- 16.11.2017, 10:28:05
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10. Österreichische Holzgespräche unter dem Motto "Holz: Wir machen mobil"
Angebot an neue Bundesregierung: Sektorstrategie für nachwachsende Rohstoffe
Utl.: Angebot an neue Bundesregierung: Sektorstrategie für
nachwachsende Rohstoffe =
Eisenstadt (OTS) - Die Österreichischen Holzgespräche sind die
wichtigste Branchenveranstaltung des Forst- und Holzsektors im
Jahresverlauf, sie finden heuer zum 10. Mal statt und erstmals im
Burgenland. Das Motto der Tagung, die heute Vormittag in Eisenstadt
eröffnet wurde, lautet "Holz: Wir machen mobil" und soll
schwerpunktmäßig die Chancen der Holznutzung für Gesellschaft und
Wirtschaft aufzeigen. Veranstalter ist die Kooperationsplattform FHP
(Forst Holz Papier), die in ihren Gremien zuvor beschlossen hat, der
neuen Bundesregierung "ein Angebot zur Nutzung der nachwachsenden
Ressource Holz zu machen, von dem Klimaschutz, Beschäftigung und
Wirtschaft profitieren", wie FHP-Vorsitzender Rudolf Rosenstatter
betonte.
Konkret bietet die Wertschöpfungskette Holz an, mit der künftigen
Bundesregierung und den entsprechenden Fachministerien in einem
gemeinsamen Prozess eine "Österreichische Sektorstrategie
Nachwachsende Rohstoffe" in der kommenden Legislaturperiode zu
erarbeiten. Darin werden alle strategischen Themenfelder von
nachhaltiger Holzproduktion bis hin zu neuen Verwendungsmöglichkeiten
von Holz im Rahmen der Bioökonomie im Kontext bestehender Strategien
wie etwa der Waldstrategie 2020+ adressiert. "Ziel ist eine
selbstbewusste, realistische und zukunftstaugliche Strategie für den
Bereich Forst Holz Papier, der Leitlinie für Prozesse auf nationaler
und regionaler Ebene sein soll", so Rosenstatter.
Beschäftigungsmotor Holz
Als Input der Branche zu dieser Sektorstrategie werden mehrere
Schwerpunkte angeführt: Unter dem Titel "Beschäftigungsmotor Holz"
wird dargelegt, dass Holzverwendung ein wichtiger Beitrag zum
Klimaschutz, aber auch für die Arbeitsplatzsicherung sowie die
Wertschöpfung in den Regionen essenziell ist. Daher soll dieser
nachhaltige Rohstoff in allen Wirtschaftsbereichen - mit verstärktem
Fokus auf hochwertige Anwendungsbereiche mit langer Lebensdauer wie
etwa im Holzbau - forciert werden. Vorgeschlagen wird unter anderem
eine Intensivierung der Schwerpunktprogramme des Bundes für
Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden mit Fokus auf nachwachsende,
nachhaltige Ressourcen. Bauordnungen und Bautechnikverordnungen
sollen für neue Holzbauanwendungen geöffnet werden, dadurch soll die
Verwendung von Holz speziell im städtischen Bereich und in den
Ballungszentren im mehrgeschoßigen Holzbau gesteigert werden.
Klimafitter Wald
"Die Waldökosysteme sind vom Klimawandel besonders betroffen. Eine
aktive, multifunktionale und nachhaltige Waldbewirtschaftung ist auch
weiterhin notwendig, um alle Wirkungen für die Gesellschaft zu
gewährleisten", heißt es in dem FHP-Papier. Dies werde möglich durch
die Umsetzung der Österreichischen Waldstrategie 2020+ und die
Absicherung der forstlichen Maßnahmen in der Ländlichen Entwicklung
durch eine ausreichende Dotierung. Das Forstgesetz solle es weiterhin
ermöglichen, sportliche Aktivitäten im Wald sinnvoll zu lenken, um
die Sicherheit aller Erholungssuchenden, eine aktive Holznutzung und
auch alle anderen Waldfunktionen nachhaltig zu gewährleisten.
Gestärkt werden solle außerdem der integrative und dynamische
Naturschutz im Wald, denn nur ein fachlich richtig bewirtschafteter
Wald sei auch ein "klimafitter Wald", wird betont.
Ein wichtiger Schwerpunkt betrifft die Rohstoff- und
Energiesicherung in Österreich. Dafür wird ein aktives Bekenntnis zu
einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und eine entsprechende
Versorgung der Holz verarbeitenden Industrie als notwendig erachtet.
Angestrebt wird dabei mittelfristig ein jährlicher Holzeinschlag in
Österreich in der Höhe von 20 bis zu 22 Mio. Erntefestmeter. Um das
Rohstoffpotenzial für die stoffliche und energetische Nutzung nicht
noch weiter einzuschränken, soll es keine weiteren
Außer-Nutzung-Stellungen von Waldwirtschaftsflächen geben.
Zu den weiteren von der Branche eingebrachten Schwerpunkten gehört
die Erstellung einer Bioökonomiestrategie ebenso wie die Umsetzung
von EU-Recht bei Natura 2000, für welche die Einrichtung einer
Koordinierungsstelle als notwendig erachtet wird, um eine
österreichweite Mindestharmonisierung in zentralen Punkten zu
ermöglichen. Besonderes Augenmerk soll auch auf die Unterstützung und
Finanzierung von Beratungs- und Organisationsstrukturen für
Waldbesitzer gelegt werden.
"Der Forst- und Holzsektor kann durch seine große Bedeutung für
Wirtschaft und Klimaschutz einen wichtigen Beitrag für das Wohl
dieses Landes leisten. Ich hoffe sehr, dass die neue Regierung dies
erkennt und unser Angebot zur gemeinsamen Gestaltung dieser wichtigen
Zukunftsfragen annimmt", betonte Rosenstatter.
Wald nützen = Klima schützen
Im Rahmen der Österreichischen Holzgespräche wurde heute auch die
Initiative "Wald nützen = Klima schützen" gestartet. Es handelt sich
dabei um ein gemeinsames Projekt des BFW (Bundesforschungszentrum für
Wald), des Vereins wald.zeit Österreich und von FHP, welches auch
Teil der Kampagne "Holz verwenden ist gut für das Klima - Wir machen
unseren Wald klimafit" von Bundesminister Andrä Rupprechter ist.
"Der Wald ist einer der Hauptbetroffenen des Klimawandels, aber
auch maßgeblicher Teil der Lösung. Durch eine gezielte und
nachhaltige Bewirtschaftung wird der Wald stabiler und klimafitter
und somit ein wichtiger Speicher des Treibhausgases CO2. Das
Bewusstsein dafür soll bei allen Waldbesitzern geschärft werden,
besonders bei den hoffernen, denen oft der unmittelbare Bezug zu
ihrem Besitz sowie das nötige Know-how fehlen", erläuterte
Rosenstatter.
"Die Initiative besteht aus einem Aufruf zur Unterstützung der
Bewusstseinskampagne und einem entsprechenden Kurs- und
Exkursionsangebot des BFW. Auf zahlreichen forstlichen
Versuchsflächen zeigen Wissenschafter auf, wie sich der Wald durch
unterschiedliche Bewirtschaftungsformen entwickelt hat. Dadurch
können sich die Teilnehmer einen ersten Eindruck verschaffen, welche
Maßnahmen im eigenen Wald eventuell notwendig wären", sagte Peter
Mayer, Leiter des BFW. Wer seinen Forst nicht selber bewirtschaften
kann oder möchte, kann über diese Initiative den richtigen Partner
für die jeweiligen Vorhaben finden. So bieten beispielsweise die
Waldverbände, der Maschinenring und die gewerblichen Forstunternehmer
entsprechende Dienstleistungen an. "Nach einer gemeinsamen
Waldbegehung kann man konkrete Vorstellungen austauschen. Danach wird
gemeinsam ein individuelles Ziel- und Leistungspaket erarbeitet. Alle
Abstufungen sind dabei möglich - von der reinen Beratung bis zum
gesamten Holzverkauf", erklärte Hermine Hackl, Geschäftsführerin des
Vereins wald.zeit.
Einzigartige Branchenplattform
Die Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) ist ein
europaweit einmaliger Zusammenschluss aller mit dem Roh-, Wert- und
Werkstoff Holz tätigen Branchen, von der Urproduktion über die
Weiterverarbeitung in der Säge-, Platten- und Papierindustrie bis zum
Holzbau und Holzhandel. Rund 300.000 Menschen beziehen in über
172.000 Betrieben in Österreich ihr Einkommen aus dem Werkstoff Holz.
Der Produktionswert der gesamten Wertschöpfungskette beträgt dabei
rund 12 Mrd. Euro, der durchschnittliche Exportüberschuss rund 3,5
Mrd. Euro. Die Wertschöpfungskette Holz ist somit ein wichtiger
Faktor für die österreichische Volkswirtschaft. (Schluss)
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