Das ist völlig inakzeptabel, denn die
Feinstaubbelastung ist selbst im Nichtraucherbereich von sogenannten
`gemischten‘ Lokalen enorm und um ein Vielfaches höher als auf der
Straße“, warnt Sima.
Sie verweist in diesem Zusammenhang auf mehrere Mess-Serien, die
der renommierte Umwelthygieniker Professor Manfred Neuberger in über
100 Wiener Gastronomiebetrieben durchgeführt hat. Untersucht wurden
dabei die für Zigarettenrauch relevanten Feinstaubpartikel.
Dramatische Feinstaub-Werte sogar im Nicht-Raucherbereich
Die Ergebnisse waren eindeutig: Während in reinen
Nichtraucherlokalen im Mittel 10 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen
wurden, waren es in den Raucherräumen von sogenannten ,gemischten‘
Lokalen 321 µg/m³ mit Belastungsspitzen bis zu 3082 µg/m³. (!)
Doch nicht nur das: Sogar in den Nichtraucherbereichen dieser
gemischten Lokale wurden hier Werte von durchschnittlich 68 µg/m³
gemessen. „Eine räumliche Trennung zwischen Raucher- und
Nichtraucherbereich ist nicht zielführend, stehen doch meist Türen
offen oder sind so undicht, dass der Zigaretten-Rauch ungehindert in
die Nichtraucherräume strömt“, so Sima.
Zum Vergleich: Draußen, im Freien, lagen die Messwerte von Prof.
Neuberger bei rund 15 µg/m³. Somit sind die Werte im
Nichtraucherbereich von gemischten Lokalen über viermal so hoch wie
im Freien.
„Unsere jahrelangen Anstrengungen im Kampf gegen den Feinstaub im
Außenbereich zeigen längst Wirkung, wir haben in allen
Verursacherbereichen – vom Winterdienst, über die Raumwärme, über
Baustellen bis hin zum massiven Ausbau des öffentlichen Verkehrs –
angesetzt und schützen die Wienerinnen und Wienern vor der
Feinstaubbelastung“, so Sima. Wien hält die EU-Grenzwerte für
Feinstaub seit vielen Jahren ein. Dass die Menschen nun im
Innenbereich weiter belastet werden sollen, sei laut Sima
„schlichtweg unfassbar“.
FPÖ kritisiert Feinstaubbelastung und belastet weiter im
Innenraum
„Dass nun gerade jene, die immer groß dran sind, wenn es um die
winterliche Feinstaubbelastung geht, nun die ganzjährige Belastung im
Innenraum prolongieren, ist mehr als zynisch“, so Sima. Für sie ist
die Umsetzung des beschlossenen generellen Rauchverbots in Lokalen
unabdingbar. Auch im Sinne des ArbeitnehmerInnen-Schutzes, da das
Personal in diesen Lokalen ja auch ständig in den Raucherzonen
arbeiten muss. „Die Einführung von generellen Nichtraucherlokalen
jetzt wieder zu kippen, nur um kurzfristig ein bisschen politisches
Kleingeld abzukassieren, wäre ein fataler Rückschritt“, so Sima. Sie
pocht auf die Umsetzung des vor drei Jahren beschlossenen Gesetzes.
Kontrolliert wird dieses dann in Wien von der MA 59 - Marktservice,
die im Zuständigkeitsbereich von Sima liegt. Die Abteilung bereitet
sich auf intensive Schwerpunktkontrollen ab Mai 2018 vor.
Breite Allianz für allgemeines Rauchverbot
Sima unterstützt auch den Appell von hochrangigen Vertretern des
österreichischen Gesundheitswesens, die ÖVP-Chef Sebastian Kurz
kürzlich aufgefordert haben, am beschlossenen Rauchverbot in der
Gastronomie nicht zu rütteln: Denn Österreich habe laut zweier
internationaler Studien derzeit die schwächsten Nichtrauchergesetze
Europas. Dabei belegt eine weitere Analyse von
Nichtraucherschutzgesetzen in 21 Ländern, dass nach der Einführung
von Nichtraucherschutzgesetzen sich die Zahl der Herzinfarkte, aber
auch der Frühgeburten sowie Asthmaerkrankungen bei Kindern
zurückgingen.
Die Folge des schwachen Nichtraucherschutzes in Österreich ist:
Während im OECD-Durchschnitt rund 18 Prozent der Erwachsenen täglich
rauchen, sind es in Österreich immer noch über 24 Prozent. Die Folge
ist: Das Institut für Höhere Studien (IHS) errechnete eine durch das
Rauchen verursachte jährliche Belastung von 750 Millionen Euro für
die österreichische Volkswirtschaft. Diese enormen Kosten entstehen
unter anderem durch Arbeitsausfälle, Krankenbehandlungen und
Invaliditätspensionen.
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