Technische Hochschulvertretungen gegen uniko-Vorschlag

Forderungen zeugen von Weltfremdheit der Rektorate

Wien/Graz (OTS) - Die Hochschülerinnen- und Hochschülerschaften der Technischen Universitäten Wien und Graz stellen sich klar gegen die Forderungen der uniko. Werden diese umgesetzt, kann der Lehrbetrieb an den Technischen Universitäten ebenso gut eingestellt werden.

Die fundierte Bildung an den technischen Universitäten macht Österreichs Wirtschaft erst konkurrenzfähig. Viele österreichische Unternehmen sind in ihrem Bereich Weltmarktführer - fast ausschließlich im technischen Bereich.

Der Preis, den die Studierenden dafür zahlen, ist die lange Studiendauer, deren Ursache neben dem prinzipiell hohen Aufwand eines MINT-Studiums in der außerhalb des Lehrbetriebes erworbenen Praxiserfahrung der Studierenden liegt. Finanzierung der eigenen Bildung und Komplettierung derselben durch Anwendung sind die Motive für Berufstätigkeit während des Studiums.

“Wenn die möglichen Wiederholungen eingeschränkt werden, werden Leute hinausgeworfen, die andernfalls abgeschlossen hätten. Das schadet ihnen, der Universität und dem Staat. Gerade an einer Universität, bei der sich die Wirtschaft nach fehlenden Absolventen und Absolventinnen erkundigt, ist dieses Vorgehen absolut kontraproduktiv”, so Viktoria Reiter, Vorsitzende der HTU Wien

Exmatrikulation durch “Prüfungsinaktivität” (weniger als 16 ECTS) und die Reduzierung der Antritte rauben die Zeit für interdisziplinären Wissenserwerb und Innovationen, die aus studentischen Projekten wie TU Racing Teams, TU Wien Space Team, etc. heraus entstehen. Diese Projekte gehören, wie auch das Sammeln von Berufserfahrung, nicht zu den Pflichten von Studierenden - es wird jedoch von ihnen erwartet. Solche drastischen Maßnahmen beschränken den interdisziplinären Blick über den eigenen Tellerrand.

Schon jetzt wird die Mobilität von MINT-Studierenden sehr stark durch universitäre Maßnahmen erschwert. Die genannten Forderungen rauben noch mehr Anreize, einen Auslandsaufenthalt zu tätigen. Forschung profitiert nicht nur durch solch einen Austausch, sondern hat ihn bitter notwendig.

Die Universitäten haben noch etwas nötig: Stabile Rahmenbedingungen, um nicht halb- oder vierteljährlich Zeit darauf zu verschwenden, sich an neue Gesetze anzupassen, ohne je Aussagen über deren tatsächliche Wirkung treffen zu können.

“Es ist lächerlich, neue Maßnahmen zu fordern, bevor man der kürzlich reformierten Studieneingangs- und Orientierungsphase (StEOP) Zeit zum Wirken gibt, um sie dann zu evaluieren. Diese Vorgehensweise ist von populistischen Politikern zu erwarten, jedoch nicht von akademischen Amtsträgern”, so Georg Rudelstorfer, Vorsitzender der HTU Graz.

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Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der TU Wien
Viktoria REITER
++43 (0)1 58801 49501
vorsitz@htu.at

Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft an der TU Graz
Georg RUDELSTORFER
+43 (0) 316 8735100
vorsitz@htu.tugraz.at

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