• 22.11.2017, 10:23:52
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ÖH Med Wien ortet grobe Fehldiagnose der Uniko

Forderungen realitätsfern und nicht umsetzbar

Wien (OTS) - 

Die ÖH Med Wien stellt sich entschieden gegen die Forderungen der Universitätenkonferenz (Uniko). In einer Aussendung hat die Uniko Maßnahmen präsentiert, um Langzeitstudierende loszuwerden und eine Überschreitung der Mindeststudienzeit zu unterbinden.

Die von der Uniko geforderte Reduktion der Prüfungswiederholungen auf zwei pro Prüfung würde für die Medizinische Universität Wien einen massiven Verlust an Studierenden und dadurch Absolvent_innen bedeuten.

“Die geforderten Maßnahmen würden den Großteil von uns Studierenden treffen, nämlich all jene, die sich mit einer Erwerbstätigkeit zumindest 6 Jahre lang über Wasser halten müssen. Unser Studium besteht aus 100% Anwesenheitspflicht und minimaler Flexibilität, es gibt viele Baustellen. Überlegungen wie Exmatrikulation bei Studienverzögerung oder Reduktion auf 2 Prüfungswiederholungen halten wir für provokante  Forderungen.”, so Jakob Eichelter vom Vorsitzteam der ÖH Med Wien. Etwa 60% aller Studierenden der MedUni Wien sind neben dem Studium zumindest geringfügig erwerbstätig, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren und sich das Studieren überhaupt leisten zu können, wofür sie oft auch Verzögerungen in Kauf nehmen müssen.

Wartezeiten im Studium kommen auch an der MedUni Wien vor. So gibt es Prüfungen, die als Voraussetzung für den Übertritt in den nächsten Abschnitt gelten,deren Nicht-Bestehen ein sogenanntes Wartejahr zur Folge hat.

Es kommt an der MedUni Wien vor allem aufgrund von Lehrveranstaltungen, welche nur einmal pro Jahr angeboten werden zu einer Verlängerung der Studiendauer. Besonders Studierende der Zahnmedizin sind davon betroffen. “Gut ein Drittel der Studierenden im dritten Studienjahr müssen dieses Jahr pausieren und können erst nächstes Studienjahr regulär weiterstudieren. Selbst in Studien mit Zugangsbeschränkungen, wie unserem, kommt es durch Nadelöhre im Studienplan zu Verzögerungen. Als Konsequenz ein Drittel der Studierenden pro Jahrgang zu exmatrikulieren wäre absurd.”, erklärt Leopold Bouvier-Azula vom Vorsitzteam der ÖH Med Wien.

“Das Ziel sollte sein, die Studienbedingungen zu verbessern und nicht zu verschlechtern.”, führt Jakob Eichelter weiter fort. Auch Studierende mit Betreuungspflichten hätten durch die geforderten Änderungen schlechtere Chancen ein Studium abzuschließen, da es durch die Betreuung von Kindern bzw. durch die Pflege von Angehörigen sehr schnell zu Verzögerungen kommen kann. 

"Gerade an der MedUni Wien sind die Studienpläne bereits sehr verschult. Dieser Mangel an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten des Studienfortschritts führt letzten Endes dazu, dass nicht mehr die besten, sondern die finanziell am besten situierten Studierenden an der Universität gefördert werden." ist die Vorsitzende der ÖH Med Wien, Julia Wunsch, überzeugt. "Auch scheint das Studium als Zeit der persönlichen Entwicklung und Entfaltung für die Uniko leider keinen Wert mehr darzustellen."

Rückfragen & Kontakt

Vorsitz der ÖH Med Wien
E-Mail: vorsitz@oehmedwien.com
oehmedwien.at
Tel.: 01 40160-71000

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