Studienvertretung Lehramt Uni Salzburg: Uniko Vorschläge sind irrsinnig

Uniko sollte an Lösungen arbeiten, anstatt neue Probleme zu produzieren

Salzburg (OTS) - Als Studienvertretung Lehramt lehnen wir die Vorschläge der Uniko ab. Besonders im Lehramt mit hohen durchschnittlichen Studiendauern, starker Verschulung, Voraussetzungsketten und auch einem hohen gesellschaftlichen Anspruch an angehende Lehrer*innen würden diese Vorschläge massive Probleme bereiten.

Von heutigen Lehrer*innen wird immer mehr Wissen in immer mehr Bereichen erfordert, nicht alles kann über den reinen Studienplan erworben werden. Eine breite Bildung für Lehrer*innen beflügelt das gesamte Bildungssystem weit mehr als jede Strukturreform oder jede Verwaltungsreform. Die jetzigen Vorschläge der Uniko zielen aber massiv auf Druck, Zeitnot und ein Minimalmaß an Bildung ab.

Durch die lange Regelstudiendauer im Lehramt (6 Jahre für BA und MA) sind viele Studierende auf Erwerbstätigkeiten angewiesen und auch die Schulpraxis muss aus eigener Tasche gezahlt werden. In den neuen Verbundstudien wird erhöhte Mobilität auf eigene Kosten erwartet, ein Pendeln zwischen z.B. Salzburg und Linz ist nicht ausgeschlossen. Doch genau diese Studierenden würde die Uniko mit ihren Vorschlägen bestrafen.

„Weniger Prüfungswiederholungen, mehr Druck beim Studienabschluss, möglichst keine Doppelstudien – besonders im Lehramt beliebt als zweites Standbein und zur Weiterbildung – und noch höhere zusätzliche finanzielle Belastungen: diese Maßnahmen würden auch das Lehramt hart treffen und das Bildungssystem für viele Jahrzehnte negativ beeinflussen.“, meint Maximilian Wagner, Vorsitzender der Studienvertretung Lehramt an der Universität Salzburg.

„Von der Uniko wünschen wir uns konstruktive Vorschläge, die das Universitätswesen und das Bildungssystem voranbringen, anstatt neue Probleme aufzuwerfen. Berufstätige Studierende müssen z.B. ab 2018 Studienbeiträge zahlen, wenn das Gesetz nicht repariert wird – trotzdem schweigt die Uniko dazu. Die Uniko sollte sich für das Bildungswesen einsetzen, anstatt zu versuchen, einen Ausbildungsbetrieb aus den Universitäten zu machen.“, meint Juliana Naglmayr, stv. Vorsitzende der STV Lehramt an der Universität Salzburg.

Die Uniko sollte langfristige Visionen für das Universitätswesen entwickeln und diese Forderungen auch an die Politik richten, anstatt mit populistischen Schnellschüssen die Zukunft der Universitäten auf das Spiel zu setzen.

Christopher Spiegl (Bildungspolitischer Referent der ÖH Uni Salzburg) bekräftigt die Einschätzung der STV Lehramt und sieht den Universitätsbetrieb einer bedenklichen Richtung unterworfen: „Der soziale, wirtschaftliche und psychische Druck auf Studierende zwingt uns in ein fatales Korsett der Wirtschaftlichkeit. Das einzige, was wir von der Universität wollen, bleibt auf der Strecke: Bildung.“

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Maximilian Wagner
Studienvertretung Lehramt
stv-lehramt@oeh-salzburg.at
0677/61305573

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